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Eckernförder Zeitung

16. August 2017 | 15:40 Uhr

Noldes Garten in voller Blüte

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

In diesem schönen Sommer zieht es die meisten Menschen hinaus in die herrliche Natur. Ausflugsziele sind oft die „offenen Gärten“, Herrenhäuser und Museen, die mit neuen Ausstellungen, musikalischen Veranstaltungen und vielen anderen Angeboten zum besichtigen und erleben einladen.

Auch wir nutzten einen warmen Sonntag zum Ausflug. Ziel war Seebüll, das Nolde-Museum. Diese Jahreszeit bot sich besonders an, weil der Garten in voller Blüte stand. Ada und Emil Nolde hatten eine Vorliebe für eine naturgemäße Bepflanzung. Vom Frühling bis in den späten Herbst hinein wechselt der Garten seine volle Blütenpracht. Nolde schöpfte immer wieder neue Anregungen für seine vielen ausdrucksstarken Blumenbilder aus seinem k,leinen Paradies. Harte Arbeit stand am Beginn der Gartengestaltung, denn der Boden musste ausgetauscht und stabile Hecken als Windschutz gepflanzt werden. So schuf er für viele Freunde und Besucher dieses Anwesen, das als Natur-Idyll bestaunt wird.

Die Emil Nolde-Stiftung sorgt akribisch dafür, dass die Gebäude, Räume, Außenanlagen und Ausstellungen im Sinne Noldes erhalten, gepflegt und für das interessierte Publikum mit wechselnden Ausstellungen zugänglich bleiben. Der einstige Arbeitsraum Noldes wurde nach seinem Tod für religiöse Bilder hergerichtet. Dazu mussten die Nordfenster des Ateliers zugemauert werden, um hier das neunteilige Werk „Das Leben Christi“ (1911/12) zeigen zu können. Nolde sah in seinen biblischen „Legendenbildern“ einen Höhepunkt seines Schaffens.

Emil Nolde war bereits 60 Jahre alt, als er zum ersten Mal in seinem Leben ein richtiges Atelier und eine angemessene Werkstatt beziehen konnte. Vorher war er ständig unterwegs, malte in verschiedenen Orten und führte mit seiner Frau Ada ein karges und sehr bescheidenes Leben. In der Nazi-Zeit wurde ihm ein Malverbot auferlegt. Dadurch empfand er die Erfüllung seines Lebenstraums wie in einem Gefängnis vereinsamt und verschlossen.

Die leuchtenden, lebendigen Farben seiner Bilder sowie die starke Ausdruckskraft der dargestellten Personen lassen die Besucher oft staunend vor Noldes Werken stehen und sicher auch gedanklich seinen schweren Lebensweg nachvollziehen.


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erstellt am 01.Sep.2014 | 18:07 Uhr

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