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Ausstellung in der Galerie 66 : Nils Vollertsen: Graphische Spuren – symbolische Zeichen

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Künstler Nils Vollertsen zeigt in der Galerie 66 im BSIC einige seiner Graphiken. Immer wiederkehrendes Motiv sind kleine Vögel, winzige Herzen, Blüten und Blätter. Auch seine neunjährige Tochter hat ihren Beitrag beigesteuert.

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erstellt am 02.Sep.2013 | 05:35 Uhr

Im Gang vor dem großen Ausstellungsraum in der Galerie 66 begrüßen schon Vorboten den Besucher: Gartenidylle auf Blättern mit roten Zeichnungen. Blumen, Beete, Gefäße, Vögel stimmen ein. Die Auswahl von Graphiken des Künstlers Nils Vollertsen füllt die hohen weißen Wände in der Galerie sparsam. Das mag zum einen an der überwiegend zurückhaltenden Farbigkeit der Werke liegen, zum anderen an der geglückten Hängung. Hier haben alle Bilder Luft zum Atmen und genügend Raum, um in der Direktaufsicht zu wirken und mit Abstand betrachtet, in der Gesamtheit zu überzeugen.

Was fällt auf den ersten Blick auf? Das Fehlen von Blau oder Grün zum Beispiel – lediglich Rot-Gelb-Schwarz und Grau haben Spuren hinterlassen, Spuren auf zumeist weißem Grund. Nur zwei Bilder sind satt rot grundiert. Ansonsten sind es weiße Pappen, Papiere und Notizzettel, auf denen Nils Vollertsen mit Ölkreide oder abgebrannten Streichholzköpfen zeichnete – Striche, Linien, Spiralen, „Zeichen“- Gewebe, die sich zum Teil zu winzigen Musterstrukturen zusammenstricken. Dennoch: Es sind nicht nur Zick-Zack, Kräusel, Schlingen, zwischen allem entdeckt man die Lieblingsmotive des Künstlers: kleine Vögel, winzige Herzen, Blüten und Blätter. Und immer wieder: Das Fahr-Zeug, gleich ob Lokomotive oder Auto, gern besetzt mit einem Kopffüßler. Die Räder stehen für Bewegung, für Lebendigkeit, fürs Vorwärtskommen, so Nils Vollertsen. Als Dänemarkfreund und Anhänger der dänischen Minderheit freut den gebürtigen Husumer naheliegend auch die dänische Flagge – hier und da weht sie im Wind …

Sabine Behrens, Leiterin des Künstlermuseums Heikendorf, in ihrer Einführung: „Der Strich bewegt sich vorsichtig über die Fläche; auf seinem Weg bildet er zerbrechliche Ornamente. Es ist, als ob er die Form eines zeitlosen Primitivismus’ sucht, als ob eine Art moderner Felsenzeichnungen sein Ziel ist. Er erschafft Bilder, die unter Umgehung des Verstandes in einer gesuchten Kindlichkeit das Ursprüngliche erkunden.“

Tochter Katrin (9) hat zu einigen Arbeiten ihres Vaters beigetragen. Sie sei zunächst nicht so angetan gewesen von der Tatsache, dass ihre Kinderbilder in Vaters großen Arbeiten mitverarbeitet wurden, bemerkte Nils Vollertsen, aber nach der ersten „gemeinsamen“ Ausstellung sei sie heute doch stolz und glücklich.

Die Ausstellung ist bis zum 18. Oktober geöffnet, jeweils dienstags bis donnerstag von 11 bis 17 Uhr und freitags bis sonntags von 14 bis 20 Uhr. Vom 5. bis 9. September ist die Galerie geschlossen.



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