zur Navigation springen

Talk am Meer : Olympia 2024 – eine Chance für Strande

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

FDP lud zum dritten Mal zu „Strander Visionen“ . Felix Schmuck stellte Machbarkeitsstudie zu den olympischen Segelwettbewerben 2024 vor.

Strande | „Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen“, so Helmut Schmidt vor langer Zeit. Oder aber zu einer Veranstaltung der Reihe „Strander Visionen“ im Rahmen des „Talk am Meer“ der Strander FDP. Denn dort wurde bereits mit der ersten Veranstaltung vor zwei Jahren bewiesen, dass Visionen Realität werden können. Seinerzeit ging es um die Neugestaltung der Promenade, in diesem Jahr wurde sie eröffnet. „Sie sehen, Visionen können wahr werden“, stellte Christine Aschenberg-Dugnus von der FDP, die den Talk moderierte, fest.

Bei den dritten „Strander Visionen“ am Sonntag ging es um ein noch gewichtigeres Thema. Unter dem Motto „Olympia 2024 – Quantensprung für Strande?“ lockte die Veranstaltung im Clubhaus des Kieler Yacht-Clubs knapp 50 Interessierte. Sie wollten sich informieren, inwieweit die Gemeinde von den olympischen Segelwettbewerben, so sie denn in Kiel stattfinden werden, profitieren würde. Nach der Begrüßung durch den stellvertretenden Strander FDP-Vorsitzenden, Ulrich Kauffmann, stellte Felix Schmuck, Referent des Kieler Bürgermeisters Peter Todeskino und Projektleiter Planung für die olympischen Segelwettbewerbe 2024, die Machbarkeitsstudie vor, welche die Landeshauptstadt in Auftrag gegeben hatte. Sie deckt von der Planung über ein Mobilitätskonzept bis hin zu den Kosten alle Themen ab. Wichtiger Punkt ist für Schmuck nicht nur die Mitnutzung der bereits in Schilksee vorhandenen Bauten, sondern auch, dass die Planungen auf eine Nachhaltigkeit der Maßnahmen angelegt sind. Da die Segelwettbewerbe vor Strande stattfinden, ist diese Gemeinde ganz nah an Olympia dran. So sind beispielsweise temporäre mobile Zuschauertribünen am Strand und an der Bülker Huk geplant.

Strandes Bürgermeister Holger Klink sieht in den Segelwettbewerben eine „riesige Chance“ für den Ort. „Olympiade ist die Zeit zwischen den Spielen. Was passiert da? Da kann Strande profitieren“, so Klink, der als Beispiel die Verbesserungen durch die Spiele 1972 in Schilksee nannte. „Ohne die Spiele seinerzeit hätte es keine zweite Hochbrücke über den Kanal gegeben, auch nicht die B 503 und den Kieler Autobahnanschluss“, so der Bürgermeister. Viele Vorhaben seien in letzter Zeit in den Schubladen verschwunden, da das Geld nicht vorhanden ist. „Olympia bringt die Chance, Anträge zu stellen und geplante Maßnahmen, wie beispielsweise im Bereich des Küstenschutzes oder der Umgestaltung der Bülker Huk umsetzen, zu können“, so Klink, der den Spielen 2024 positiv gegenübersteht und der, im Gegensatz zu eher kritischen Wortmeldungen, viel Beifall für seine Ausführungen erhielt.

Thomas Behrenbruch, SPD-Gemeindevertreter und 1972 als Mitarbeiter der Stadt Kiel am Bau des Olympiazentrums Schilksee beteiligt, zeigte sich froh darüber, dass es für 2024 im Gegensatz zu 1972 eine solide Kostenplanung gibt. „Damals war es teilweise ein Fiasko“, so Behrenbruch. In der anschließenden Diskussion ging es neben der Parkplatzsituation auch um den Verkehr zu den Spielen im Ort angesichts der vielen zu erwartenden Besucher. Klink betonte, dass der Verkehr nicht durch den Ort geleitet würde, sondern ein Shuttleservice über die Werkstraße des Klärwerks zur Bülker Huk geleitet würde. Zudem verwies Felix Schmuck darauf, dass nach Vorgaben des Olympischen Komitees im Umkreis des Veranstaltungsortes größere Teile für den Individualverkehr – mit Ausnahme der Anlieger – gesperrt werden müsse und die Besucher überwiegend mit Shuttlebussen oder dem ÖPNV kommen würden.

Eine weitere Frage war, weshalb man die Sportler nicht in temporären Unterkünften, beispielsweise einem Schiff, unterbringt, statt ein neues olympisches Dorf zu bauen. Auch dies ist laut Schmuck aufgrund von Vorgaben des Olympischen Komitees nicht möglich. Zudem werden die Unterkünfte, wie auch im Olympiazentrum Schilksee, nach den Spielen an private Eigentümer veräußert und somit Wohnraum geschaffen, der selbstverständlich auch barrierefrei ist – nur ein Beispiel für die Nachhaltigkeit. Strandes FDP-Vorsitzende Annette Marberth-Kubicki nannte die Olympischen Spiele 2024 in ihrem Schlusswort ein „spannendes Thema, das uns weiter beschäftigen wird“. Zunächst aber warten jetzt alle voller Spannung auf die Ergebnisse der Bürgerentscheide in Kiel und Hamburg am 29. November.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen