„Ohne Gebet geht nix!“

Gabriele Lagemann mit einer ihrer Lehrerinnen – Mama Vaome.
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Gabriele Lagemann mit einer ihrer Lehrerinnen – Mama Vaome.

Gabriele Lagemann aus der Kirchengemeinde Dänischenhagen berichtet aus Papua Neuguinea

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07. Mai 2015, 06:00 Uhr

Dänischenhagen | 13  330 Kilometer weit weg von zuhause, um die Sprache der Einheimischen im Dorf Hiovabon in Papua Neuguinea zu erforschen – das hat sich Gabriele Lagemann zur Aufgabe gemacht. Entsandt von der Kirchengemeinde Dänischenhagen arbeitet die Lehrerin für die Organisation Wycliffe an einer Fassung der Bibel in der Muttersprache der Menschen in dem Dorf. Die ersten drei Monate hat die 37-Jährige hinter sich und gibt einen ersten Einblick in ihre Arbeit.

Lagemann
Lagemann
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Zweimal in der Woche fährt Gabriele Lagemann morgens mit dem Kanu zur Insel hinüber, auf der die Menschen Teop sprechen – eine von insgesamt 830 Sprachen Papua-Neuguineas. Manchmal watet sie die kurze Strecke bei Ebbe zu Fuß, um auf dem Weg mit Mama Vaome oder mit Papa Rapitaj und Mama Ruvej Teop zu lernen. Zur nahegelegenen Missionsstation Kekesu, wo sie Unterricht bei Mama Siaru erhält, läuft sie etwa eine halbe Stunde. Im Unterricht eröffnet ein einzelnes Teop-Wort oftmals ein ganzes Kapitel Grammatik oder kultureller Erklärungen. „Dabei lerne ich viel, oft Unerwartetes“, berichtet Gabriele Lagemann. Anschließend wird sie oft zum Mittagessen eingeladen und bleibt noch eine Weile – je nachdem, was es zu erzählen gibt oder wann wieder ein Kanu frei ist. Ihre Sprachlehrer sind für sie „eine Oase fröhlichen Austausches“ und „eine Quelle der Lebensklugheit“. Lagemann: „Für die Einsichten, die sie mir vermitteln, bin ich unendlich dankbar. Sie geben mir liebevollen Rat auch für die schwierigen Momente, die ich bei uns im Dorf erlebe oder beobachte.“ Sie hat erkannt: „Ohne Gebet geht nix!“

Jede Unterrichtsstunde beginnt und endet mit einem Dank an Gott dafür, dass die Schleswig-Holsteinerin Teop lernen kann und mit der Bitte um Gottes Hilfe dabei. „Es erinnert mich heilsam daran, dass ich tatsächlich in einer heiligen Aufgabe stehe, auch wenn ich zur Zeit ja erst die Sprache lerne“, sagt Lagemann, die immer wieder beeindruckt ist, wie leicht sich die Menschen dort zum Beten einladen lassen und wie selbstverständlich sie ihre Tätigkeiten im Bewusstsein an Gott ausführen. „Das zieht auch mich näher zu Jesus hin“, so Lagemann.

Vieles habe sie noch darüber zu lernen, wie das Leben in Bougainville funktioniert. Die vielen Möglichkeiten zu fröhlichen und liebevollen Begegnungen im Dorfalltag stimmen sie froh, wenngleich es sie schmerzt zu sehen, „wo Menschen Jesus kennen und doch von seiner Fülle nur wenig Gebrauch machen“, wenn beispielsweise Konflikte ungelöst bleiben oder Menschen mit nur wenig Freude leben und in Ängsten oder schlechten Gewohnheiten gefangen sind. „Das ist hier nicht anders als bei uns in Deutschland“, stellt sie fest.

Offiziell wird im drittgrößten Inselstaat der Welt Englisch oder Pidgin, eine vereinfachte Sprachform, gesprochen. Daneben existieren 800 verschiedene Sprachen. Während Wycliffe seit der Gründung 1942 mehr als 700 Übersetzungen der Bibel begleitet hat und beispielsweise in Südamerika beinahe jeder die Schrift in der Sprache lesen kann, die ihn im Herzen berührt, ist in Papua Neuguinea noch einiges zu tun. Bevor aber auch nur ein Wort einer weiteren Fassung der Bibel geschrieben sein wird, muss die Sprache zunächst erforscht werden.

>www.wycliff.de

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