Dorfentwicklung : Neues im Einklang mit dem Alten

Was wird aus dem „Gasthof zur Eiche“?
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Was wird aus dem „Gasthof zur Eiche“?

Erste Bürgerinformation zur Überplanung des Bereichs rund um den Gasthof Zur Eiche

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02. November 2013, 06:32 Uhr

Was wird aus dem Gasthof Zur Eiche? Die Zukunft der benachbarten Scheune ist ebenfalls ungewiss. Angrenzende Flächen sind unbebaut. Es handelt sich hierbei um rund 3500 Quadratmeter, deren Gestaltung Gesprächsbedarf bietet. Weil es in dem rund 1,3 Hektar großen Gebiet zwischen Mühlen- und Dorfstraße bisher keinen Bebauungsplan gab, legte die Gemeinde im Juli 2012 eine Veränderungssperre auf, damit kein Eigentümer Häuser errichten kann, wie er möchte. Nun wurden die Bürger zu einem ersten Workshop in das Amt geladen, um ihre Wünsche und Ideen zu äußern. Stadtplaner Oliver Kühle präsentierte die Fakten.

„Es ist ein Abend der besonderen Art“, stellte Bürgermeister Wolfgang Steffen fest. „Wir sagen ihnen nicht was wir wollen, sondern sie sollen uns sagen, was wir machen sollen. Es handelt sich um den Kernpunkt von Dänischenhagen. Wir möchten, dass alles Neue im Einklang mit dem Alten steht.“ Auch Kühle betonte: „Der Standort der Eiche, die 1848 anlässlich des Endes des 30-jährigen Krieges in der Dorfmitte gepflanzt wurde, hat einen historischen Wert. Da muss man im Umgang mit Materialien oder Gebäudeformen vorsichtig sein und bei der Planung auf den Charme reagieren.“ Carl-Wilhelm Raddant, der Eigentümer des Grundstückes auf dem der Gasthof und die Scheune stehen, erklärte, verkaufen zu wollen. Bleiben die Gebäude, die zum Teil unter Denkmalschutz stehen? Möchte man weiterhin eine Schank- und Speisewirtschaft im Ort? Würde sie bestehen bleiben, müsste man ausreichend Parkflächen nachweisen und hätte weniger Platz für den Neubau von Einfamilienhäusern oder Geschosswohnungen. Die Bürger sollten sich Gedanken machen, was ihnen im Ort fehlt. Dafür steht ein Fragebogen zur Verfügung, der zur Auswertung bis Mitte Dezember im Bauamt abgegeben werden kann.

Am Donnerstagabend kam der Vorschlag, in der Scheune kleine Geschäfte anzusiedeln und sie mit einem Laubengang zu versehen oder den Gasthof durch eine Pension zu ergänzen. Aufgrund der Altersstrukturen Dänischenhagens könne man darüber nachdenken, ob altersgerechter und barrierefreier Wohnraum gewünscht sei. Einen Investor zu finden sei kein Problem, war sich der Architekt sicher: „Dänischenhagen hat eine gute Infrastruktur und einen hohen Wohnwert. Hier wird immer eine Nachfrage sein.“ Ein Altersheim käme nicht in Frage, da es nur wirtschaftlich betrieben werden könne, wenn es über etwa 85 Einheiten verfügt. Dafür sei der Platz nicht ausreichend. Dem Wunsch eines Bürgers, um die Eiche herum einen Dorfmittelpunkt, ähnlich eines Marktplatzes einer kleinen spanischen Gemeinde, entstehen zu lassen, stand Kühle eher kritisch entgegen. Aufgrund der anderen Mentalität würde so etwas aus seiner Erfahrung nicht angenommen werden und eher dem Vandalismus zum Opfer fallen. Er könne sich jedoch gut vorstellen, die Umgebungsfläche der Eiche schöner zu gestalten, Fahrradstellplätze einzurichten und in dem Zuge gleich die Kreuzungssituation verkehrssicherer zu gestalten. Die Schaffung eines Kreisverkehrs an der Stelle sei geprüft worden und nicht möglich.

Am Ende der Veranstaltung gab es großen Applaus für Steffen, als er seine persönliche Meinung äußerte: „Wir haben uns mit unserer Theatergruppe Speeldeel einen Namen gemacht. Das kulturelle Leben muss erhalten bleiben. Ich werde dafür kämpfen, dass wir unseren Saal behalten.“

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