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Projekt: Frau, Gesundheit und BEruf : Nicht überfordern – gesund bleiben!

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Netzwerk widmet sich wachsenden Anforderungen der Gesellschaft / Projekt startet mit Vortrag von Buchautorin Eva Kessler

shz.de von
erstellt am 10.Mai.2017 | 08:35 Uhr

Gettorf | Das Frauenbild hat sich in den vergangenen Jahrzehnten rasant gewandelt. Vorbei scheinen die Zeiten, in denen die Frau allein für den Haushalt und die Kindererziehung zuständig war. Heute ist es beinahe schon selbstverständlich, dass sie ganz nebenbei auch noch den Beruf und soziales Engagement meistert. Diese hohen Anforderungen wirken sich nicht immer positiv auf die körperliche und psychische Gesundheit aus. Ganz im Gegenteil – viele Frauen drohen an der Mehrfachbelastung zu zerbrechen. „Das zeigt uns neben zahlreichen Studien auch die Arbeit in der Beratungsstelle Frauen und Beruf, der sich an Klientinnen im ganzen Kreis Rendsburg-Eckernförde richtet“, so Nina Jeß, Gleichstellungsbeauftragte des Amtes Schlei-Ostsee.

Unter anderem in Kooperation mit Dr. Christiane Kaiser, die die Beratungsstelle leitet und Anja Fiebelkorn, der Gleichstellungsbeauftragten des Amtes Dänischer Wohld, möchte sie ein neues Projekt unter dem Motto „Frau, Gesundheit und Beruf“ ins Leben rufen.

Dort sollen gemeinsam mit Betroffenen und ihren Angehörigen individuelle Lösungen im Umgang mit Stress und Krankheit gefunden werden. „Vor allem der Wiedereinstieg in den Beruf gestaltet sich für viele Frauen problematisch“, so Nina Jeß. Auch bei einer Tätigkeit in Teilzeit seien Frauen für rund 80 Prozent der Hausarbeit zuständig. Auch die Verantwortung für die Kindererziehung liege meistens vollständig bei ihnen. Von den rund 2,7 Millionen Alleinerziehenden in Deutschland sind 2,3 Millionen Frauen. Sie sind besonderen Belastungen und Risiken ausgesetzt. Sie neigen beispielsweise doppelt so häufig zu gesundheitsgefährdendem Verhalten wie Tabletten- und Alkoholmissbrauch.

„Aber auch Frauen, die heute zuhause bleiben, müssen sich dafür oftmals rechtfertigen“, weiß Bibeth von Lüttichau , die Gleichstellungsbeauftragte des Amtes Hüttener Berge. Auf diese Weise werden die Anforderungen, die an die moderne Frau gestellt werden, immer komplexer und vielfältiger.

„Es gibt keine einheitliche Lösung für alle“, betont Ute Heyn vom Familienzentrum Eckernförde. Es solle vielmehr darum gehen, bei den Betroffenen Denkprozesse anzustoßen und gemeinsam mit Experten persönliche Wege aus der Krise zu erarbeiten. „Dabei ist es auch wichtig, dass sich Paare auf Augenhöhe begegnen und traditionelle Rollenbilder in Beziehungen kritisch hinterfragt werden werden“, so Ute Heyn.

„Auch das Bild, das die Medien vermitteln, kann ein Problem für Frauen darstellen“, sagt Anja Fiebelkorn. „In der Werbung ist alles sauber und perfekt. Das kann den eigenen Erwartungsdruck erheblich erhöhen“, betont sie.

Auch Silvia Kempe-Waedt, die Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Rendsburg-Eckernförde, sieht in dem Projekt großes Potenzial. Gemeinsam haben die sechs Frauen seit vergangenem September an dem Projekt gearbeitet.

Bei einem ersten Treffen am Mittwoch, 31. Mai, um 20 Uhr wird die Erziehungsberaterin und Kommunikationswissenschaftlerin Eva Kessler im Hotel Stadt Hamburg einen Vortrag zum Thema „Familienkonzepte“ halten, bevor im Anschluss zusammen diskutiert werden darf. Der Eintritt ist frei, um eine kleine Spende wird jedoch gebeten. Auch Männer sind willkommen.

Wie es im Anschluss mit dem Projekt weitergeht, steht noch nicht endgültig fest. „Wir wollen zunächst den Bedarf überprüfen, bevor wir konkrete Angebote in den Raum stellen“, sagt Dr. Christiane Kaiser.

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