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No more bananas oder: Oh, wie schön war Panama

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Tiger und Bär auf einem nicht ganz ernst gemeinten Streifzug durch ihr (Alb)Traumland

Bär und Tiger sitzen nach einem opulenten Mal satt und zufrieden auf ihrem alten Sofa im Haus am Fluss. Bär war eingenickt, er träumt seinen Lieblingstraum. Tiger konnte nicht schlafen weil er an seinen windigen Deal mit der Schlange denkt. „Wach Auf, Bär, wach auf, ich muss Dir etwas beichten“.

„Aye Aye, Tiger, gut, dass Du mich geweckt hast, mein Traum lief gerade aus dem Ruder und mutierte zum Albtraum. Josefine Baker erschien unangemeldet oben ohne, sie wollte mit mir à la Balu vor dem Herrscher eines Insel-Reiches, Seniori Camerone von down under the street, ihren berühmten Bananen-Röckchen-Tanz nach Djungelbuch-Art aufführen. Leider hatte die gefürchtete Mini-Max-Motte die ganze Bananenernte in Panama vernichtet – no more bananas. Ersatzweise sollten Josi und ich in landestypischen Bast-Papier-Röckchen, auch Panama-Papers genannt, auftreten. Das stieß bei Seniori Camerone auf wenig Gegenliebe, er litt gerade an einer familiären Papier- Allergie. Die aber Dank seiner fürsorglichen Gattin nicht zur vollen Blüte ausschlug.

Auch ein weiterer Insel-Souverän ließ – ebenfalls landestypisch – mächtig heißen Dampf ab. Er wollte zu seiner Ehe-Elfe, heim ins dunkle, Heißdampf vernebelte Land der Trolle, Sagen und Elfen. Zu Hause würde er gleich den Eyafjallajökull aktivieren, damit ein gnädiger Asche-Regen seine verräterische Spuren und die von vielen anderen blonden Landes- Kobolden nach Panama verwischen würde.

„Tiger, durch diesen hellseherisch-düsteren Traum mit drei Elfen und jeder Menge Theaternebel keimt bei mir der Verdacht, dass auch hier bei uns sagenhaft gierige Wesen ihr Unwesen treiben könnten?! Los, wir starten sofort eine Hausdurchsuchung. Reich mir mal unser nach Bananen duftendes Karton-Depot herüber. Na los, nicht so zögerlich, mach schon. Was ist los mit Dir? Und wo sind Deine Streifen? Hast Du die verloren?“

„Oh Bär,“ maunzte Tiger kleinlaut „ es gibt schlechte Nachrichten. Ich hatte in der Bank of Germanien ein schicksalhaftes Meeting mit der Schlange Ka. Ka hat mich hypothekisch-hypnotisiert und mir einen Deal offeriert, der unsere Kassenebbe fluten würde. Dazu musste ich unser Haus verpfänden und meine Tigerstreifen als Sicherheit bankmäßig hinterlegen. Das Pfandgeld hat Ka einer Briefkasten-Taube in den Schnabel gesteckt und sie in Richtung Panama programmiert. Unterwegs hat sie ihren Magnetkompass verloren und musste auf Cayman Island notlanden. Dort tobte gerade ein Sturm der Entrüstung, der dem matten Vogel die Papers entriss. So dass sie sozusagen „vom Winde verweht“ wurden.

„Klingt nach großem Kino, Tiger, allerdings mit Laiendarstellern. Dann doch lieber Bananen-Röckchen-Albtraum mit Josefine. Wenn weibliche Wesen traumhaft auftreten, läuft immer irgend etwas schief. Möchte die Insel-Junkies sehen, die uns aus unserem Haus bugsieren. Sei’s drum, futsch ist futsch. Morgen bauen wir Taubenverschläge für Tauben, die es beim Anblick von Briefkästen zurück in die Heimat verschlägt. Es gibt doch nichts Schöneres im Leben als nach Bananen duftende Kartons und gurrende Brieftauben auf dem Dach.

Und Du, mein vormals getigerter Freund, nimmst Sonnenbäder, damit Du Deine Streifen zurück bekommst. Ich verzeihe Dir! Du bekommst prophylaktisch eine Trockenfisch-Diät, ohne Butter. Wir bleiben gute Freunde, denn echte Freunde sind der Schlüssel, um chronisch gesund und unheilbar glücklich zu sein. Und merke Dir, Tiger, ob nun Panama-Papers oder Panama- Pampers, es kommt immer drauf an, was drin ist.

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erstellt am 13.Apr.2016 | 06:55 Uhr

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