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TALENT DES JAHRES 2013: Selina Schulenburg : Ohne Druck von außen immer höher hinaus

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Altenholzer Hochspringerin Selina Schulenburg wurde von den Lesern der Eckernförder Zeitung und der Landeszeitung zum Talent des Jahres 2013 gewählt. Die Gymnasiastin erlebte ein außergewöhnlich erfolgreiches Jahr.

shz.de von
erstellt am 04.Jan.2014 | 12:00 Uhr

Wenn die Leser der Eckernförder Zeitung und der Landeszeitung eine Leichtathletin zum Talent des Jahres 2013 wählen, dann muss diese Sportlerin schon eine Menge geleistet haben. Und dass Selina Schulenburg (15) ein außergewöhnliches Jahr hinter sich und damit die Auszeichnung mehr als verdient hat, steht völlig außer Frage. In ihrer Paradedisziplin, dem Hochsprung, hat sie kurz vor dem Jahreswechsel in Hamburg beim 5. Hallen-Meeting des Hamburger SV ihre persönliche Bestleistung auf 1,80 Meter – im wahrsten Sinne des Wortes – in die Höhe geschraubt. Sie springt damit glatt über ihren vor Stolz aufrecht stehenden Vater Jörg einfach hinweg!

Im Jahr 2013 hat Schulenburg ihre eigene Bestmarke um beachtliche 16 Zentimeter verbessern können. Das ist kein Einzelfall, denn ein ähnlicher Satz gelang ihr auch schon im Jahr zuvor. Mit dieser herausragenden Leistung steht sie an der Spitze der Deutschen Rangliste in ihrer Altersklasse U16 – mit großem Abstand vor Leonie Reuter (TV Rheinzabern; 1,76m). Auch in den U18- und U20-Bestenlisten ist sie vorne mit dabei. Selbst bei den Deutschen Frauen ist sie in der Hallenwertung bereits unter den Top Ten.

,,Einen Tag vor meiner Einschulung übernahm Karsten Ralfs (der zuvor schon in Büdelsdorf und Flintbek erfolgreich tätig war; die Redaktion), der Vater meiner Freundin Beke, eine neue Jugend-Leichtathletikgruppe mit etwa 30 Kindern. Von da an war ich Leichtathletin“ – anfangs natürlich nur im rein spielerischen Bereich, doch dann immer ernsthafter.

„In den Sommerferien 2012 gab es den großen Durchbruch bei ihr“, berichtet Karsten Ralfs. „Ich habe damals einen Kurs ‚Jetzt oder nie‘ angeboten. Und während andere in den Urlaub fuhren oder andere Dinge taten, hat Selina sehr, sehr fleißig trainiert.“ Das sollte sich auszahlen. Sprang sie zuvor knapp über 1,50 Meter, waren es am Jahresende bereits 1,65 Meter. Die Gymnasiastin ohne konkreten Berufswunsch hatte offenbar Blut geleckt. Deshalb sagt sie auch: „Sport steht bei mir noch vor der Schule an erster Stelle.“ Selbst nach ihren Erfolgen bei der Norddeutschen und der Deutschen Meisterschaft sonnte sie sich tags darauf nicht in ihrem Ruhm, sondern stand wieder auf der Hochsprunganlage.

Vor ihrem 1,80-Meter-Sprung in Hamburg (Ralfs: „Diese Höhe war eigentlich immer unser großer Traum gewesen.“) hatte sie kurzfristig auch noch ihren Anlauf von sieben auf neun Schritte verändert und die Geschwindigkeit erhöht. Was anfangs ein Experiment sein sollte, entpuppte sich dann als absoluter Volltreffer. „Danach war ich mir auch sicher, dass ich bei den Deutschen U20-Hallenmeisterschaften in Halle antreten werde. Das war zuvor noch nicht so sicher, da die Meisterschaft auch mit einer weiten Anfahrt und einer Übernachtung verbunden ist.“ Und einen eigenen Sponsor hat sie noch nicht, wodurch sie auf die Zuschüsse des Verbands angewiesen ist.

Und was wäre, wenn demnächst ein großer Verein, wie etwa Bayer Leverkusen, ankommt, und sein Interesse bekundet? „Das ist für mich momentan noch kein Thema. Ich habe hier meine Familie, meine Freunde und alles, was ich brauche.“ Von daher werden unsere Leser vermutlich noch viele erfreuliche Artikel über das nur 1,66 Meter kleine Springwunder lesen, sollte sich ihr größter Wunsch für dieses Jahr erfüllen: „Sportlich habe ich mir keine Titel oder Bestmarken zum Ziel gesetzt. So kann ich jedes Mal ohne Druck an den Start gehen. Ich möchte nur meine Leistung stabilisieren und vor allem gesund bleiben.“

In dieser Wintersaison startet Selina Schulenburg auch eine Altersklasse höher. Damit entfällt auch ihr größtes Ärgernis im Hochsprung: „Bisher musste ich nach dem Einspringen meist 20 bis 30 Minuten warten bis meine Konkurrentinnen bei meiner Starthöhe angelangt waren. Das war nicht immer leicht, danach wieder in den Wettkampf zu kommen.“

Auf der Internetseite des Deutschen Leichtathletik Verbandes (www.dlv-sport.de) gibt es auch schon ein sogenanntes „Athletenportrait“, bei dem aber neben dem Namen, der Disziplin und dem Verein noch keine weiteren Angaben vermerkt sind. Dies wird sich in den kommenden Jahren vermutlich ändern, falls die Altenholzerin weiter diszipliniert und mit Freude im Training sich zu verbessern sucht.

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