Neues Pflegepersonal aus dem Reich der Mitte

Monika Ipsen und Julia Zhou (4.v.r.) vom BSIC mit den ersten Krankenschwestern aus China, die noch bis zum 28. Juli in Eckernförde sind, um zu lernen und Kontakte zu knüpfen.
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Monika Ipsen und Julia Zhou (4.v.r.) vom BSIC mit den ersten Krankenschwestern aus China, die noch bis zum 28. Juli in Eckernförde sind, um zu lernen und Kontakte zu knüpfen.

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05. Mai 2014, 09:56 Uhr

Der demographische Wandel schlägt in einem Bereich besonders zu: Pflegeberufe haben Zukunft. Die Menschen werden immer älter und entsprechend pflegebedürftiger, auf der anderen Seite fehlt das Personal. Der Baltic Sea International Campus (BSIC) in der Alten Bauschule in der Kieler Straße Süd hat das erkannt und ein neues Projekt aufgelegt, das diesem Umstand Rechnung trägt: Junge Pflegekräfte aus China kommen für drei Monate nach Deutschland, bilden sich fort, verbessern ihre Sprachkenntnisse und nehmen Kontakt zu potenziellen Arbeitgebern auf.

Kürzlich sind die ersten sechs examinierten Krankenschwestern in Eckernförde angekommen. Einen Grundkurs in deutscher Sprache haben sie schon in China absolviert. Jetzt geht es weiter, auch in den kulturellen Gepflogenheiten werden sie unterrichtet. Bis zum 28. Juli bleiben die 29 bis 42 Jahre alten Fachkräfte hier, führen Gespräche mit großen Pflegefirmen im gesamten norddeutschen Raum. Aber auch kleinere Unternehmen gehören zur Zielgruppe. Gestern waren die Chinesinnen zu Besuch beim Pflegeservice Medigna in Schleswig. Eine fachliche Weiterbildung gehört ebenfalls zu dem Aufenthalt, gilt es doch am Ende, eine Äquivalenzprüfung abzulegen, um auch in Deutschland einen anerkannten Berufsabschluss vorzuweisen. Ende Juli geht es zurück nach China, wo es gilt, die erforderlichen Unterlagen und Anträge beizubringen, um schließlich nach etwa neun Monaten für weitere fünf Jahre nach Deutschland kommen und hier arbeiten zu können. Nach ihrer Rückkehr nach China, werden sie in leitender Funktion arbeiten und ihre Kenntnisse und Informationen weitergeben. Deutschland reizt die jungen Fachkräfte sehr, allein schon um eine fremde Kultur kennenzulernen.

Das Projekt zur beruflichen Weiterbildung ist nur eines von zweien, das Julia Zhou, Leiterin des BSIC-Representative-Office in China, angeht. Sie ist auch beim „eYou International Culture Exchange Center“ in Peking tätig und arbeitet an einem Projekt, über das junge Chinesen für eine dreijährige Ausbildung im Pflegebereich nach Leipzig und Berlin kommen. Ihre Ziele sind ehrgeizig: 180 chinesische Fachkräfte möchte sie pro Jahr zur Fortbildung nach Eckernförde holen.

Pflegefirmen, die Interesse haben, Kontakt aufzunehmen, können sich beim BSIC melden, Telefon 04351/666 5000.

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