Wechsel : Notruf aus der Bischofskanzlei

Vorübergehender Wechsel: für die Zeit der Abordnung von Pastor Thomas Heik (l.) in die Bischofskanzlei Schleswig konnte Propst Sönke Funck Pastorin Teelke Wischtukat, hier mit Sohn Henry, für die Gemeinde Osdorf-Felm-Lindhöft gewinnen.
Vorübergehender Wechsel: für die Zeit der Abordnung von Pastor Thomas Heik (l.) in die Bischofskanzlei Schleswig konnte Propst Sönke Funck Pastorin Teelke Wischtukat, hier mit Sohn Henry, für die Gemeinde Osdorf-Felm-Lindhöft gewinnen.

Pastor Thomas Heik für neun Monate nach Schleswig abberufen / Kollegin Teelke Wischtukat vertritt in Osdorf

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25. Juni 2014, 06:00 Uhr

Eine schlechte, aber auch eine gute Nachricht hatte Propst Sönke Funck gestern Abend dem Kirchengemeinderat zu verkünden. Ab September müssen die 2100 Gläubigen aus Osdorf, Felm und Lindhöft für neun Monate auf ihren Pastor verzichten – Thomas Heik wird vorübergehend als persönlicher Referent von Bischof Gothart Magaard nach Schleswig abberufen. Dafür werden die Menschen, denen die Vater-Unser-Kirche ein Mittelpunkt in ihrem Leben ist, jemanden Neues kennen lernen: Pastorin Teelke Wischtukat aus Kiel wird Heiks Aufgaben in Osdorf wahrnehmen.

Ein freudiger Umstand ist Auslöser für diese Personalkonstruktion, an der Propst Funck einige Zeit gearbeitet hat: die persönliche Referentin des Bischofs bekommt ein Kind. Weil Magaard mit den Sprengeln Schleswig und Holstein für einen riesigen Bereich verantwortlich sei, brauche er einen Referenten, und das müsse jemand mit Berufserfahrung nicht nur im Pastorenamt, sondern auch in anderen Ebenen der Landeskirche sein, machte Funck deutlich. Die bringt Heik mit, war er doch vor seiner Pastorenstelle in Marne/Dithmarschen und seit 2008 Osdorf 15 Jahre in der Erwachsenenbildung beim Diakonischen Werk Schleswig-Holstein sowie fünf Jahre als Geschäftsführer des Evangelischen Eckernfördeprogramms beim damaligen Kirchenkreis Eckernförde tätig.

Heik selbst fiel die Entscheidung nicht leicht. „Ich bin gern Gemeindepastor in Osdorf-Felm-Lindhöft“, sagt der 57-Jährige und hebt die „sehr lebendige Gemeindearbeit“ hervor. Mit Blick auf die personelle Notlage in der Bischofskanzlei in Schleswig und die Tatsache, dass seine Familie in ihrer gewohnten Umgebung bleiben wird, könne er es sich vorstellen, für einen begrenzten Zeitraum zu helfen, sagte Heik. Er sei gespannt auf die Aufgaben, die ihn erwarteten und die so ganz anders seien, als die eines Pastors.

Die kennt Teelke Wischtukat und liebt an ihnen, immer wieder andere Menschen kennen zu lernen, erklärt die 34-Jährige. Sie war zuletzt in Burg auf Fehmarn aktiv, von wo aus sie sich in die Elternzeit verabschiedete – wohl wissend, dass sie nicht zurückkehren würde, weil ihr Mann beruflich an Kiel gebunden ist. Ihr Sohn Henry ist mittlerweile anderthalb, und Wischtukat suchte nach einer geeigneten Stelle für den Wiedereinstieg. Die hat sie nun in Osdorf gefunden. Sie freut sich auf die Gemeinde und ihre Menschen und möchte für sie die Arbeit ihres Kollegen fortführen – „damit er hier hinterher wieder gut einsteigen kann“, sagt die Pastorin. Von all den Aktionen, für die Heik bekannt ist, hat sie schon gehört. „Ich bin offen für Gottesdienste an anderen Orten, sei es im Stall oder am Strand“, so Wischtukat weiter. Propst Funck ist sicher, mit ihr eine qualifizierte Vertretung gefunden zu haben, die die Pfarrstelle auf dem Dorf ausfüllen kann.

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