Wort zum Sonntag : Nur eins?!

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Gedanken zum einen Wort, das alles auf einen Nenner bringt.

shz.de von
31. August 2018, 18:19 Uhr

Eckernförde | „Und, was machst du heute noch so?“ – „Muss das Wort zum Sonntag schreiben.“ – „Das ist ja einfach.“- „Einfach, wie meinst du das denn?“- „Dann musst du doch nur noch ein Wort schreiben.“

Nur eins! Vielen fällt das nicht leicht, alles auf nur ein einziges Wort, auf einen Nenner zu bringen. Horst Hrubesch sagte am Ende seiner emotionalen Abschiedsrede beim HSV: „Ich sage nur ein Wort: Vielen Dank!“

Manchmal fallen mir beim Lesen in einem Buch mit unzähligen Wörtern nur ein paar ins Auge „Archiv der Klänge“ oder „mit unnennbarer Zärtlichkeit“.

Paulus mochte und gebrauchte gern drei Worte: „Allein aus Glauben“ oder „Glaube, Hoffnung, Liebe.“ Aber wenn es sein musste, er sich für nur eines entscheiden musste, dann konnte er das auch. Sein eines Wort wäre wohl „Liebe.“

Alles auf ein Wort fokussieren, komprimieren, konzentrieren – Dichter vermochten das. Rose Ausländer konnte Worte wunderbar verdichten: Eines ihrer Gedichte heißt:

Wort an Wort


Wir wohnen

Wort an Wort


Sag mir

dein liebstes

Freund

Meines heißt

DU

„Du meinst nur ein Wort?“ – „Ja, zum Beispiel ‚großartig‘ oder ‚regnerisch‘.“ – „Welches wäre denn dein Wort zum Sonntag?“ – „Kater.“

Welches wäre Ihr, Dein Wort zum Sonntag? – Tor. Ausschlafen. Segen.

Hmmm. Und meins? Mein Wort zu diesem Sonntag lautet – „hoffnungsvoll“ oder vielleicht noch besser, noch lieber: „hoffnungsfroh“.

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