zur Navigation springen
Eckernförder Zeitung

23. August 2017 | 20:04 Uhr

Standpunkt : Noch viel Kopfarbeit nötig

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Es hört sich wagemutig an: Runter vom Radweg, rauf auf die Straße. Ist es auch in den Köpfen vieler Radfahrer. Aber keine Angst: Kein Radler wird morgen von Verkehrspolizisten vom Radweg gezerrt. Solange die Straßen baulich nicht verändert werden, bleiben die Radwege Verkehrsfläche Nummer eins für die Drahtesel. Aber irgendwann wird es soweit sein, dass die ersten Straßen umgebaut werden und die Radwege dort verschwinden. Nicht auf den Hauptverkehrsadern mit mehr als 20 000 Kfz/Tag wie etwa in der Gaehtjestraße, aber auf den allermeisten anderen Straßen schon.

Was vorher passieren muss, sind Aufklärung und Schulung nicht nur für die Radfahrer, sondern auch für die Autofahrer. Sie sind besonders gefordert, weil dann die ungeschützten Radler direkt neben ihnen fahren. Wo bei einer Unachtsamkeit bislang nur das Hochbord des Radwegs die Felge zerlegt, haben Fahrfehler künftig unter Umständen lebensbedrohliche Folgen. Das muss man wissen. Nach den Erkenntnissen derjenigen, die sich damit beruflich befassen, ist das Radfahren auf der Fahrbahn aber ungefährlicher als die Kollisionen, die sich ergeben, wenn zuvor getrennt geführte Radler und Autofahrer an Einmündungen und Kreuzungen aufeinandertreffen. Ein Phänomen, was übrigens täglich auch zigfach in Eckernförde zu erleben ist: Radfahrer schimpfen auf ignorante Autofahrer, die gnadenlos noch bei Rot über die Ampel jagen, während Fußgänger und Radfahrer schon Grün haben oder mit Tunnelblick beim Abbiegen regelmäßig kreuzende Radler übersehen; Autofahrer ärgern sich über rotzfreche Radfahrer oder solche, die meinen, sie hätten allein deshalb Vorfahrt, weil sie ohne Benzin oder Diesel unterwegs sind.

Im Moment hilft nur der Glaube an das richtige Konzept, fast wie in der Kirche. Die Ratsmitglieder sind alle gläubig und vertrauen auf die Arbeit der Experten und das Gute im Autofahrer und Radfahrer. Wenn alle etwas rücksichtsvoller fahren und bereit sind, hinterm Steuer oder am Lenkrad „abzurüsten“,werden auch Radfahrstreifen auf der Fahrbahn funktionieren.

zur Startseite

von
erstellt am 05.Nov.2014 | 06:49 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen