Neues Interesse und die Sitzungskiller

porträt kühl 1

von
31. Januar 2015, 06:28 Uhr

Sie schwimmt immer noch, die „Ninive“. Mittwoch wurde der auf Grund gesunkene Zweimaster von den Stadtwerken und dem THW leergepumpt und aufgerichtet. Das lange Hick-Hack um die Besitzverhältnisse wollten sie nicht länger mitmachen. Wahrscheinlich geht die Diskussion nach der günstigen Bergung jetzt genau in die andere Richtung: Plötzlich könnte das ungeliebte Kind wieder interessant sein für den Verein Belquis, der die Besitzrechte angesichts der erwartet hohen Bergungskosten wegen der noch nicht erfolgten Umschreibung im Schiffsregister nicht annehmen wollte.

Es könnte noch lustig werden.

Kaum auf dem Markt, sorgt das 1. Eckernförder Pensometer auch schon für Diskussionen. Es gibt bei dem einen oder anderen Ratsmitglied persönlich oder berufliche Gründe, warum es 2014 nicht an so vielen Sitzungen teilnehmen konnte, wie es gewollt hätte. Krankheit, OP oder ein starkes berufliches Engagement kann da schnell zum Sitzungskiller werden. Andere haben in ihren Funktionen als ehrenamtliche(r) stellvertretende(r) Bürgermeister(in) oder Bürgervorsteher(in) viele andere Termin wahrgenommen, die auch nicht in der mit nackten Zahlen gefütterten Sitzungsstatistik auftauchen, aber ebenso Zeit kosten und Ausdruck von Einsatz sind (der durch die Entschädigungen zumindest ansatzweise entgolten wird). Das alles muss man wissen, wenn man die Rangliste interpretiert. Es handelt sich um ein reines Positiv-Ranking. Vorschnelle (Negativ-)Urteile wegen geringer Sitzungszahl sind fehl am Platze. Auch Ratsmitglieder in hinteren Rankingbereich haben richtig Lust auf Kommunalpolitik, konnten aber aus plausiblen Gründen nicht so viele Sitzungen besuchen. Um es klar zu sagen: Niemand ist faul, nur weil er im Ranking nicht vorne steht.

Auf der anderen Seite zeigt das Ranking aber schon – im positiven Sinne – , wer sich um die Kommunalpolitik kümmert und an der Diskussion beteiligt. Allein das rechtfertigt so ein Ranking, das natürlich nicht jedem einzelnen Ratsmitglied mit seinen persönlichen Lebensumständen gerecht werden kann.

Entsprechend sollte es auch von den Betroffenen mit einem Schuss Gelassenheit wahrgenommen werden. Das Engagement und die Qualität der ehrenamtlichen Arbeit auch der „Hinterbänkler“ wird dadurch nicht ansatzweise in Abrede gestellt.

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