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Eckernförder Zeitung

15. Dezember 2017 | 01:56 Uhr

Nichts geht über einen nahen Einstieg

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das Einsteigen mit einem Rollator in einen Bus ist problematisch: Je dichter die Bufahrer an die Einstiegskante heranfahren, desto gefahrloser ist der Einstieg

von
erstellt am 27.Mär.2015 | 17:15 Uhr

Seit fünf Jahren benutze ich einen Rollator, kann also durch einige persönliche Erfahrungen mitreden. Meine Mitmenschen zeigen ein großes Verständnis für mich, wenn ich nicht mehr so flott mit ihnen unterwegs sein kann. Sie sind sehr hilfsbereit. An ein Rollator-freies Leben ist nicht mehr zu denken. Er hilft mir selbstständig zu entscheiden, wann und wie lange ich unterwegs sein kann. Ich bin nicht auf andere Menschen angewiesen, die mich von zu Hause abholen und begleiten müssen.

Sehr begrüße ich die öffentliche Aufmerksamkeit und das Umdenken im Sinne von mehr und mehr gehbehinderten oder körperlich schwachen Menschen. Sie brauchen nicht mehr alleine zu Hause sitzen und das Geschehen von ihrem Fenster aus betrachten, sondern sind mittendrin und können Freunde und Bekannte treffen. So finden seit einiger Zeit Workshops „Fit mit dem Rollator“ für Ubungsleiter statt. Eine sehr gute Idee und Vorbereitung auf neue Aufgaben meine ich.

Nur, und jetzt gehen auf Grund meiner Erfahrungen, die Überlegungen weiter. Die später mal stattfindenden angebotenen Kurse sollen ja eine bestimmte Teilnehmerzahl von Interessierten aufweisen. Wer in der Umgebung eines Veranstaltungsortes wohnt, hat es gut. Was aber ist mit den Bürgern, die den Stadtbus oder den Bus-/Bahn-Nahverkehr benutzen müssen, um an dieser Aus- und Weiterbildung teilzunehmen? So richtig Freundschaft geschlossen haben unsere Verkehrsmittel mit den Rollator-Benutzern noch nicht. In Busse und Bahn ist es zum größten Teil sehr beschwerlich, wenn nicht sogar unmöglich, gefahrlos einzusteigen. Der Behinderten-freundliche Ein- und Ausstieg lässt sehr zu wünschen übrig, da muss noch viel getan werden, und zwar nicht nur durch reden und immer wieder reden, es sollten möglichst zügig erkennbare Taten gezeigt werden.

An dieser Stelle möchte ich mich aber auch bei den Busfahrem bedanken, die sich die größte Mühe geben, so dicht wie möglich an die Einstiegskante heranzufahren, um das Ein- und Aussteigen etwas weniger gefährdet zu gestalten. Denn Sicherheit sollte in unser aller Leben immer an erster Stelle stehen. Und auch jetzt noch junge und gesunde Menschen werden langsam aber sicher älter. Und vielleicht benötigen sie ebenfalls irgendwann eine Gehhilfe als Begleitung.

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