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Schwimmübungen : Neues Make-Up für die Kurpark-Nixe

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Restaurierung der Skulptur „Schwimmübungen“ im Kurpark hat begonnen. Das Ende ist für Mitte Juni geplant.

Eckernförde | Es ziert sich nicht, so über eine Dame so zu sprechen, doch diese hier würde zustimmen: „An der Nixe im Kurpark ist der Lack ab.“ Überall bröckelt es, sind Löcher zu sehen, am Kinn fehlt die „Haut“, ist der „Knochen“ entblößt. Doch es besteht Hoffnung für die Patientin: Gestern hat die Kieler Restauratorin Manuela von Gradolewski mit ihrer Arbeit begonnen.

Es ist in den vergangenen Jahren einiges an Schäden zusammengekommen. Der Kunststein der 15 Jahre alten Skulptur sei zum Teil „abgewittert“, sagt die Restauratorin. „Wasser ist eingedrungen und im Winter gefroren.“ Auch die Nähe zur Ostsee mit dem salzigen Klima werde ihr Übriges getan haben. Andere Teile seien „ausgeblüht“: „Die Figur besteht aus Kunststein, einem modifizierten Gipssystem. Einige Bestandteile dieses Gipses können sich bei Regen vergrößern und durch Risse nach außen treten.“

Zunächst hat Manuela von Gradolewski die „ausgeblühten“ Teile abgekratzt und die Risskanäle freigelegt, die sie mit einem Festigungsmittel verfüllt. Auch abgeplatzte Teile hat sie aufgesammelt – sie werden später mit einem Kunstharz wieder eingefügt. „Es soll so viel wie möglich erhalten bleiben“, sagt sie. „Das erfordert einen sensiblen Umgang. Die Skulptur ist nun einmal einzigartig.“

Die üppige Dame und ihr Jüngling nur wenige Meter weiter, sind innen hohl und werden durch ein Stahlskelett getragen, auf dem eine Fieberglasschicht aufgetragen ist, die mit Kunststein bedeckt ist. Die beiden Skulpturen sind das Ergebnis eines Wettbewerbs „Kunst im öffentlichen Raum“, den die Stadt 2002 mit Unterstützung des Bundesverbandes Bildender Künstler ausschrieb. Martin Wolke, der in Kiel lebt und arbeitet, erhielt damals den Zuschlag mit seinem Entwurf „Schwimmübungen“. Bekannt wurde der Bildhauer auch durch die „Reisenden Riesen “ vor dem Bahnhof auf Sylt, die er 2001 schuf.

„Ich stehe mit dem Künstler im Kontakt“, sagt die Restauratorin. Die reine Reparatur der Schäden ist dabei nicht das Problem, jedoch darf bei der Restauration die künstlerische Intention nicht verloren gehen. „Ein Anstrich in lila mit gelben Tupfen würde dem sicher entgegenstehen.“

Der gestrige Tag diente zunächst der Vorbereitung. Dabei hat Manuela von Gradolewski auch getestet, mit welchen Materialien die Skulptur am besten gereinigt werden kann. „Der Gips ist vom Künstler selbst angerührt worden. Die Mischung ist einzigartig. Da muss man sich rantasten.“ Ob mit oder ohne Wasser, mit Bürste oder Schwamm. Eines steht schon fest: Ein Dampfstrahler würde noch mehr Schäden verursachen. Zunächst muss nun das eingefüllte Festigungsmittel erst einmal trocknen, die Restauratorin wird schließlich prüfen, wie es auf Regen reagiert.

In den ersten beiden Juniwochen kommt der zweite Teil: Dann erfolgt das Ausbessern der größeren Löcher. Schließlich muss geklärt werden, ob noch ein Schutzüberzug erfolgen soll oder eine Farbfassung.

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