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Offene Worte von Peter Harry Carstensen und Jörg Sibbel

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

von
erstellt am 22.Mai.2014 | 06:12 Uhr

Der politische Ruhestand und die Idylle auf Gut Schierensee haben dem Ministerpräsidenten a. D. Peter Harry Carstensen offensichtlich gut getan. Entspannt und gewohnt offen, zupackend und humorvoll warb er am Dienstagabend im gut gefüllten Mango’s Saal für eine möglichst hohe Beteiligung an der am Sonntag anstehenden Europa- und Eckernförder Bürgermeisterwahl. Im Rahmen der Reihe „CDU im Dialog“ bilanzierte zudem Bürgermeister Jörg Sibbel vor rund 100 Besuchern seine bald achtjährige Amtszeit und wies auf anstehende Herausforderungen hin. Er bat die Eckernförder am Sonntag darum, zur Wahl zu gehen, auch wenn es keinen Gegenkandidaten gibt. Ihm sei das „Feedback“ der Bürger wichtig, die ihn vor siebeneinhalb Jahren mit großer Mehrheit gewählt haben. Bereichert wurde die Veranstaltung im frisch renovierten Mango’s Saal von Tenor Armin Heldt und der Pianistin Sylwia Timoti.

„Ihr habt wirklich was aus Eckernförde gemacht“, war der frühere Ministerpräsident voll des Lobes über die Stadtentwicklung mit dem sanierten Hafen und den Innenstadtstraßen. Zuletzt war er am Sonntag in Eckernförde, sein ältester Enkel wurde in Borby konfirmiert. Carstensen hob die Eckernförder Tat- und Gestaltungskraft hervor, die wiederum dazu geführt hat, dass auch erhebliche Fördermittel in das Ostseebad geflossen sind. Carstensen wies auf die große Bedeutung der Europawahl hin. Es lohne sich dafür zu kämpfen. Durch die Annäherung und die Gründung der EU säßen „Feinde von einst gemeinsam am Tisch“, Europa sei ein großes Friedensprojekt. Damit das so bleibt, „mutt ok Elfriede ut de Naberschaft to Wohl gohn“. Carstensen versäumte nicht, ausdrücklich dem Eckernförder Landtagsabgeordneten Daniel Günther für dessen klare Worte in der aktuellen Bildungs- und Wendedebatte zu danken: „Das war klasse, Daniel“. Aber er fand auch kritische Worte über seine Partei. Die Verabschiedung des teuren, von der jüngeren Generation kaum zu finanzierenden Rentenpakets sei falsch und „ein großer Fehler“.

Bürgermeister Jörg Sibbel, der am Sonntag vor der Wiederwahl steht, versprach, sich nicht auf den guten Resultaten und Entwicklungen der Vergangenheit auszuruhen, sondern Eckernförde als attraktives Ostseebad und Mittelzentrum weiter auszubauen. Die Innenstadt müsse gestärkt und der Tourismus weiter gefördert werden. Es müsse eine Nachnutzung für die Willers-Jessen-Schule gefunden, die Kieler Straße barrierefrei gepflastert und die Museumsräucherei unterstützt werden – „und Eckernförde braucht wieder ein Kino“. Sibbel versprach weiter, sich für „den Erhalt beider Schulen in Borby“ einzusetzen – gemeint sind die Fritz-Reuter- und Richard-Vosgerau-Schule – und die Verschuldung niedrig zu halten, um dadurch finanziellen Spielraum für die Stadtentwicklung zu haben. Offen sprach er auch von der „Kehrseite der sehr positiven Stadtentwicklung“ – steigende Immobilien- und Mietpreise. Um auch jüngeren Familien und weniger Betuchten eine Ansiedlung zu ermöglichen, setze sich die Stadt daher für den Bau geförderter Wohnungen ein und verhandle darüber auch mit Bauträgern. Wichtig sei zudem die Intensivierung der Wirtschaftsförderung, um mehr Arbeitsplätze zu schaffen und dem Trend einer immer älter werdenden Stadt entgegenzuwirken. Diesen Herausforderungen wolle er sich stellen, sagte Sibbel unter dem Beifall der Anwesenden.

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