Tankstellenraub : Noch kein Urteil im Räuberprozess

Noch ist kein Urteil gefallen im zweiten Tankstellenprozess. Ende Januar geht es weiter.
Noch ist kein Urteil gefallen im zweiten Tankstellenprozess. Ende Januar geht es weiter.

Sieben Zeugen sagen aus am zweiten Verhandlungstag des zweiten Tankstellenräuberprozesses. Mehr Zeugen sind erforderlich – die Verhandlung wurde erneut vertagt.

shz.de von
08. Januar 2015, 05:37 Uhr

Vier junge Männer haben im Oktober innerhalb von 27 Stunden drei bewaffnete Raubüberfälle auf Tankstellen in Eckernförde und Thumby begangen und Geld und Zigaretten erbeutet. Der erste Täter wurde nach dem Jugendstrafrecht zu einer Vorbewährung verurteilt (siehe EZ vom 12. Dezember 2014), der zweite (19) hatte gestern seinen zweiten Verhandlungstag am Eckernförder Jugendschöffengericht. Zu einem Urteil kam es noch nicht.

Am ersten Verhandlungstag im Dezember hatte der 19-Jährige die Taten und das Vorgehen geschildert, jetzt sollte mit Hilfe von mehreren Zeugen geklärt werden, wer die treibende Kraft bei den Überfällen war. Zwar hat sich der Angeklagte nie selbst mit der Waffe in der Hand an einem der Überfälle beteiligt, doch fuhr er stets das Fluchtauto und stellte zwei Druckgaspistolen zur Verfügung. Nach Aussagen des schon verurteilten Täters soll er die treibende Kraft gewesen sein und Druck auf die Mittäter ausgeübt haben. Der Angeklagte selbst sah sich als „Auslöser“ für die Taten: Die Idee zum ersten Überfall stamme von ihm, doch schon beim zweiten Überfall habe er ein schlechtes Gewissen bekommen.

Die insgesamt sieben Zeugen brachten gestern nur teilweise Klarheit: Der dritte Täter (24) sitzt zurzeit in Untersuchungshaft. Sein Fall soll vor dem Landgericht Kiel verhandelt werden. Er nahm von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch und sagte nicht aus.

Der vierte Täter (19) jedoch, dessen Fall demnächst ebenfalls am Eckernförder Jugendschöffengericht verhandelt wird, erzählte, dass sich der Angeklagte bei der Planung eher zurückgehalten habe. Mehr eingebracht habe sich der schon Verurteilte.

Auch der Cousin (23) des Angeklagten, bei dem die geraubten Zigaretten versteckt worden waren, konnte nur wenig zur Klärung beitragen. Seine Freundin (17) allerdings wusste, dass der Angeklagte schon vor dem Überfall davon gesprochen habe, eine Tankstelle überfallen zu wollen. Das bestätigten zwei Freunde (23 und 19).

Der Verteidigung genügte das nicht, um sich ein Bild zu machen und wollte noch einmal den schon Verurteilten befragen, der als treibende Kraft ebenfalls in Frage kommt. Deshalb wurde ein neuer Termin in drei Wochen angesetzt, zu dem der 18-Jährige erscheinen soll.

Daneben sollen noch 14 weitere Zeugen geladen werden, denn neben der Überfallserie hat sich der Angeklagte für weitere Taten zu verantworten: Zwei Männern schlug er bei Streitigkeiten mit einem Baseballschläger an den Kopf (gefährliche Körperverletzung), bei der Polizeivernehmung schlug trat er die Beamten (Widerstand gegen die Staatsgewalt), und schließlich fand die Polizei auch noch einen Schlagring in seinem Auto (Verstoß gegen das Waffengesetz).

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