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Neues Make-up für St. Nicolais Schokoladenseite

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Ost-Fassade der St.-Nicolai-Kirche wird erneuert: Lose Steine, Verzierungen sowie der zwei Tonnen schwere Anker werden ausgebessert. Abschluss der Arbeiten wird voraussichtlich nächste Woche sein.

shz.de von
erstellt am 09.Okt.2014 | 06:04 Uhr

Als das dänische Linienschiff „Christian VIII“ gemeinsam mit der Segelfregatte „Gefion“ 1849 von Kopenhagen Richtung Eckernförde in See stach, sollte es die zweite und letzte Fahrt in dessen achtjähriger Geschichte werden. Am 5. April 1849 sank die „Christian VIII“ unter Beschuss der Eckernförder Landbatterien, und die „Gefion“ wurde unter preußische Flagge genommen. Ob die Gallionsfigur der „Gefion“ im Rathaus oder ein Nachbau dieser am Gefion-Brunnen im Kurpark – Relikte des Gefechts zieren noch heute das Stadtbild Eckernfördes.

So dokumentiert auch die Ost-Fassade der St.-Nicolai-Kirche den Sieg über die Dänen im Schleswig-Holsteinischen Krieg. Ein Wurfanker, der vermutlich einem der beiden Schiffe entstammt, wurde vor etwa 160 Jahren im Mauerwerk der Kirche eingefasst. Ein eiserner Stift, an einem Querstreben im Mauerwerk befestigt, trägt den zwei Tonnen schweren Anker. Über die Jahre begann dieser jedoch zu rosten, und auch die Klinkersteine der Außenwand verloren an Farbe oder lagen lose im Mauerwerk.

Nachdem vor kurzem ein Sprung in der Gedenktafel unterhalb des Ankers entdeckt wurde, wird die Ost-Fassade der Nicolaikirche jetzt renoviert. Bei einer genauen Ortsbegehung stellten Pastor Dirk Homrighausen und Architekt Dietrich Fröhler, Mitglied des Kirchenvorstandes und mit den Bauarbeiten beauftragt, die Notwendigkeit weiterer Instandhaltungsmaßnahmen fest. So wird nun der Anker selbst sowie die gesamte knapp 14 Meter hohe Außenwand erneuert. „Die Baumaßnahmen machen wir in einem Rutsch“, erklärt Homrighausen. Seit knapp zwei Wochen führt Maurer Stefan Reth (Baugeschäft Gruchow GmbH) die Maurerarbeiten rund um den schmiedeeisernen Anker durch. Zunächst entfernte Reth dafür die Steine neben dem Anker, und mauerte die Wand anschließend zweilagenbreit wieder auf. Im Zuge der Maurerarbeiten bessert er auch Verzierungen aus, ersetzt lockere Steine und erneuert ausgewaschene Fugen. Die dafür verwendeten roten und gelben Steine sind spezielle Klinkersteine einer dänischen Firma, die sich besonders für Kirchenfassaden eignen. Abschließend soll jener Teil der Fassade, in dem ehemals ein Fenster und nun der Anker prangt, mit weißem Kalkmörtel verputzt werden. Pastor Homrighausen rechnet mit Kosten von knapp 30 000 Euro für die gesamten Renovierungsarbeiten.

Einen besonderen Dank möchte Fritjof Behrens, Küster der St.-Nicolai-Kirche, den Anwohnern, Gewerbetreibenden und Marktbeschickern aussprechen, die die Lärm- und Staubentwicklung während der Baumaßnahmen entschuldigen. In voraussichtlich einer Woche werden die Arbeiten abgeschlossen sein.

 

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