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Eckernförder Zeitung

12. Dezember 2017 | 02:10 Uhr

Müllvermeidung : Offensive gegen Plastikmüll

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Stadt erarbeitet mit Politik, Marktbeschickern und Veranstaltern ein neues Konzept zur Müllvermeidung. Die Marktleute sind mit im Boot, doch nicht alle. Es besteht noch Diskussionsbedarf.

von
erstellt am 12.Mär.2016 | 06:22 Uhr

Die Bundeskanzlerin sagt: „Wir schaffen das!“ Matthias Huber (Bürger-Forum) ist sich sicher: „Wir kriegen das hin!“ Was in der Flüchtlingspolitik gilt, soll ab 1. Januar 2017 auch an der Eckernförder Müllfront funktionieren: kein Plastikmüll mehr auf dem Wochemarkt und bei städtischen Veranstaltungen, dazu mehr Mülleimer und Aschenbecher, damit der Abfall nicht durch die Gegend fliegt und womöglich das ohnehin stark belastete Ökosystem Meer schädigt. Diese Zielrichtung verfolgt der Arbeitskreis zur Müllvermeidung, in den Politiker, Verwaltungsmitarbeiter und Wochenmarktbeschicker mitwirken.

Nach zwei gemeinsamen Sitzung hat der Arbeitskreis nun eine etwas abgespeckte und mit den Marktbeschickern und Veranstaltern abgestimmte Version in den politischen Entscheidungsprozess eingebracht. Auf dem Markt und bei städtischen Großveranstaltungen sollen ab dem 1. Januar 2017 alle zum Verzehr und zur Mitnahme ausgegebenen Produkte – Geschirr, Besteck, Serviermaterial – entweder Mehrwegprodukte oder zu 100 Prozent biologisch abbaubar sein. Produkte, die nicht im Mehrwegpfandsystem enthalten sind, sollen ab 2017 mit einem Pfand von 2 Euro belegt werden. Außerdem sind Mülleimer in ausreichender Zahl und bei Verzehrständen obligatorisch aufzustellen. Auch Plastiktüten dürfen auf dem Markt und bei Veranstaltungen von den Händlern und Standbetreibern nicht mehr ausgegeben werden. Verursachte Abfälle sind sofort zu beseitigen oder „wind- und möwensicher“ zu verstauen. Zuwiderhandlungen sollen mit einer Strafzahlung belegt werden.

Matthias Huber, Sprecher des Arbeitskreises, warb für diesen Antrag. Es gebe für alles eine Lösung, „es gibt nichts, was es nicht gibt“. Auf dem Wochenmarkt am Mittwoch habe die Eckernförde Touristik und Marketing GmbH (ETMG), die zusammen mit der Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWR) an einer Konzeption für umweltgerechtes Verpackungsmaterial made in Eckernförde arbeitet, bereits probeweise Papiertüten verteilt. Man habe noch etwas Zeit und werde diese auch nutzen, um den Markt und die Veranstaltungen zum 1. Januar 2017 plastikfrei zu halten. „Alles wird abwaschbar oder abbaubar sein“, sagt Huber. In der Sache sei dies deutschlandweit vorbildlich, „wir sind unserer Zeit voraus“, so Huber weiter. Eckernförde gewinne dadurch ein Alleinstellungsmerkmal und einen Marketingvorteil.

Kritik kam allerdings vom Marktsprecher Alexander Pack-Blumenau, der beim letzten Treffen zwar nicht dabei war, seine ablehnende Meinung aber per Eingabe äußerte. Er glaubt nicht daran, dass Eckernförde ein eigenes Pfandsystem aufbauen kann, 100-prozentig abbaubare Verpackungsalternativen seien entweder nicht verfügbar oder deutlich teurer, er befürchtet erhebliche Mehrkosten zu Lasten der Marktbeschicker. Pack-Blumenau glaubt zudem nicht, dass Müll vermieden wird, er werde nur verlagert. Die beiden anderen Marktsprecher, Florian Grabowski und Dieter Schlieger-Halver, hätten keine Bedenken und stünden voll hinter dem eingeschlagenen Weg, so Huber.

Die CDU plädierte dafür, den Antrag und die Eingabe, die kurzfristig als Tischvorlage eingereicht wurde, nochmals in den Fraktionen zu beraten. Dem wurde so stattgegeben.

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