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Kriminalitätsstatistik : „Noch ein Stück heile Welt“

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Weniger Straftaten und mehr aufgeklärte Fälle – das ist die Kriminalitätsstatistik für Eckernförde. Auch die Zahl der Wohnungseinbruchdiebstähle ist von 41 auf 18 gesunken.

shz.de von
erstellt am 16.Apr.2016 | 06:52 Uhr

Eckernförde | Die Eckernförder können ruhig schlafen. Das ist die Quintessenz aus der Kriminalstatistik für das Jahr 2015, denn die Zahl der erfassten Straftaten hat sich nach ihrem Höhenflug im Jahr 2010 von knapp 2700 auf 1720 eingependelt. Und die Polizei war fleißig: 1035 Straftaten davon konnten aufgeklärt werden – eine Aufklärungsquote von 61,2 Prozent (Kreis: 52 Prozent). Damit befindet sich die Polizei in einem steilen Aufwärtstrend nach 55 Prozent in den beiden vergangenen Jahren und 48,6 Prozent im Jahr 2012.

Mit 25,8 Prozent (443 Taten) haben einfache Diebstähle noch den größten Anteil an den Straftaten, schwerer Diebstahl macht 14 Prozent (240) aus. Die Rohheitsdelikte wie Körperverletzungen liegen bei 16,6 Prozent (285), während Vermögens- und Fälschungsdelikte 13,4 Prozent der Gesamtsumme (230) ausmachen. Es folgen Sachbeschädigung mit 12,1 Prozent (208), Rauschgiftdelikte mit 8,7 Prozent (149) und Sexualstraftaten mit 0,7 Prozent (12). Mord oder Totschlag hat es gar nicht gegeben. „Der letzte Mord ist sechs Jahre her“, sagt Kripo-Chef Frank Röckendorf und zählt die Fälle auf, die es 2015 allein im Rendsburger Raum gegeben hat. „Soviel passiert in Eckernförde in zehn Jahren.“

Auffällig ist, dass die Rauschgiftdelikte von 74 im Jahr 2014 auf 149 im Jahr 2015 angestiegen sind. Das jedoch, so Polizeistationsleiter Ralf Lohmeyer, könne auch durch die immer besseren Schulungen der Schutzpolizisten bedingt sein. Sie würden bei Verkehrskontrollen mittlerweile mehr Fahrten unter Betäubungsmitteln wie Cannabis als unter Alkohol ausmachen. „Dabei folgt jedes Mal eine Anzeige wegen unerlaubten Drogenbesitzes, was in die Statistik für Rauschgiftdelikte einfließt.“

Jedoch nicht zu relativieren ist die Entwicklung bei den Wohnungseinbrüchen: Ihre Zahl sank von 41 im Jahr 2014 auf 18 im vergangenen Jahr (minus 56,1 Prozent) und ist damit die niedrigste der vergangenen zehn Jahre – allerdings nur in dem Bereich, für den die Eckernförder Polizei zuständig ist. Der Kieler Speckgürtel mit Altenholz, Strande und Dänischenhagen ist davon ausgenommen. Um diese Orte kümmern sich die Kieler Kollegen. „Da käme sonst nochmal ordentlich was on top“, so Lohmeyer.

Während in ganz Schleswig-Holstein der Anteil minderjähriger Tatverdächtiger bei 13,4 Prozent liegt, zählt die Eckernförder Kripo 20,1 Prozent in der Altersklasse U 18. Eine mögliche Erklärung liefert Ralf Lohmeyer: „Der Kreis Rendsburg-Eckernförde hat die höchste Dichte an pädagogischen Einrichtungen für schwer erziehbare Jugendliche.“ Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger in Eckernförde liegt bei 13,2 Prozent nach 8,8 und 5,8 Prozent in den vergangenen beiden Jahren. „Mit der Flüchtlingssituation hat das nichts zu tun“, erklärt Frank Röckendorf. Stattdessen seien Einbruchs- und Diebstahlbanden aus Süd- und Osteuropa dafür verantwortlich. Dem stimmt Ralf Lohmeyer zu: „Die Flüchtlinge sind für unseren Bereich absolut unauffällig.“

Frank Röckendorf weist auf die steigende Anzahl an Fällen von Internetkriminalität hin, die in der Eckernförder Statistik allerdings keine große Rolle spielt, da die Täter oft im Ausland sitzen. „Da ruft zum Beispiel ein angeblicher Microsoft-Mitarbeiter an, der gemerkt haben will, dass man ein Viren-Problem auf dem Rechner hat. Er verkauft einem ein günstiges Viren-Programm, das aber letztlich den Rechner ausspioniert – inklusive Bankdaten.“ Nichtsdestotrotz: „Im Vergleich zu anderen Städten dieser Größe ist in Eckernförde noch ein Stück heile Welt.“

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