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Die Glocken von St. Nicolai : Neues Klangerlebnis in St. Nicolai

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die sanierten Glocken der Stadtkirche haben einen neuen Glockenstuhl mit elektromagnetischem Antrieb bekommen. Die Glocken läuten erstmals zum Gottesdienst am 1. Advent.

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erstellt am 30.Nov.2017 | 06:15 Uhr

Eckernförde | Der riesige Dachstuhl der St. Nicolai-Kirche ist mehr als einen Besuch wert. Mitte des 16. Jahrhunderts ist er aus Eichenholz gezimmert worden und hat die Jahrhunderte gut überstanden. Das mächtige Gebälk hat ein neues Ziegeldach erhalten, das bis auf die Arbeitsbereiche rund um den Glockenturm und den auf dem Kirchplatz zur Sanierung zwischengelagerten Dachreiter fertig ist. Die Großbaustelle St. Nicolai-Kirche wird zusehends wieder zur schmucken Stadtkirche.

Nur hoch oben direkt unter dem Dach wird noch schwer gearbeitet, im Reich der Zimmerleute, Maurer und Glockenmonteure. Einer von ihnen ist Thomas Thumm von der Hamburger Firma Iversen und Dimir. Er hat gestern den elektromagnetisch gesteuerten neuen Linearantrieb („Das ist der neue Transrapid“) für die drei Glocken an einem Balken neben der mittleren Glocke montiert, der den alten Motor und die Antriebsseile ersetzt. Vorteil des neuen, modernen Antriebssystems: Weniger Verschleiß und die Glocken läuten künftig automatisch, nur noch im Ausnahmefall muss der Küster die Glocken per Knopfdruck in Schwingung versetzen, sagt Architekt Dietrich Fröhler, der die umfangreichen Bauarbeiten steuert. Die drei frisch sanierten Glocken – die große Melchior-Glocke von 1589 sowie die mittlere und die kleinere aus den 1960er Jahren – werden zum Gottesdienst am 1. Advent um 9.55 Uhr erstmals wieder nach mehrmonatiger „Funkstille“ erklingen. Die Kirchengemeinde St. Nicolai hat gleich die Aufhängung, das Glockenjoch, mit erneuern und das imposante Geläut unter Verwendung der alten Balkenkonstruktion neu montieren lassen. Dabei wurde der Glockenstuhl für die 1,2 Tonnen schwere Melchior-Glocke in seine ursprüngliche Position etwa einen halben Meter tiefer gesetzt. Ein paar Holzbalken mussten dafür herausgeschnitten werden, um Platz zu schaffen. „Wir wollten den Glockenstuhl wieder in seiner ursprünglichen Erscheinung herstellen“, sagt Dietrich Fröhler.

Der Architekt schwärmt von der alten Handwerkskunst – und der Qualität der Handwerker, die St. Nicolai hoch oben sanieren. Vom Dachstuhl aus fällt sein Blick ein paar Meter tiefer auf das Dach des Kirchenschiffes. Die Kirche war ursprünglich nur einschiffig geplant, wurde aber zunächst zur zwei-, dann zur dreischiffigen Kirche umgeplant. Der Dachstuhl ist entsprechend „mitgewachsen“ und umspannt eine große Fläche. Der Dachstuhl von St. Nicolai ist nach Auskunft Fröhlers übrigens identisch mit dem des Schleswiger Doms ist und wird derzeit vom früheren Landeskonservator Dr. Deert Lafrenz baugeschichtlich untersucht.

Wenn die restaurierten Kirchenglocken am 1. Advent wieder erklingen, werden sich die übrigen Arbeiten noch bis ins Jahr 2018 ziehen. Im Januar soll dann auch der Dachreiter wieder aufs Kirchendach gehoben und mit der Stunden- und Minutenglocke in Betrieb genommen werden.

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