700 Euro Spende : Nicht einmal ein Dankeschön

Die Polizei Bigband Schleswig-Holstein trat in Haby letztmalig auf. Die Musiker spielten ohne Gage zugunsten des Flüchtlingsbeirates Hüttener Berge.
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Die Polizei Bigband Schleswig-Holstein trat in Haby letztmalig auf. Die Musiker spielten ohne Gage zugunsten des Flüchtlingsbeirates Hüttener Berge.

700 Euro Spende für den Flüchtlingsbeirat – Veranstalter des Benefiz-Konzertes „Haby hilft“ sind enttäuscht über fehlende Wertschätzung

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23. Dezember 2014, 09:20 Uhr

Vielleicht war es der dritte Advent, die Festvorbereitungen oder die zuletzt hohe Zahl an Weihnachtskonzerten, die viele Menschen hinderte, den Weg in den Haby-Krog zu finden. Gerade einmal vor 50 Zuschauern spielte die Polizei Bigband Schleswig-Holstein am 14. Dezember. „Aber die, die da waren, erlebten ein Super-Konzert und eine Bigband auf höchstem Niveau“, sagt Sänger und Gitarrist Kay Kankowski, der selbst an dem Abend auf der Bühne stand. Kay Kankowski ist aber dennoch schwer enttäuscht – schwer enttäuscht über die fehlende Beteiligung des Flüchtlingsbeirates Hüttener Berge. Denn für sie und speziell für die Flüchtlinge, die derzeit im Amtsbereich untergebracht sind, war der Konzertabend unter dem Motto „Haby hilft“. Immerhin 700 Euro brachte der Abend ein, und das Geld hat Bürgermeisterin und Veranstalterin Gesche Clasen bereits auf das Konto des Beirates überwiesen.

„Es war niemand von offizieller Seite an dem Abend da“, kritisiert Kay Kankowski, „das ist einfach ignorant und Missachtung des Engagements“. Für die Bigband war es zudem das letzte Konzert überhaupt, es fällt dem Rotstift des Landes zum Opfer. „Extra für diesen Abend haben sich die Musiker noch einmal zusammengetan“, sagt Gesche Clasen. Viele der 21 professionellen Musiker seien aus Hamburg angereist, traten ohne Gage bei dem Benefizkonzert auf.

Vor einem Jahr hat es das erste Haby-hilft-Konzert gegeben. Damals ging der Erlös an Unicef und speziell an die Opfer des Taifuns auf den Philippinen. „Es gab dann die Anregung, beim nächsten Konzert für eine lokale Sache zu spenden“, berichtet Gesche Clasen, denn Elend und Not gebe es auch vor der eigenen Haustür.

An mangelnder Werbung für das Konzert kann es nicht gelegen haben. Die Zeitungen haben berichtet und Gesche Clasen hat alle Bürgermeister mit Flyern im Vorfeld versorgt. Zumindest ein Vertreter des Flüchtlingsbeirates, der Verwaltung oder der anderen 16 amtsangehörigen Gemeinden hätte doch erscheinen können, bedauert Gesche Clasen. So musste vor Konzertbeginn die SPD-Landtagsabgeordnete Serpil Midyatli auf die Not der Flüchtlinge hinweisen. Dass die Vorsitzende des Beirates Christiane Ostermeyer zeitlich verhindert war, wussten die Veranstalter, aber ein Vertreter hätte dem Benefiz-Abend gut zu Gesicht gestanden. Und auch nach dem Konzert und der Einzahlung auf das Beiratskonto warten die Organisatoren noch immer auf ein Dankeschön. Der Frust bei Kay Kankowski, Gesche Clasen und David Shamban sitzt tief: Eine Einladung zu einer offiziellen Spendenübergabe hat der Beirat daher auch nicht erhalten.

„Bedauerlich“ nennt die Vorsitzende Christiane Ostermeyer das Fernbleiben von Beiratsvertretern. Allerdings sei der Beirat kein Verein, es gebe also keinen Stellvertreter oder andere Vorstandsmitglieder, die sie hätte bitten können, das Konzert statt ihrer zu besuchen. „Ich habe auch nicht die Notwendigkeit gesehen“, sagte Christiane Ostermeyer auf Nachfrage der Eckernförder Zeitung. Schließlich seien alle Bürgermeister im Amt über das Konzert informiert worden. Über die 700 Euro sei sie natürlich sehr froh. „Das erleichtert unsere Arbeit sehr“, sagte sie. Oftmals fehle es bei der Unterstützung der Flüchtlinge an den kleinen Dingen. So sei geplant, beispielsweise den Kindern mit dem Geld den Eintritt ins Schwimmbad zu ermöglichen. Auch ein paar Sportschuhe seien jetzt drin. Ostermeyer versichert: Das Geld werde nicht auf den Kopf gehauen, denn auch im nächsten Jahr werden weitere Flüchtlinge im Amt erwartet.

2015 wird es auch wieder ein Konzert „Haby hilft“ geben. Der Termin, 5. Dezember, steht fest, der Zweck des Erlöses noch nicht. 

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