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Kleingärtner : Neuer Zaun: Damit keine Sauerei mehr passiert

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Zaun zum Schutz der Kleingartenkolonie Süderhake II soll noch in diesem Monat installiert werden. Neue Tafeln zeigen die Lage der Anlagen in der Stadt an.

Eckernförde | „Wir müssen draußen bleiben.“ Was für Hunde in vielen Geschäften gilt, soll auch bald den Wildschweinen in der Kleingartenanlage Süderhake II widerfahren. Hier haben die Tiere in den vergangenen Jahren „wilde Sau“ gespielt, haben der Kolonie immer wieder meist nachts Besuche abgestattet und dabei die Parzellen auf der Suche nach Fressbarem verwüstet.

Die Wildschweine kommen von Windeby auf der Suche nach Nahrung. Teilweise schwimmen sie durchs Noor und kommen über den Schilfgürtel in die Anlage. Alle Versuche, die Durchgänge zu versperren, haben nicht gefruchtet. Die Schweine finden immer wieder eine Lücke, brechen sich ihre Bahn durch Hecken oder wühlen sich unter Zäunen durch.

Deshalb soll noch in diesem Monat ein Zaun gebaut werden, der wirklich „schweinedicht“ ist. Ursprünglich waren dafür 15  000 Euro veranschlagt, die die Stadt übernehmen sollte, doch der Vorstand des Kleingärtnervereins hat mittlerweile eine günstigere Variante ausgemacht: Stahlmatten, wie sie für Stahlbeton zum Einsatz kommen, werden zwischen Eichenspalt-pfähle gesetzt – und das über eine Länge von 700 Metern einmal rund um die Kolonie. „Wir haben Erfahrungsberichte vom Gut Windeby, wo schon seit längerem auf diese Weise die Wildschweine erfolgreich ausgesperrt werden“, sagt Hermann Brütt, Vorsitzender des Kleingärtnervereins Eckernförde. Die ursprünglich veranschlagten Kosten konnten mit anderen Spareffekten zusammen nach bisherigen Rechnungen auf 4500 Euro gesenkt werden. Die Installation übernehmen die Kleingärtner. Bleibt nur zu hoffen, dass die Tiere nicht in die nächstgelegene Kleingartenanlage abwandern.

Wer sich jetzt fragt, wo die Anlage „Süderhake II“ ist (zwischen Noor und B 76 auf Höhe des Schulwegs), für den lohnt sich ein Spaziergang in die Anlage Wilhelmsthal (von der Straße Krumland über die Kolonie Otte erreichbar). Dort haben die Kleingärtner in ihrem Gemeinschaftsgarten eine große Tafel aufgestellt, auf der alle 14 Kleingartenanlagen Eckernfördes in einem Stadtplan eingezeichnet sind. „Wir fühlen uns als Teil der Stadt und wollen auf uns hinweisen“, so Hermann Brütt. Sowohl er als auch Anlagenobmann Sönke Jensen nehmen jedes Jahr viele Touristen wahr, die durch die Anlage spazieren. „Oft sind sie selbst Kleingärtner und interessiert an den Anlagen anderer Städte“, so Jensen. „Sie sind dann immer sehr erstaunt, wenn wir ihnen erzählen, dass es 14 Anlagen in Eckernförde gibt, deren Lage wir ihnen kompliziert erklären müssen.“ Aber auch viele Eckernförder, die hier spazierengehen, wüssten nicht, dass es in ihrer Heimatstadt 800 Kleingärten und 620 Kleingärtner gibt. Die erste Frage laute dann: „Wo sind die denn alle?“ Die Kosten für die Tafel haben die Kleingärtner so gering wie möglich gehalten und den Rahmen für die Schilder selbst gebaut und installiert. Um noch mehr über sich zu informieren, wird demnächst eine ähnliche Tafel am Noorwanderweg installiert.

Vielleicht bekommt der ein oder andere dann auch Lust auf seine eigene Scholle für 90 Euro Pacht und Mitgliedsbeitrag im Jahr. Genügend Parzellen sind noch frei. „Wir haben 10 Prozent Leerstand in Eckernförde und stehen damit im Vergleich zu anderen Vereinen, die bis zu 25 Prozent Leerstand haben, gut da“, sagt Hermann Brütt. Um einen Anreiz zu geben, wird der Verein in den kommenden Jahren auf allen leerstehenden Gärten, in denen es bisher keine Hütte gibt, auf eigene Kosten Lauben errichten. Für diese müssen neue Pächter entweder einen Abstand entrichten, eine geringe Miete zahlen oder dürfen sie kostenlos nutzen. Brütt: „Das überlassen wir den Obleuten in den einzelnen Anlagen.“

> www.ekgv.de

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erstellt am 12.Apr.2016 | 06:18 Uhr

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