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NEuerscheinung : „Ohne Eiszeiten gäb es uns nicht“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Autor Werner Scharnweber aus Altwittenbek stellt in seinem neuen Buch die Eiszeiten, ihre Folgen und heute sichtbaren Spuren im Norden vor

von
erstellt am 14.Okt.2014 | 06:00 Uhr

„Ohne Eiszeiten gäbe es Schleswig-Holstein nicht. Und uns Schleswig-Holsteiner auch nicht. Wäre ja schade.“ Seinem unverwechselbaren Stil ist Werner Scharnweber in seinem neuen Buch treu geblieben, mit dem Thema hat er sich auf Neuland begeben. Auf 77 Seiten widmet er sich den Eiszeiten in Schleswig-Holstein und öffnet den Lesern die Augen, was die Menschen zwischen Ost- und Nordsee daraus gemacht haben.

„Ich wohne in der allerschönsten Jungmoränenlandschaft – im Dänischen Wohld“, schwärmt Scharnweber über den Landstrich, der vor rund 20 000 Jahren entstand. So kam ihm die Idee, ein Buch über die Weichsel-, Saale- und Elster-Eiszeit, die das Land formten, zu verfassen. Zwar gebe es eine Menge Eiszeit-Literatur, doch seien das in der Regel Fachbücher, sagt der Autor, der in den zurückliegenden 18 Jahren in der Edition Temmen 56 Text-Bild-Bände publiziert hat. „Ich wollte aber etwas machen, dass informativ für jedermann ist und zugleich wissenschaftlichen Ansprüchen gerecht wird“, erklärt Scharnweber. Dass ihm das gelungen ist, hat ihm bereits das Geologische Institut der Christian-Albrechts-Universität Kiel bestätigt. „Ich habe ganz reizendes Feedback bekommen“, verrät der Autor.

Das Buch besteht aus zwei Teilen. Der erste widmet sich der Entstehung des mächtigen Schuttbergs aus skandinavischem Gebirgsstein, der durch die Schubkräfte mächtiger Eiszeitgletscher das Land – mit Ausnahme der Marschen – bildete. „Ohne Eiszeit gäbe es nur ein Meer mit kleinen Inseln, wo heute Schleswig-Holstein ist“, sagt Scharnweber. „Ohne Eiszeiten gäbe es auch Kiel nicht, denn es hätte keinen Hafen gegeben, und ohne den hätte Graf Adolf von Schauenburg wohl keine Stadt gegründet.“ Das gelte auch für Flensburg und Schleswig – die Förden an der Ostküste des Landes sind Ergebnisse der Eiszeiten.

Wo sie bis heute ihre Spuren hinterlassen haben, zeigt Scharnweber im zweiten Teil des Buches auf. Ein Beispiel sind die riesigen Feldsteinkirchen, wie sie in Borby oder in Sieseby zu finden sind. Die Findlinge seien Gletscherhinterlassenschaften, wie sie in großen Mengen auf Feldern verteilt lagen, erklärt Scharnweber. Auch der Ratzeburger Dom und die St.-Marien-Kirche in Lübeck hätten Eiszeitbezug. Ihre roten Ziegel seien aus Lehm und Ton gebacken worden, die von den Eiszeiten herangeschoben worden waren. An Steilküstenufer wie im Wohld oder in Schwansen seien die in Schichten abgelagerten Erdmassen sichtbar. Und nicht zuletzt gibt es an ungezählten Stellen im Land Findlinge, die an die Eiszeiten erinnern – der Teufelsstein von Ruckforde etwa, die Steinwälle auf Fehmarn, oder die an zahlreichen Grünflächen platzierten Steine, die ein Befahren durch Autos verhindern.

Nicht nur geschichtliche Quellen aus einem umfangreichen Privatarchiv hat Scharnweber in das Buch einfließen lassen, er hat umfangreich dazu recherchiert und lässt Fachleute zu Wort kommen, weil er auf diesem Gebiet keiner war. „Als ich angefangen habe, dachte ich, mal sehen, was daraus wird. Dann fand ich die Materie hoch interessant, und je mehr ich mit damit beschäftigt habe, merkte ich, wie spannend es ist“, berichtet er. Zum Schluss habe er sich sogar bremsen müssen, denn er wollte keinen „dicken Wälzer, sondern ein handliches Buch“.

Ob ihm Themen wie die Eiszeiten oder seine Reisebilder mehr Freude bereiten – das kann Scharnweber nicht sagen. „Das Buch, an dem ich gerade arbeite, macht mir immer am meisten Spaß“, sagt der 81-Jährige. „Bücher zu machen ist mein Leben“, so der pensionierte Berufsberater. „Und ich werde weitere schreiben, so lang ich noch gesund bin.“


Das Buch „Die Eiszeiten in Schleswig-Holstein ... und was die Schleswig-Holsteiner daraus gemacht haben“ ist in der Edition Temmen erschienen und zum Preis von 12,90 Euro im Buchhandel erhältlich.

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