Abriss der Kult-Kneipen : Neues Wohnen in der „Clara“ und im „Barbarossa“

Gestern haben die Abbrucharbeiten im „Barbarossa“ begonnen. Sie werden etwa vier Wochen dauern.
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Gestern haben die Abbrucharbeiten im „Barbarossa“ begonnen. Sie werden etwa vier Wochen dauern.

In der Frau-Clara-Straße werden die leerstehenden, früheren Kult-Kneipen abgerissen und durch Neubauten ersetzt

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09. Juni 2015, 06:21 Uhr

Eckernförde | Die Frau-Clara-Straße zwischen Hafen und Fußgängerzone ist in den vergangenen Jahren zu einer der attraktivsten Straßen der Stadt geworden. Neben der Aufwertung durch die Verkehrsberuhigung haben die Neueröffnungen attraktiver Geschäfte, Lokale und Produktionsstätten den individuellen Charakter der Straße erhöht. Weniger attraktiv sind die beiden derzeitigen Leerstände der einstigen Kult-Gastronomien „Barbarossa“ und „Frau Clara“. Die Lokale stehen seit der Aufgabe und dem Verkauf seit geraumer Zeit leer und werden auch nicht wieder eröffnet, sondern abgerissen. Beim „Barbarossa“ wird die Baulücke bis auf Weiteres bestehen bleiben, weil es derzeit keine Baugenehmigung für den geplanten Neubau gibt. Im Fall der Frau-Clara wird es aller Voraussicht nach demnächst eine Baugenehmigung geben, hieß es aus dem Bauamt, so dass nach dem Abriss auch gleich mit dem Neubau begonnen werden kann.

Neuer Besitzer des „Barbarossa“ ist das Ehepaar Andrea und Iver Jensen aus Neudorf-Bornstein. Der Bauantrag liegt seit längerem vor, ist aber wegen des laufenden Änderungsverfahrens für den Bebauungsplan für das Gebiet vorerst für ein Jahr zurückgestellt worden. Da der neue B-Plan, der vor allem im Hinblick auf die mittlerweile erwünschte bauliche Erschließung und Nutzung der Innenhöfe ausgerichtet sein wird, erst noch erarbeitet werden muss und noch nicht in Kraft ist, werden alle Bauanträge auf der Grundlage des noch gültigen B-Plans entschieden. Und nach dem sollen unter anderem Innenhöfe nur begrünt, aber nicht entwickelt werden, auch bei der Bautiefe gibt es strikte Vorgaben. Wobei es im Falle der Innenhöfe aufgrund besonderer Umstände zwei Ausnahmen gegeben hat, die die Regel bestätigen: die Höfe der Bonbonkocherei und der Destillerie (Frau-Clara-Höfe). Die Investoren und Architektin Manuela Hanke setzten große Hoffnungen in den neuen B-Plan, wollen ihr Projekt daraufhin zuschneiden und hoffen, dass der B-Plan innerhalb eines Jahres steht und mit ihm auch der Bauantrag genehmigt wird. Sollte der B-Plan allerdings nicht innerhalb der Jahresfrist – ein Vierteljahr davon ist bereits rum – fertig sein, droht eine Veränderungssperre von einem weiteren Jahr, in dem die große Baulücke weiter in der Frau-Clara-Straße klaffen wird. Der Besitzer hat sich aus wirtschaftlichen Gründen bereits jetzt zum Abriss der leer stehenden Immobilie entschlossen, der gestern begonnen hat und rund vier Wochen dauern wird. Aus Rücksicht auf die Nachbarn wird die Fassade nach Auskunft von Ives Seiring von der Eckernförder Firma BMS in Handarbeit erfolgen. Sobald Baurecht besteht, soll mit dem Neubau begonnen werden. Im Erdgeschoss sind ein bis zwei Läden sowie zwei Mietwohnungen im Obergeschoss und eine im Dachgeschoss geplant.

Zwei Häuser weiter arbeiten die Besitzer Björn Gallenkamp und Anja Niemann-Remien gerade an einem auf die Vorgaben des jetzigen B-Plans abgestimmten neuen Bauantrag für ihr „Frau-Clara-Haus“, wie das künftige Gebäude heißen wird. Die Kult-Kneipe Frau Clara wird nach Vorlage der Baugenehmigung „just in time“ vor Baubeginn abgebrochen, um keine Baulücke entstehen zu lassen. Der Neubau, der laut Gallenkamp im Herbst beginnen soll, erhält eine Fassade aus altem, rotem Ziegel „und soll ins Stadtbild passen“. Geplant sind ein Laden im Erdgeschoss sowie drei Mietwohnungen mit Fahrstuhl im Ober- und Dachgeschoss bei einer Firsthöhe von 11,50 Meter.

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