International : Norbert Weber sammelt Kunst für Riga

Die „Brücke über das Meer“: So sieht das Eckernförder Gegenstück in Riga aus, das noch auf seinen Zusammenbau wartet. Zurzeit werden die Einzelteile aus Holz im Depot der Nationalbibliothek aufbewahrt.
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Die „Brücke über das Meer“: So sieht das Eckernförder Gegenstück in Riga aus, das noch auf seinen Zusammenbau wartet. Zurzeit werden die Einzelteile aus Holz im Depot der Nationalbibliothek aufbewahrt.

Der Eckernförder Galerist und Kurator stellt als Mitglied eines staatlichen Komitees in Lettland die Kunstsammlung für das neue Museum für zeitgenössische Kunst zusammen. Dazu gehört auch die „Brücke über das Meer“.

shz.de von
17. Dezember 2014, 06:21 Uhr

Einige Jahre wird die orangefarbene Installation „Brücke über das Meer“ am Strand noch warten müssen – dann wird ihr Gegenstück in Riga aufgebaut, und zwar an exponierter Stelle vor dem neu entstehenden Museum für zeitgenössische Kunst. Für Galerist und Kurator Norbert Weber (Galerie Nemo) aus Eckernförde ist das eine besondere Freude: Er ist in dem staatlich bestellten Gremium, das seit 2005 die Sammlung für das Museum aufbaut. Dafür steht den zehn Gremiumsmitgliedern aus Lettland, Finnland, Litauen, Russland und Deutschland seither ein jährlicher Betrag in Höhe von 140  000 Euro zur Verfügung. Bislang umfasst die Sammlung 204 Gemälde, Fotografien, Installationen, Medienkunstwerke, Grafiken und Skulpturen von 31 Künstlern.

Das Geld wird von der Stiftung der lettischen ABLV-Bank zur Verfügung gestellt. Und jetzt, wo die Sammlung nahezu komplett ist, soll auch das passende Museum dafür gebaut werden. 30 Millionen Euro stehen dafür bereit. Sie stammen von der ABLV-Stiftung und der Stiftung eines Mäzenen-Ehepaars. „Endlich sammeln wir nicht nur für den Keller, sondern für das Museum“, sagt Norbert Weber zufrieden. Er ist als Experte und Gremiumsmitglied ein zentrales Rad im Uhrwerk des neuen Museums in Riga. Es soll zentrumsnah in der Nähe des Jugendstilviertels gebaut werden. „Ich rechne mit fünf Jahren bis zur Fertigstellung“, so Norbert Weber.

Mit dem Museum soll auch endlich das Gegenstück zum Eckernförder Teil der „Brücke über das Meer“ aufgebaut werden. Die orangefarbene Installation am Strand auf Höhe des Stadthotels ist ein Symbol für die Völkerverständigung und Freundschaft zwischen Ost und West. Sie zeigt jeweils den Beginn einer Brücke zwischen Schleswig-Holstein und Lettland.

Ihre Geschichte begann in Finnland: Bei einer Ausstellung erreichte der Künstler Ojars Petersons mit dem Kunstwerk 1990 internationale Anerkennung. Der Eckernförder Galerist Norbert Weber holte schließlich einen Teil der Brücke nach Eckernförde. Zehn Jahre lang stand das Kunstwerk am Strand, bevor es im Jahr 2000 in einem Sturm zusammenbrach und 2001 wieder aufgebaut wurde. 2010 musste es wegen Baufälligkeit demontiert werden und wurde in diesem Jahr wieder aufgebaut (wir berichteten).

Das Pendant in Riga musste ebenfalls 2012 demontiert werden. Das Geld für einen neuen Brückenkopf war über die ABLV-Stiftung schnell zusammen, doch es war kein Platz für die große Installation zu finden. Der bisherige Standort wurde nämlich mittlerweile anders genutzt. Dann wurde die Idee geboren, das Gegenstück zum Eckernförder Kunstwerk vor dem neuen Museum aufzubauen, dessen Bauarbeiten nun ausgeschrieben werden. Die Einzelteile für den lettischen Brückenteil sind schon vor zwei Jahren gebaut worden und lagern seither im Depot der Nationalbibliothek.

Wann genau der Zwilling der Eckernförder Installation ihren Blick erwidern wird, steht noch nicht fest, aber etwas wird sie sich noch gedulden müssen.

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