Großes Interesse der Bürger : Nooröffnung wird immer greifbarer

Reges Interesse: Stadtplanerin Doreen Höhling-Schimann (Mitte) erläuert die Planung zur Nooröffnung am Modell.  Fotos: Kühl
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Reges Interesse: Stadtplanerin Doreen Höhling-Schimann (Mitte) erläuert die Planung zur Nooröffnung am Modell. Fotos: Kühl

Die Stadt und der Sanierungsträger BIG Städtebau haben das Großprojekt Binnen-Nooröffnung vorgestellt. Es gab ein großes Modell zu sehen sowie Schautafeln und Pläne. Die Bürger nutzten dieses Angebot weidlich.

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11. Mai 2015, 06:09 Uhr

Stadtverwaltung und Politik haben das vieldiskutierte Zukunftsprojekt Nooröffnung anlässlich des Tages der Städtebauförderung am vergangenen Sonnabend an Ort und Stelle mitten im Sanierungsgebiet zwischen Binnenhafen und Windebyer Noor der Öffentlichkeit vorgestellt. Mit dieser Veranstaltung haben die Planer und Entscheider offenbar den Nerv der Bevölkerung getroffen, denn bereits nach zwei der vier Stunden hatten sind rund 500 Interessierte die Pläne, Modelle und zusammengestellte Chronologie des wegweisenden städtebaulichen Projekts angesehen und das Gespräch mit den Projektverantwortlichen gesucht. Wenngleich es auch die eine oder kritische Frage und Stimme gab, war allseits großes Lob für diese Art der transparenten und informativen Vorstellung zu hören. Selbst Vertreter der Bürgerinitiative „Bauen in Eckernförde“, die das Projekt bekanntermaßen sehr kritisch begleitet und beharrlich um Alternativen und eine stärkere Bürgerbeteiligung kämpft, zeigten sich angetan von dem Auftritt der Stadt.

Das Bauamt hatte unter Leitung der Organisatorin, Stadtplanerin Doreen Höhling-Schimann, ein großes Info-Zelt mit ausgehängten Plänen, dem großen Modell und Flyer aufgebaut, in dem die Bürger die Gelegenheit nutzten, sich eingehend zu informieren und das Gespräch mit den Planer und Politiker zu suchen. Nebenan war die geplante Nooröffnung blau ausgekreidet, so dass sich jeder eine Vorstellung von den Dimensionen der künftigen Wasserfläche machen konnte. Die Fläche beträgt grob geschätzt 30 mal 150 Meter und umfasst auch den Aldi-Markt. Es besteht zwar ein laufender Fünf-Jahres- Pachtvertrag, nach Sanierungsrecht kann der aber jederzeit gekündigt werden. Darüber hinaus war das Bauamt mit ihren Mitarbeitern und vielen Information zu zahlreichen anderen Projekten in der Innenstadt in drei weiteren Zelten sozusagen auf dem anderen Ufer der künftigen Nooröffnung präsent. Es gab Getränke, Schnittchen und Musik vom Spielmannszug Osdorf.

Wer wollte, konnte viel erfahren. Nach der Eröffnung der Veranstaltung bei regnerischem Wetter durch Bürgermeister Jörg Sibbel, in der er das Projekt Nooröffnung noch einmal im Gesamtzusammenhang verortete und auf die weiteren Erfolge der Städtebauförderung in Eckernförde wie Frau-Clara-Straße oder, Langebrückstraße verwies, begann die Detailarbeit an den Info-Ständen und am großen Innenstadt- und Hafenmodell. Das Informationsbedürfnis war sehr groß, trotz diverses öffentlicher Sitzungen zu diesem Thema. Es zeigte sich, dass wichtige Themen wie die Nooröffnung durchaus einer gezielten öffentlichen Präsenz bedürfen und es sich lohnt, lieber einmal mehr als zuwenig in die Offensive zu gehen. Sowohl die Leiterin der interfraktionellen Arbeitsgruppe zur Nooröffnung, Katharina Heldt (CDU), als auch die Projektleiterin des Sanierungsträgers BIG Städtebau, Alexandra Dahmen, zeigten sich angetan von der Resonanz und dem Verlauf der Veranstaltung.

Der siegreiche Planungsentwurf des Büros Petersen, Pörksen und Partner ist inzwischen von der aktuellen Entwicklung überholt und verändert worden. Auch am Sonnabend wurden auch die Knackpunkte – Bebauung Gaehtjestraße und Investorenwettbewerb – offen angesprochen. In der Gaehtjestraße dürfte es zwar eine Bebauung geben, aber vermutlich in abgespeckter und begrenzter Form (zwei Geschosse plus Satteldach) und mit Sichtachsen zum Hafen. Zum anderen schreckte offenbar den einen oder anderen der Begriff „Investor“, sagte Alexandra Dahmen . Diejenigen jedoch, die zum Zuge kommen werden, bekämen klare Vorgaben, die derzeit politisch diskutiert und bis zur Sommerpause verabschiedet werden sollen. Nach der Sommerpause solle dann der Wettbewerb ausgeschrieben werden, so dass Ende des Jahres die Ergebnisse auf dem Tisch liegen könnten. „Es ist noch vieles offen“, sagte Alexandra Dahmen, aber es sortiert sich langsam, nach und nach dürften die Konturen sichtbarer werden. Derzeit gebe es in der interfraktionellen Arbeitsgruppe, die von der Ratsversammlung zur Vorbereitung des Investorenwettbewerbs eingesetzt worden ist, „keine totalen Widersprüche“, so Dahmen. Das Gespräch mit der Eigentümerfamilie Ohrt über die anstehende Gestaltung und Nutzung steht allerdings noch aus. Sie verfügt nach Auskunft von Klaus Ohrt über 4000 Quadratmeter Grundstücksfläche (von rund 9000) und hat somit ein gewichtiges Wort mitzureden.

„Die meisten Bürger finden es toll, das aus der alten Brachfläche etwas Schönes werden soll“, trat Stadtplanerin Doreen Höhling-Schimann dem möglichen Eindruck entgegen, viele Bürger hätten massive Vorbehalte gegen die Nooröffnung. Dem sei nicht so. Das Projekt sei gut angelaufen. Sobald der Parkhaus an der Noorstraße fertig ist, werde das Parkdeck Aldi abgerissen. Der Markant-Markt werde in Kürze abgerissen, mit Aldi müsse gesprochen werden. Das westliche Nooröffnungsufer solle naturnah als „weiche Kante“ gestaltet werden, das östliche Ufer als neue Stadtkante mit Wohnbebauung. Es wäre sinnvoll, vor dem Bau der Häuser die Wasserfläche anzulegen, sagte Höhling-Schimann. Für die Bebauung an der Noorstraße werde noch ein Investor gesucht, dort könnte beispielsweise eine Indoorhalle entstehen. Geplant sei, dass Spaziergänger vom Steindamm aus sowohl den Binnenhafen als auch die neue Nooröffnung zu Fuß umrunden können. Vom Pferdemarkt ausgehend sei zudem ein Rad- und Gehweg entlang der Bahnlinie über eine Noorstraßenbrücke bis zum Schulweg / Bahnhof geplant, ohne dass dabei eine Straße gekreuzt werden muss. Nach grober Schätzung könnte mit dem Hochbau im Jahr 2017 begonnen werden.

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