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Aufräumen im Hafen : Ninive bis Ende des Jahres abgewrackt

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Stadtwerke bleiben auf Kosten von 35 000 bis 45 000 Euro sitzen. Auch das Restaurantschiff „Herta“ soll Hafen verlassen – der Eigner möchte bleiben.

shz.de von
erstellt am 20.Mai.2017 | 06:26 Uhr

Eckernförde | Die Stadtwerke werden die „Ninive“ bis zum Ende des Jahres auf eigene Kosten abwracken lassen. Das bestätigte Stadtwerke-Geschäftsführer Dietmar Steffens auf Anfrage der EZ. Der Nachbau eines pommerschen Lastenseglers von 1869 war im Eckernförder Hafen gesunken, geborgen und auf dem Parkplatz am Vogelsang abgestellt worden.

Zuletzt gehörte das 1985 vom Stapel gelaufene Schiff dem Förderverein Ninive. Vier Jahre lang lag das Schiff im Innenhafen, bis es im Januar 2015 aus unbekannter Ursache sank. Nach Aussage des Vereinsvorsitzenden Rieke Boomgaarden hatte der Förderverein das Schiff, kurz bevor es sank, an den Hamburger Verein Belqis verkauft, der allerdings außer mit einem Briefkasten nie in Erscheinung getreten ist. Die Stadtwerke werden auf den Kosten sitzen bleiben, vermutet Dietmar Steffens. Sie schätzt er durch entgangene Liegegebühren und die Bergung mit Kränen auf 25  000 Euro. Steffens: „Ich schätze, dass noch 10  000 bis 20  000 Euro für das Abwracken hinzukommen.“ Höchstwahrscheinlich soll der Schiffsrumpf von einem Bagger mit einer Zange zerkleinert und die Einzelteile in Containern zur Entsorgung abtransportiert werden. Doch bis es soweit ist, bietet der Stadtwerke-Geschäftsführer an, dass das Schiff für Übungen von Freiwilliger Feuerwehr und Technischem Hilfswerk (THW) genutzt werden kann. Ursprünglich sollte die Ninive schon bis zum Beginn der Saison abgewrackt werden, doch wegen des hohen Arbeitsaufkommens bei den Stadtwerken wurde das verschoben. Das Stadtbild werde dadurch nur bedingt gestört, sagt Steffens. „Es liegt im maritimen Umfeld, und für den einen oder anderen ist so ein Schiff an Land sicher interessant.“

Mehr Glück hatten die Stadtwerke mit dem Eigner der Motoryacht, die neben der Ninive auf dem Trockenen lag. Sie wurde von den Stadtwerken vor dem Sinken bewahrt und an Land gehievt. Der Eigner hat sein Boot mittlerweile abgeholt.

Ein anderes Schiff liegt zwar noch sicher im Wasser, soll aber den Hafen verlassen: Das Restaurantschiff Herta hat schon Ende vergangenen Jahres keine Verlängerung für seinen Liegeplatz erhalten und sollte den Hafen auf Wunsch der Stadtwerke zum 31. März verlassen. Nach einem Beschluss des Aufsichtsrats soll der Hafen überwiegend durch fahrende Schiffe genutzt werden, erklärte Dietmar Steffens. Doch Herta-Eigner Roland Harloff zeigte sich wenig begeistert und hat das Schiff bislang nicht bewegt. Seit 2008 liegt die 47 Meter lange Herta im Stadthafen. Sie wurde um das Jahr 1940 als Schute im Berliner Raum vom Stapel gelassen und Anfang der 2000er-Jahre zum Restaurantschiff umgebaut. Seit Sommer 2016 hatte die Gastronomie jedoch wegen Krankheit und Personalwechsels geschlossen. Harloff möchte mit der Herta gern in Eckernförde bleiben und versteht den Rauswurf nicht. Seiner Auskunft nach haben jährlich 15  000 Menschen auf seinem Schiff gegessen und er entsprechend Gewerbesteuer gezahlt. Demnächst sollen noch einmal Gespräche zwischen ihm und Dietmar Steffens stattfinden.

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