zur Navigation springen

Volkstanz : Öwerpetter hoffen auf junge Tänzer

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Altenholzer Volkstanzgruppe besteht seit 30 Jahren - neue Mitglieder fehlen

von
erstellt am 06.Mai.2014 | 06:00 Uhr

Altenhof | Zur Kieler Woche, zum Kieler Umschlag, in der Ostseehalle, beim Schleswig-Holstein-Tag, beim Volksfest auf dem Stifter Marktplatz und sogar bei RTL sind sie aufgetreten – die Altenholzer Öwerpetter. Vor 30 Jahren wurde die Volkstanzgruppe ins Leben gerufen, die sich zum Jubiläum junge Mitglieder wünscht, an die sie die über 100 Tänze aus ihrem Repertoire weitergeben kann.

Für Ann-Louise Hübner kamen 1984 zwei Dinge zusammen: Sie tanzte gern, und das Tragen von Trachten war ihr aus ihrer Heimat Schweden durchaus vertraut. So zögerte sie nicht lang, als sie erfuhr, dass Oswald und Marlies Lenhardt eine Volkstanzgruppe in Altenholz gründen wollten. Ihr Mann Wolfgang begleitete sie gern. „Wann hat man hier schon mal Gelegenheit, eine Tracht zu tragen“, gibt er zu bedenken. Die beiden gehören zu den acht Gründungsmitgliedern der Öwerpetter und sind der Gruppe bis heute treu geblieben. Jeden Montagabend zieht es sie zu den übrigen 28 Frauen und Männern ins Gemeindezentrum, um zur Musik vom Band zu tanzen oder einfach nur zuzusehen. Denn einige der Mitglieder, die aus Altenholz, Friedrichsort, Molfsee und Neumünster stammen, sind gesundheitlich nicht mehr so fit, um das Programm der Öwerpetter noch zu absolvieren. Doch die Gemeinschaft ist über Jahre gewachsen – gemeinsame Erlebnisse wie Ausflüge, Radtouren oder auch die Partnerschaften mit befreundeten Gruppen aus Olofström/Schweden und Bierstedt/Dänemark haben die Mitglieder zusammengeschweißt. „Es sind echte Freundschaften entstanden“, sagt Günter Abraham, einer der Tanzleiter neben Ursula Schimkus, Eva Kogel und Wolfgang Hübner. Er stieß über einen Zeitungsbericht auf die Gruppe und hat keinen Tag bereut, sagt er und lacht.

Beim Blick in die Fotoalben werden Erinnerungen an die zurückliegenden Jahre wach – die Auftritte, die Treffen mit anderen Gruppen, mit denen man zuvor nie getanzt hatte, was aber nie ein Hindernis für ein gelungenes Zusammenspiel war. „Das war einfach schön“, schwärmt Ann-Louise Hübner. „Volkstänzer sind in der Lebensauffassung ähnlich: locker, ohne Konkurrenzdenken und gleich per du“, fügt ihr Mann hinzu. „Natürlich und nicht überkandidelt. Jung und Alt zusammen.“ Mehr junge Tänzer – das ist es, was den Öwerpettern jedoch fehlt. Die jüngsten seien um die 40 Jahre alt. „Wir freuen uns, dass sie Anschluss gefunden haben und nicht nur mittanzen, sondern auch bei unseren Aktivitäten dabei sind“, sagt Wolfgang Hübner. Doch seien es nicht genug, um auftreten zu können. „Junge Leute tanzen gern“, weiß Abraham. „Aber nicht miteinander.“ Zu gern würden sie die Tänze weitergeben, die ihnen über Jahre so viel Freude gemacht haben, aber auch das Wissen um die Trachten, die jede für sich selbst gemacht sind nach Mustern aus ganz Deutschland, Skandinavien und Belgien. „Die Tänze bauen auf Grundschritten von Walzer und Polka auf, den Rest lernt man schnell“, sagt Abraham. Auch Einzelpersonen sind in der Runde willkommen.

Ob es die Öwerpetter in 30 Jahren noch geben wird? „Als Tanzgruppe – das ist die Frage, als Gemeinschaft ganz bestimmt“, ist Ann-Louise Hübner überzeugt. Doch zunächst einmal feiern die Mitglieder das 30-jährige Bestehen Mitte Mai mit einer Fahrt nach Wismar.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen