zur Navigation springen

Schönhagen : Ohrfeige für Feriendorf-Gastronomie

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Restaurant „Seestern“ seit 2005 geschlossen / Bisher kein neuer Pächter / Planet-Gruppe in Verhandlungen mit zwei möglichen Investoren

Ein langer feiner Sandstrand vor der Tür, die blaue Ostsee nur wenige Meter entfernt. Das Ostsee-Feriendorf ist Idylle pur und lädt Erholungssuchende zu jeder Zeit zu einem familienfreundlichen Urlaub ein. Unterbringungsmöglichkeiten, auch im gehobenen Segment, sind reichlich vorhanden. Dem sehr guten Sommer hat Schönhagen gute Übernachtungszahlen zu verdanken. So ist die Zahl der Ankünfte in diesem Jahr nach Auskunft von Johanne Gaipl, Teamleiterin der Tourist-Information, auf 16 227 gestiegen (2013: 14 364, Plus von 11,48 Prozent). Die Zahl der Übernachtungen stieg von 115 186 auf 123 361 (Plus von 6,63 Prozent). Also alles eitel Sonnenschein in Schönhagen? Keineswegs.

Bürgermeister Christian Schlömer ist verärgert. Das einzige Restaurant im Ostseebad, der „Seestern“, ist geschlossen – und das schon seit 2005. Sehr zum Ärger der Urlauber und der Gäste. Das hat die Auswertung der Gästebefragung in Bezug auf das Gastronomie-Angebot ergeben. In Schulnoten ausgedrückt liege das Ostseebad zwischen vier und sechs, so Gaipl. Zwar bieten drei Imbissstände Fischbrötchen, Woknudeln, Hot Dog, Döner und Pommes für den Hunger zwischendurch an – aber eine Restauration im gehobenen Segment vor Ort fehlt. „Das fehlende Restaurant-Angebot sorgt für ein negatives Image für Schönhagen und fällt auf die Gemeinde zurück“, begründet Schlömer seinen Ärger. Die Gäste hätten den Wunsch, am Ende des Tages gemeinsam mit der Familie vor Ort ein Restaurant à la carte besuchen zu können, ohne lange Anfahrtswege in Kauf nehmen zu müssen.

Eigentümer des Gebäudes ist die Planet-Gruppe mit Firmens, die bereits mehrere Investionen in Schönhagen getätigt hat. Mit dem Geschäftsführer Sven Hollesen „hatten wir fünf Jahre eine gute, fruchtbare Zusammenarbeit“, die das Ostseebad international auf dem Ferienhausmarkt verankert habe, erklärt Schlömer. Diese Zusammenarbeit sei seit einiger Zeit nachhaltig gestört. Seit Jahren wird ein neuer Pächter für den „Seestern“ gesucht. Bislang ohne jeden Erfolg.

Nachfragen bei der Planet-Gruppe hätten nichts ergeben. Der letzte offizielle Besuch von Sven Hollesen sei beim Richtfest der Eigentumswohnungen im Obergeschoss des Seesterngebäudes im November 2012 gewesen, so Schlömer. Seitdem habe die Gemeinde nichts Offizielles mehr gehört. „So kann mit einer Kommune nicht umgehen“, empört sich der Bürgermeister.

Selbst könne die Gemeinde nicht aktiv werden, da sie mit Steuermitteln kein Eigentum erwerben könne. Schlömer vermutet als Hindernis einen zu hohen Pachtzins oder Kaufpreis. „Ich hätte seit Jahren gern gewusst, was das kostet“, so Schlömer. Die Planet-Gruppe lasse die Gemeinde seit Jahren im Unklaren – ihr lägen weder ein Exposé noch andere Unterlagen vor. Ein Zustand, den der Bürgermeister mittlerweile seinen Gemeindevertretern und den Einwohnern nicht mehr vermitteln könne.

Auf Nachfrage der Eckernförder Zeitung bei der Geschäftsführung der Planet-Gruppe sagte Sven Hollesen, vertretungsberechtiger Vorstand der Planet-Gruppe, dass mehrere Faktoren für den langanhaltenden Leerstand des „Seesterns“ verantwortlich seien. Zunächst habe ein zahlungsunfähiger Pächter aus den Verträgen entlassen werden müssen, was einige Zeit in Anspruch genommen habe. Wegen interner Firmenprobleme 2007 habe man die Immobilie „Seestern“ vernachlässigt. Dann sei man mit mehreren potenziellen Interessenten im Gespräch gewsesen. „Keiner war in der Lage, das wirtschaftlich zu stemmen.“

Jetzt ist nach Auskunft von Hollesen Bewegung in die Sache gekommen. Seit rund einem Jahr steht die Planet-Gruppe mit zwei potenziellen Investoren in Verhandlungen, die an „Multikonzepten“ zur Nutzung der Immobilie arbeiten. Für die Indoor-Spielhalle und den „Seestern“ soll ein gemeinsamer Investor gefunden werden. „Unsere Zielsetzung ist es, so zügig wie überhaupt möglich eine Lösung zu finden“, skizziert Sven Hollesen den Zeitrahmen der Verhandlungen.

Seiner Ansicht nach bestehe Aussicht auf Erfolg der Verhandlungen. Einen genauen Zeitpunkt vermochte Hollesen nicht benennen – dafür sei es noch zu früh.

zur Startseite

von
erstellt am 13.Nov.2014 | 15:59 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert