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Eckernförder Zeitung

18. November 2017 | 07:44 Uhr

Dirty Coast : Nur die Harten kommen ins Ziel

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der erste „Dirty Coast“-Hindernislauf am Strand ist mit über 500 Teilnehmern auf großes Interesse gestoßen.

Eckernförde | „Sand fressen!“ Mehr muss man nicht sagen, wenn es gilt, das Erlebte mit wenigen Worten zu beschreiben. „Dirty Coast“ hieß die Veranstaltung, die am Sonnabend rund 500 Teilnehmer aus ganz Schleswig-Holstein an den Südstrand lockte, um über Hindernisse, durchs Wasser und durch weichen Sandstrand zu rennen und dabei die eigenen Grenzen an Kraft, Mut, Geschicklichkeit und Ausdauer auszutesten. Es war die zweite Veranstaltung ihrer Art im Norden, die sich zunehmender Beliebtheit erfreut.

„Radrennen, Marathons oder Staffelläufe gab es schon länger, wir hatten etwas Neues gesucht, das auch am Wasser passiert“, berichtet Jan Wilms, Hauptverantwortlicher des 80-köpfigen Organisation- und Helferteams. Zwei Parcours, je 8 und 14 Kilometer lang, mit Hindernissen zum Überklettern, bodennahem Kriechen und Sprüngen, das Ganze gepaart mit kaltem Wasser erinnert nicht zufällig an den Härtetest der amerikanischen Marines. Etwa 750 Transportpaletten wurden zu Sprungtürmen, Wasserbecken und Kriechlabyrinthen verbaut, auch fehlte es nicht an Unmengen von Autoreifen, um es den Teilnehmern, zu gleichen Teilen aus Männern und Frauen bestehend, schwer zu machen.

„Bis jetzt macht es noch richtig Spaß“, sagte Melissa Sellmer, allerdings hatte sie auch noch 15 weitere Hindernisse vor sich. Galt es zum einen durch einen verzweigten Tunnel, der von einer Nebelmaschine verraucht wurde, zu kriechen, stellte das Überqueren des Goosseeauslaufs mittels einer von zwei Treckern gehaltenen Seilbrücke den ersten Kraftakt dar. Unter Gitterrosten hindurchkriechen, bis der Sand auch die letzten Körperstellen erreicht, war eher noch einfach.

Überwindung kostete dann für den einen oder anderen der Sprung vom Palettenstapel in ein knapp ein Meter tiefes Folienbecken, dessen Grund nicht zu sehen war. Vollständig durchnässt galt es dann, durch den weichen Strandsand dem Parcours zu folgen, bei dem unter anderem auch eine mehrere Meter lange Gitterfläche zu unterwinden war, die nur knapp 10 Zentimeter über der Wasseroberfläche im Flachwasser der Ostsee aufgestellt war. Weiter ging es für die körperlich erhitzten Teilnehmer mit einem Sprung vom Schwimmsteg des Jaichhafens in das 11 Grad warmes Ostseewasser, um zur übernächsten Molenleiter zu schwimmen und wieder hinauszuklettern. Von den bisherigen Strapazen geschwächt, stellte die drei Meter hohe Halfpipe im Kurpark, die es mit Anlauf zu überwinden galt, die wohl schwierigste Herausforderung für die Athleten dar, deren jüngster Teilnehmer 17 Jahre alt war, während der älteste Teilnehmer mit 62 Jahren aus Bayern stammt.

„Vieles von dem was aufgebaut wurde, haben wir selbst entwickelt und auch bei uns in der Firma zunächst getestet“, beschreibt Techniker Jan Willenbrecht die Entstehung der Hindernisse, die schon im vergangenen August in Falckenstein bei der ersten Veranstaltung dieser Art mit 350 Teilnehmern Premiere hatte. „Mehr als die doppelte Teilnehmerzahl wäre für Eckernförde zustande gekommen, hätten wir nicht auf rund 500 Sportler begrenzt“, bestätigte Wilms das Interesse an der Veranstaltung, die gut 500 Zuschauer an den Südstrand lockte und auch am Kurstrand bei vielen Spaziergängern Interesse fand. Da es nicht um Bestzeit, sondern um Teamgeist mit gemeinsamem Durchkommen ging, gab es am Ende Sachpreise sowie Friseur- und Strandkorbgutscheine, die ebenso wie die Luminox-Armbanduhr im Wert von 450 Euro über die Starternummer wie bei einer Tombola ausgelost wurden. Über Letztere durfte sich Hauke Jess (49) aus Barkelsby freuen. Und auch, wenn es nicht um die Bestzeit ging: Als Erster ging nach einer Stunde und 15 Minuten Tobias Möller (26) durchs Ziel.


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