"Oh happy day!": Dunkle Schönheit - ganz beseelt

Nahm die Zuhörer mit ihrer Art vollends für sich ein: Janine 'M-Prezz' Smith. Foto: smz
Nahm die Zuhörer mit ihrer Art vollends für sich ein: Janine "M-Prezz" Smith. Foto: smz

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06. August 2012, 03:59 Uhr

Damp | In New York geboren und aufgewachsen, verschlug es die Gospel-und Soul-Sängerin Janine "M-Prezz" Smith am Sonnabend nach Damp. Ihr Begleiter am Klavier war Benny Grenz. Die St.-Elisabeth-Kirche hatte eingeladen, und - die zusammengekommenen Gäste erlebten zwei ungewöhnliche Stunden.

Gute Soul-Stimmen hat man sicherlich schon öfter gehört, traditionelle und neuere Soul - und Gospelsongs sind unseren Ohren ebenfalls vertraut. Was an diesem Abend jedoch zunächst überraschte und dann während des ganzen Konzertes alle wohltuend und überzeugend einhüllte, das war die ungewöhnliche Art der Sängerin. Es war nicht das "Du", das in ihrem amüsant lückenhaften "Beinahe"-Deutsch Distanz vermied. Sie schaute ihre Gäste an, bezog sie in ihre Gedanken mit ein, berichtete aus ihrem eigenen Leben, stellte Fragen, ließ mitsingen - sie öffnete ein Schatzkästchen unvermuteter Nähe. "Nobody knows the trouble Ive seen …" so begann ihr Repertoire des Abends und war zugleich Wegweiser "… but Jesus"! Sich geborgen und gut aufgehoben zu fühlen, keine Angst haben zu müssen, das sei die pure Freude, denn wir seien alle von Gott beschützt. "What a mighty God we serve …" Und bevor sie ganz in die Musik einstieg, hier und da etwas auf Deutsch übersetzte oder Textteile zum Mitsingen einfach auch in Deutsch vorgab, meinte sie: "Heute Abend sind wir ganz unter uns, heute und hier können wir diese Freude zelebrieren!"

Janine Smith sang sich in Begeisterung, übertrug Gospel-Bekanntes in Soul und heiße Rhythmen, tanzte die Melodien - schwarz, biegsam und geschmeidig, ihr Goldschmuck glänzte, ihre Augen leuchteten - sie war einfach ansteckend. Herzliche Vertrautheit machte sich breit, wenn sie zwischen ihren Songs glaubhaft versicherte, wie viel Kraft, Mut und Zuversicht sie in ihrem Glauben findet. In fast kindlicher Unbekümmertheit sang und sprach sie von Engeln, die über uns wachen ("Angels watching over me"), von einem Gott, der Freund sein will und uns die Kraft geben kann, uns von allem zu befreien, was an Sorgen und Schmerzen bedrückt, belastet, klein macht. "Vergesst die Sorgen eurer Kindheit, befreit euch von Erinnerungen an schlechte Erlebnisse und Erfahrungen. Sagt tschüss zu Menschen, die euch schaden." Das gelang ihr sicherlich bei vielen Zuhörern, Mitmachern, neuen Bewunderern: Mut zu machen zum Aufbruch, zur beglückenden Veränderung und inneren Befreiung - in der Gewissheit göttlicher Hilfe. Das war die Botschaft und Janine Smith umwerfende Art, diesen Gottesdienst besonderer Güte zu "zelebrieren".

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