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Eckernförder Zeitung

23. August 2017 | 23:55 Uhr

Ölumschlag in Gettorf ?

vom

Pipeline vom Feld Schwedeneck-See in die Gemeinde geplant

Gettorf | Die Nachricht schlug ein in Gettorf: Nachdem die Firma RWE Dea mit neuer Bohrtechnik die Ölförderung im Feld Schwedeneck-See wieder aufnehmen wird (wir berichteten), soll das geförderte Öl von dort in einer etwa zehn Kilometer langen unterirdischen Pipeline nach Gettorf in einen Sammeltank am Bahnhof transportiert, von dort auf Kesselwagen, Eisenbahngüterwagen zum Transport von Flüssigkeiten, verladen und per Bahn abtransportiert werden. Das ließen RWE Dea Projektleiter Heiko Oppermann und Pressesprecher Derek Mösche durchklingen, die am Donnerstag zusammen mit Dr. Markus Hirschfeld, Referatsleiter im Umweltministerium dem Bauausschuss des Kreises und interessierten Bürgern in Gettorf zwei Stunden Rede und Antwort zum Thema Ölförderung in Schwedeneck standen.

Für Amtsdirektor Matthias Meins keine guten Nachrichten. "Drei Kesselwagen pro Tag am Umschlagplatz", meinte er aufgebracht. "Wir sind ohnehin schon stark gebeutelt mit dem Kanalausbau und der Suche nach Eignungsflächen für die Windenergie. Und jetzt das. Hier sitzen viele Bürgermeister und Kommunalpolitiker. Das wird noch Diskussionen geben", prophezeite er.

Noch sei die Pipeline nicht bewilligt, die Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern stünden noch aus, sagte Oppermann. Weder die Pipelinetrasse noch der Standort des Bohrplatzes an der Küste stünden fest. "Deswegen können wir heute noch keine genauen Angaben dazu machen." Aufgenommen wurde der vom Kreistagsabgeordneten Tim Albrecht (CDU) eingebrachte Vorschlag, zum Abtransport des Öls alternativ die stillgelegte Bahnstrecke bei Felmerholz zum Seehafen Kiel zu nutzen. "Das würde Gettorf erheblich entlasten", meinte er. Oppermann versicherte, die von zahlreichen Bürgern vorgebrachten Befürchtungen vor Eingriffen in Natur und Landschaft mit negativen Auswirkungen auch auf den Tourismus bei den Planungen für den Bohrplatz und die Pipelinetrasse zu berücksichtigen. "Wir wollen ja hier Nachbarn sein", sagte er. "Und das über Jahrzehnte."

400 000 Tonnen Öl werden im Feld Schwedeneck-See vermutet. Beim derzeitigen Ölpreis ein lohnendes Geschäft für die Firma, die ihre hohen Sicherheits- und Umweltstandards betont und ihr Bestreben nach frühzeitigem und kontinuierlichem Dialog mit den betroffenen Gemeinden und Bürgern. Am 15. März hat RWE Dea die Bewilligung erhalten, zunächst vier Jahre im Feld Schwedeneck-See zu bohren. Das Feld soll vom Land aus über zwei Bohrungen horizontal in etwa zweieinhalb Kilometer Tiefe erschlossen werden. Fracking oder die Injektion von CO2 schließt die Firma dabei ausdrücklich aus. Die Betriebspläne müssen jedoch noch vom Bergbauamt genehmigt werden. Mit dem Beginn der Ölförderung ist in etwa drei Jahren zu rechnen.

Reimer Tank (CDU), Vorsitzender des Kreisbauausschusses, dankte für die Auskünfte. "Wir haben ja nur das Recht der Stellungnahme", fasste er zusammen. "Wir hoffen, dass wir zu einer einvernehmlichen Lösung kommen."

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erstellt am 03.Aug.2013 | 05:59 Uhr

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