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Offener Brief an den Landrat: „Unwürdiges Schauspiel beenden“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Bürgerinitiative für den Erhalt der Geburtshilfe und Kinderstation Eckernförde hat in einem offenen Brief an Landrat Dr. Rolf-Oliver Schwemer darum gebeten, „den respektvollen Umgang in unserem Kreis wieder zu befördern.“ Es sei „schändlich, wie mit uns, unseren Beleghebammen und Belegärzten umgegangen wurde“, schreibt die Bürgerinitiative. „Ein angebliches Krisenmanagement löst eine Krise erst aus und zieht eine Rufschädigung mit sich, an der wir alle noch lange zu tragen haben werden.“ Dass die Geschäftsführung „ein Gutachten gegen die Hebammen und Ärzte in Auftrag gab, ist nur schwer zu ertragen.“ Die daraus zitierten Passagen seien „zudem schlicht falsch. In keinem Fall darf dieses Gutachten weiter Gegenstand der Beurteilung unserer medizinischen Versorgung sein. Wir erwarten eine öffentliche Entschuldigung seitens der Geschäftsführung. Uns, den Bürgern gegenüber, für die große Unsicherheit, das Leid der Schwangeren unter uns, die kurz vor der Geburt stehen und all die geflossenen Tränen besorgter Eltern, deren kranke Kinder derzeit nicht mehr in der Umgebung versorgt werden können. Und ebenfalls den Belegern gegenüber für die Erweckung des Eindrucks, sie hätten falsch gehandelt – sowohl durch einen Korruptionsverdacht wie auch durch das angebliche Überschreiten von fachlichen Kompetenzen“, heißt es weiter. In Eckernförde habe es nie „skandalträchtige Geburten“ gegeben, stattdessen „eine würdige und intime Geburtshilfe. Familiär, freundlich und verantwortungsbewusst verhalfen die Geburtshelfer und Hebammen den werdenden Müttern und ihren Ungeborenen zu einer psychisch und physisch gesunden Geburt. Die Vorgänge um die Schließung der Kinderstation und dem Schließungsversuch der Geburtshilfe sind zu einem peinlichem Debakel für unseren Kreis geworden.“

Die Bürgerinitiative hat den Landrat gebeten, sich für „ein Ende dieses unwürdigen Schauspiels“ einzusetzen und dabei zu helfen, die Versorgung wieder herzustellen.

Landrat Rolf-Oliver Schwemer hat umgehend geantwortet. „Vertreter aller Kreistagsfraktionen, die Verwaltung und die Geschäftsführung der imland GmbH tun alles dafür, um die bestmögliche Lösung für die Geburtshilfe und die ärztliche Versorgung von Kindern in der Eckernförder Klinik zu erreichen. Dieser konstruktive und sachliche Dialog wird auch von Ihnen und den Interessenvertretern vor Ort in Eckernförde erwartet.“ Persönliche Angriffe und die jetzt geforderte persönliche Entschuldigung von Dr. Johannsen dienten nicht der Sache. Der Kreistag und die Gesellschafterversammlung der Imland GmbH hätten in ihren Sitzungen am 27. März (wir berichteten) die erforderlichen Beschlüsse gefasst, „und die Geschäftsführung hat innerhalb kürzester Zeit die Geburtshilfe in Eckernförde als Hauptabteilung organisiert, die planmäßig und mit der vorgeschriebenen Besetzung am 1. April ihre Arbeit aufgenommen hat und fortgeführt wird, bis ein rechtssicheres Konzept vorliegt“, so Schwemer.



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erstellt am 04.Apr.2017 | 06:30 Uhr

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