Kreativkurs : Nostalgische Mode flott präsentiert

Selbstbewusst präsentierten die Schülerinnen die Mode ihrer Eltern.
Selbstbewusst präsentierten die Schülerinnen die Mode ihrer Eltern.

Achtklässler der Grund- und Gemeinschaftsschule trugen mit viel Spaß die Outfits der 50er- bis 70er-Jahre.

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30. April 2013, 08:35 Uhr

Eckernförde | Die Entwicklung der Mode in den letzten sechs Jahrzehnten hat es den Achtklässlern der Grund- und Gemeinschaftsschule Nord angetan. Zusammen mit ihrer Lehrerin Julia Stamer-Neumann haben sie in dem kreativen Kurs "Gestalten" innerhalb dieses Schuljahres herausgearbeitet, welche Bedeutung so ein Outfit für die Menschen eigentlich darstellt, wo die Anfänge der modernen Modewellen liegen und welchen dieser Trends seit Mitte des letzten Jahrhunderts Menschen weltweit folgen. Am vergangenen Freitag zeigten die Schüler im Rahmen einer Modenschau vor rund 50 begeisterten Zuschauern die originellen Ergebnisse ihres Wahlpflichtkurses.

Petticoats und Miniröcke, Glitzersakkos und Schlaghosen - die antiautoritären Sechziger und die wilden Siebziger fanden an diesem Nachmittag besonderen Anklang. Was Mama und Papa einst selbst trugen, stand dem Nachwuchs, der sich auf den improvisierten Laufsteg traute, auch sehr gut. Mit dem passenden Soundtrack von Abba, Paul Anka und anderen Größen ihrer Zeit zeigten die 19 Schüler, was das stimmige Disco-Outfit ausmachte, aber auch "Flower Power" sowie wie die einerseits zugeknöpften, andererseits erstmals polarisierenden Modeerscheinungen der 1950er-Jahre wurden nicht ausgelassen.

In Kurzreferaten wurde zum Beispiel Modeschöpfer Christian Dior (1905 - 1957) vorgestellt. Als "fraulich, romantisch" wurden seine Kleider Ende der 40er-Jahre von der Damenwelt vergöttert und trotz aller Biederkeit in Zeiten der aufkommenden Emanzipation gern zur Schau getragen.

Auch der Vietnamkrieg wurde in der Modewelt reflektiert. Man begegnete ihm auf der einen Seite mit selbstgemachten Batik-T-Shirts und -hosen sowie durchsichtigen Bikinis in der "Flower Power"-Bewegung, auf der anderen Seite mit unbedingtem Patriotismus beim Tragen des Military-Looks, der sich an der Armee-Bekleidung orientiert. Kunterbunt und ausgesprochen ausgefallen zeigten sich die Achtklässler bei ihren Schuhkreationen. "Wenn mein Schuh Flügel hätte…", so der Titel des Projektes, der umgestaltete alte Treter in abstrakte Kleinkunstwerke verwandelte - mit Flügeln oder Wölkchen, in jedem Fall bereit, abzuheben. Auch selbstgestaltete Handtaschen aus Recyclingmaterial wie Plastikgras oder Blumen durften auf dem Catwalk nicht fehlen.

"Wie weit geht gestalten?", fragte Deutsch- und Kunstlehrerin Julia Stamer-Neumann zu Beginn des neu eingeführten Kurses. Mit dem Resultat ist sie zufrieden: "Die Schüler hatten gute Einfälle, haben ein bisschen experimentiert und sich toll eingebracht."

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