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Klärwerk Revkuhl in Damp : Nur der Regen stört den Zeitplan

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Arbeiten im Klärwerk Revkuhl laufen auf Hochtouren. Die Inbetriebnahme der neuen Anlage ist weiterhin für Mitte Dezember geplant.

shz.de von
erstellt am 20.Okt.2017 | 06:13 Uhr

Damp | Die Fortschritte an der Kläranlage Revkuhl sind unübersehbar. Seit Mitte August sind die beiden Reaktorbehälter und der Schlammspeicher fertig (wir berichteten), und auch in den vergangenen zwei Monaten hat sich rund um die kreisrunden Herzstücke der Kläranlage wieder einiges getan. Das neue Nebengebäude ist mittlerweile fertig, das Betriebsgebäude wurde entkernt und saniert. Im Umkreis der drei Behälter werden derzeit die Erdarbeiten durchgeführt und ein Störfall-Becken eingerichtet. Gestern wurde zudem die Maschinentechnik in die Reaktorbehälter befördert und dort montiert. Rainer Lange ist zufrieden. „Noch liegen wir im Zeitplan. Der Betrieb soll weiterhin Mitte Dezember starten“, sagt der Betriebsleiter der Anlage.

Für kleine Verzögerungen haben lediglich die starken Regenfälle der vergangenen Wochen gesorgt. „An manchen Tagen mussten wir die Arbeiten abbrechen, weil das Wasser einen halben Meter hoch im Gelände stand“, erzählt Lange. Keinerlei Probleme habe es hingegen mit den Gewerken gegeben, die Arbeitsabläufe seien vom Ingenieurbüro Enwacon gut koordiniert. „Alle arbeiten Hand in Hand“, so der Betriebsleiter.

Er beobachtete gestern interessiert, wie ein Kran die Maschinentechnik in die beiden SBR (sequenziell beschickte Reaktoren) hievte, in denen die biologische Reinigung und die Nachklärung des Abwassers zusammengefasst sind. Bei der Technik handelt es sich um Schlamm-Pumpen, Rührwerke und die Dekanter. „Ein Dekanter schwimmt auf dem Wasser und zieht das gereinigte Wasser ab“, erklärt Rainer Lange. Die Rührwerke sind dafür zuständig, das Abwasser mit dem Belebtschlamm zu durchmischen. „Das nennt man homogenisieren. Nur so können die Bakterien ihre Arbeit machen.“ Damit die Bakterien in den SBR überleben, müssen sie mit Luft versorgt werden. Die Luftversorgung erfolgt mit Hilfe eines Gebläses, das ebenso wie die Elektronik und die Werkstatt im neuen Nebengebäude untergebracht ist.

Von innen nicht wiederzuerkennen ist das Betriebsgebäude, in dem Ende September die Anlage für die Vorreinigung des Abwassers montiert und in Betrieb genommen wurde. In dieser Anlage kommt das Schmutzwasser an. Eine Siebtrommel filtert die Grobstoffe aus dem Abwasser und ein belüfteter Sandfang fischt den Sand heraus. „Dieser ist für die neue Anlage Gift – anders als für die jetzige Anlage“, betont Lange. Das sandfreie Wasser, das momentan noch in die Teichklärung geleitet wird, ist also bereits für die SBR-Anlage geeignet. „Es erfüllt alle Kriterien dafür“, so der Betriebsleiter.

Er hofft, dass in 14 Tagen die Erdarbeiten abgeschlossen sind. Derzeit wird noch an den Verbindungsleitungen zwischen dem Nebengebäude und den Behältern sowie den Zu- und Ablaufschächten gearbeitet. Auch das neue Störfall-Becken befindet sich noch in der Entstehung. „Da kann das Wasser im Falle einer Störung ungereinigt zwischengelagert werden“, erklärt Lange. Läuft alles nach Plan, kann ab Mitte Dezember Abwasser mit deutlich verbesserten Reinigungswerten aus der neuen Anlage ablaufen.

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