ÖPNV: Es geht noch viel besser

Die Eckernförder sind mit ihrem Stadtverkehr größtenteils zufrieden. Aber an den Wochenenden wird’s problematisch. Carlshöhe und das große Wohngebiet Sonneneck sind nur unzureichend eingebunden.
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Die Eckernförder sind mit ihrem Stadtverkehr größtenteils zufrieden. Aber an den Wochenenden wird’s problematisch. Carlshöhe und das große Wohngebiet Sonneneck sind nur unzureichend eingebunden.

Am Wochenende wird’s besonders haarig

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30. Juli 2015, 06:52 Uhr

Friede, Freude, Eierkuchen beim Stadtverkehr Eckernförde? Laut einer Umfrage sind die meisten Fahrgäste mit dem Busverkehr sehr zufrieden. Streckenführung, Pünktlichkeit, freundliche und hilfsbereite Busfahrer – alles super toll.

Bin ich die Einzige, die doch ein paar Wermutstropfen loswerden möchte?

Wie kommen Einwohner, die kein Auto haben, aus den Randgebieten unserer Stadt am Sonntagvormittag zum Gottesdienst und wieder zurück nach Hause? Die Busse verkehren erst ab 13 Uhr.

Ein Sonntagsausflug in die nähere Umgebung kann gleich gestrichen werden. Um mal nach Schleswig, Rendsburg, Kappeln oder Damp zu fahren, kann ich Eckernförde erst nach 13 Uhr vom ZOB aus verlassen und muss um 18 Uhr bereits wieder zurück sein, weil dann der letzte Bus fährt. Es würde also leider ein sehr kurzer Ausflug.

„Nehmen Sie sich doch ein Taxi“, ist eine nicht sehr befriedigende Antwort.

Wie kommt ein älterer Einwohner, der nicht mehr ganz so gut zu Fuß ist, in das Lob gepriesene Wohngebiet „Sonneneck“? Er muss an der Haltestelle Windebyer Weg/Karl-Samwer-Ring aussteigen, und schafft es körperlich überhaupt nicht, sich mal das schöne Neubaugebiet anzuschauen. Er kann höchstens einmal um den Kreisel spazieren, einen kurzen Blick auf die hübschen Häuser am Beginn des neu entstandenen Stadtteils werfen, über die Straße gehen und mit dem nächsten Bus zurückfahren, weil seine Kräfte am Ende sind. Wer kein Auto hat und auch kein Hochleistungssportler ist, dem bleibt der Weg bereits für eine Besichtigung versperrt.

Wie kommen dort wohnende Menschen in die Stadt, Kinder zur Schule? Das Gebiet, und es ist riesengroß geworden, ist total von Eckernförde abgeschnitten, da es dort keine öffentlichen Verkehrsmöglichkeiten gibt. Ein Durchgang zu einer der beiden Haltestellen im Diestelkamp wäre eine große Erleichterung für Menschen ohne Auto.

Wie ist die Erreichbarkeit des Carls auf Carlshöhe, in dem sehr viele interessante Konzerte und Vorträge angeboten werden? Dorthin komme ich an Wochentagen mit dem Bus – und zurück? „Na, Sie werden doch jemanden haben, der Sie im Auto mit zurücknimmt!“ „Nein, ich habe niemanden, der mich im Auto mit zurücknimmt!“

Einen musikalischen Frühschoppen kann ich dort ebenfalls nicht besuchen, denn der Stadtbus fährt an Sonntagen ja erst, siehe oben, ab 13 Uhr.

Wenn auf Carlshöhe erst einmal ein Hotel gebaut ist, werde ich dort übernachten müssen.

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