Interview : Ode ans Leben und WM-Song zugleich

Bei allerschönstem Kieler-Woche-Wetter performte der charismatische Sänger neben seinen Hits „Nur in meinem Kopf“ und „Hey“ auch den WM-Song „Auf uns“
Bei allerschönstem Kieler-Woche-Wetter performte der charismatische Sänger neben seinen Hits „Nur in meinem Kopf“ und „Hey“ auch den WM-Song „Auf uns“

„Menschen und Geschichten inspirieren mich am meisten“ – EZ-Jugendredakteurin im Interview mit Andreas Bourani auf der Kieler Woche

shz.de von
26. Juni 2014, 04:50 Uhr

Wenn er auf die Bühne kommt, dann geht das Kreischen der Mädchen los. Mädchenschwarm und Gefühlssänger Andreas Bourani war der Eröffnungsact der Kieler Woche 2014.

Mit seinem neuen Album „Hey“ stellte er nicht nur neue, noch unbekannte Songs, vor, sondern animierte die Zuschauer auch zum Mitsingen zu bekannten Liedern wie „Nur in meinem Kopf“ (2011) oder dem jetzigen ARD WM-Song „Auf uns“. Vor dem Konzert nutzte Jugendredakteurin Finja Carlson die Chance, dem erfolgreichen Künstler einige ausgewählte Fragen zu stellen.

War die Fußballweltmeisterschaft 2014 in Brasilien Anlass den Song „Auf uns“ zu schreiben?
Nein, eigentlich sollte es ein Song an meine Freunde sein bzw. eine Ode ans Leben oder die Freundschaft. Mein Ziel war es, einen Song zu schreiben, der positive Energie versprüht und motivierend ist. Dass es jetzt mit der WM einhergeht, das haben wir so nicht geplant.

Woher schöpfst du die Inspiration deiner tiefgehenden Texte?
Mich inspirieren Menschen und ihre Geschichten am meisten. Ich ziehe mich aber auch gerne mal zurück oder gehe in der Natur spazieren. Meistens denke ich dann darüber nach, welche Dinge mich selbst bewegen und überlege dann, wie sich das in einen Song einpacken lässt.

Hast du ein Lieblingslied auf deinem neuen Album?
Da gibt es leider keins. Ich habe diese dreizehn Stücke auch so geschrieben habe, dass da nicht eins zum Favoriten wird. Da habe ich schon den Anspruch, die Lieder zeitlos zu gestalten. Das ist so ein bisschen, wie bei der Frage nach dem Lieblingskind.

Was sind die drei wichtigsten Dinge in deinem Leben, die du nicht aufgeben möchtest?
Das sind meine Freunde und Familie, meine Vorstellungskraft und natürlich Gesundheit.

Wann kam der Zeitpunkt, ab dem du dachtest, dass der Erfolg kommen wird?
Dazu muss man ja erst mal definieren, was Erfolg für einen selber wirklich bedeutet. Ich hab immer das machbare Ziel gehabt, eine CD zu veröffentlichen. Ob dann der Erfolg kommt, ist nicht planbar. Ein Aha-Moment war, als ich zum ersten Mal „Nur in meinem Kopf“ im Radio gehört habe. Ab da wusste ich, dass was anders ist als die Jahre davor, in denen ich keinen Erfolg hatte. Aber erfolgreich werden, heißt noch lange nicht, auch erfolgreich zu bleiben.

Wenn du nochmal zurückschaust, würdest du etwas in deinem Leben anders machen?
Das ist schwierig zu sagen, weil man ja auch aus Fehlern lernt. Es ist ja auch gerade wichtig, über negative Erlebnisse zu reflektieren und zu überlegen, was man besser machen kann.
Das einzige was vielleicht nicht so clever von mir war, ist der Schulabbruch.

Was sind deine Pläne für die Zukunft und gibt es Künstler, mit denen du mal zusammenarbeiten würdest?
Mein Wunsch ist es, vier oder fünf Alben zu machen und sagen zu können, dass ich damit einen Teil meines Lebens festgehalten habe. Zusammenarbeiten würde ich gern irgendwann mal mit einem HipHopper wie z.B. Prinz Pi, Casper oder Materia. Ich finde es immer gut, wenn man ein Feature macht, das konträr aus einer anderen Musikrichtung kommt

Hast du Ratschläge für Nachwuchskünstler, die in das Musikbusiness einsteigen möchten?
Man sollte sich Zeit lassen mit dem was man wirklich machen und ausdrücken möchte. Es ist wichtig, mit einer Message auf die Bühne zu gehen und genau zu überlegen, „was will ich den Leuten sagen?“ . Immerhin ist man dann ein Leben lang damit unterwegs.

Und was ist deine Message?
Mir geht es hauptsächlich darum, Bewusstsein zu schaffen. Ich schreibe viele Songs, in denen es ins Detail geht – um die Vielfalt des Lebens, die unterschiedlichen Emotionen, die uns begleiten... hört euch die Platte an, dann werdet ihr es herausfinden, hoffe ich.

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