Heimatgemeinschaft : Neues Jahrbuch: Heimat zwischen Buchdeckeln

Das Jahrbuch 2013 der Heimatgemeinschaft Eckernförde
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Das Jahrbuch 2013 der Heimatgemeinschaft Eckernförde

Die Heimatgemeinschaft Eckernförde hat ihr neues Jahrbuch vorgestellt. Auf über 400 Seiten findet der Leser Wissenswertes die Region.

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05. November 2013, 06:03 Uhr

Passend zur großen Kulturveranstaltung „Lange Nächte im November“ hat die Heimatgemeinschaft Eckernförde am Wochenende ihr neues Jahrbuch vorgestellt. In Carls Showpalast versammelten sich rund 50 Autoren und viele kulturell interessierte Gäste aus dem ganzen Kreisgebiet. Dr. Telse Stoy sowie ihre Mit-Redakteure Heide Stein und Dr. Heinrich Mehl gaben eine Kurzbeschreibung aller auf über 400 Seiten publizierten Aufsätze, stets von reichem Bildmaterial begleitet.

Die Heimatgemeinschaft Eckernförde ist Schleswig-Holsteins größter Geschichts- und Heimatverein. Ihr Jahrbuch, nun im 71. Jahrgang erschienen, ist entsprechend reichhaltig und befasst sich mit den im Verein zusammengeschlossenen Landschaften Schwansen, Hütten, Dänischer Wohld und der zentralen Stadt Eckernförde. Zeitgeschichte, Natur und Umwelt sowie Plattdeutsch sind weitere übergreifende Themen, hinzu kommen die traditionellen Reihen „Künstler-Porträt“ (diesmal Glaskünstlerin Dörte Nürnberg) und „Museumsbesichtigung“ (das Phonomuseum Seeholz). Wie fast in jedem Jahrgang sind gewichtige archäologische Arbeiten im Buch (Steinzeitfunde bei Stohl), Themen rund um die Marine (z. B. 100 Jahre Torpedoschießstand Eckernförde), Erforschung von Gutshistorie (Gut Grünholz in Schwansen), Erfolgsgeschichten von Auswanderern, Naturthemen (Orchideenwiese der Habyer Au), plattdeutsche Erinnerungen („Feriendaag in Ekernföör“), künstlerische Arbeiten sowie Gedichte von Poeten aus der Region.

Die Redaktion des Jahrbuches 2013 wiesen auf neue, ganz besonders spannende Themen hin: So beschreibt der Arzt Dr. Dirk Löffler zum ersten Mal ausführlich die „Eckernförder Krankheit“, die mit der Vergiftung von TVA-Mitgliedern und ihren Familien mit Torpedo-Öl zu tun hat. Ilse Rathjen-Couscherung schreibt eine „kleine Eckernförder Kinogeschichte“, Jürgen Tiemer erinnert sich an seine Schülerzeit unter dem Dichter Wilhelm Lehmann und Caroline Weber beantwortet die Frage, warum das Denkmal von Sehestedt noch heute von Bedeutung ist. Das Jahrbuch publiziert auch drastische Themen, so die „Lebenserinnerungen eines Gendarmeriewachtmeisters“ oder das „Schlangestehen für Pferdefleisch“ in früheren Jahrzehnten. Zur Tradition der Jahrbücher gehören wie immer Mitgliederverzeichnis, Nachrufe, Adressen, Fahrtenprogramm und viele Details aus der Arbeit der Heimatgemeinschaft.

Als Teil des Eckernförder November-Programms „Lange Nächte“, einer neuen Veranstaltungsreihe der Stadt mit Literatur, Kunst, Theater, Tanz und Musik, schloss die Heimatgemeinschaft gut 60 Minuten Lesung aus den letzten zehn Jahrgängen an. Die Autoren selbst oder ausgewählte Sprecher erinnerten damit an die Jahrbücher 2003 bis 2012. Sie wählten wissenschaftliche wie volkstümliche Texte aus, zitierten Kindheitserinnerungen und Gedichte. Die Zuhörer im vollen Saal dankten mit großer Aufmerksamkeit und beteiligten sich in der Pause und anschließend an der regen Diskussion über Sinn und Leistung heimatgeschichtlicher Jahrbücher.

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