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Museum im Aufbruch : Neuer Vorstand und Profilschärfung

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Generationswechsel im Museumsverein / Gründungsmitglied Otto Pauls hört auf / Zertifizierung angeschoben

Auf zu neuen Ufern mit einem neuen Museumskonzept, einem Zertifizierungsverfahren und einem Generationswechsel im Vorstand des Museumsvereins – dem Museum Eckernförde steht in den nächsten Jahren eine spannende Entwicklungsphase mit einem personellen Neuanfang an der Spitze des Hauses bevor. Museumschef Dr. Uwe Beitz erreicht im Februar 2016 das Pensionsalter. Die Stellenausschreibung für die Neubesetzung wird derzeit im Rathaus vorbereitet, um einen nahtlosen Übergang zu gewährleisten, wie Bürgermeister Jörg Sibbel am Mittwochabend in der Jahreshauptversammlung des Museumsvereins ausführte.

Spannende Zeiten also für das Museum, das sich selbst mit dem frisch verabschiedeten Museumskonzept eine Innovationsspritze verpasst hat und nun auch den personellen Neuanfang eingeleitet hat. An der Spitze des Museumsvereins steht seit Montagabend der bisherige Schriftführer Dr. Stefan Deiters, der das Amt von Museumsleiter Dr. Uwe Beitz übernimmt, der allerdings kraft Amtes weiterhin dem Vorstand angehört. Neu im Vorstand sind Anke Göttsch (Schriftführerin), Jochen Schulze (Schatzmeister) und Angeline Schube-Focke (Beisitzerin). Sie alle schätzen das Museum sehr und wollen sich stark machen für eine Weiterentwicklung und Belebung des Museums.

Göttsch, Schulze und Schube-Focke nehmen die Plätze ein, die bisher ein „Urgestein“ und zwei weitere verdiente Vorstandsmitglieder inne hatten. Mit Otto Pauls (79) hat sich nach 40 Jahren das letzte Gründungsmitglied des Museumsvereins aus der aktiven Vorstandsarbeit verabschiedet. Der frühere Sparkassendirektor habe sich als Schatzmeister große, bleibende Verdienste um den Museumsverein erworben und stets für eine ausreichende Kapitaldecke gesorgt. Er sei für ihn der Vertraute im Vorstand gewesen, sagte Beitz. Zum Abschied überreichte er Pauls ein vom Vorstand finanziertes Bild von Nicolaus Störtenbecker, dass allerdings zunächst Bestandteil der neuen Ausstellung sein wird und erst danach in den Besitz von Otto Pauls übergehen wird. Verabschiedet wurden auch Uwe Reelmann und Matthias Mahrenholtz. Der stellvertretende Vorsitzende Reelmann war als Koordinator federführend für die Erarbeitung des Museumskonzepts verantwortlich und gehörte dem Vorstand seit 2006 an. Mahrenholtz war seit 2007 Beisitzer und habe im Vorstand viele Anstöße zur Weiterentwicklung gegeben, so Beitz. Auch Beitz selbst bekam nach 24-jähriger Amtszeit als Vorsitzender von seinem Nachfolger Stefan Deiters einige lobende Worte mit auf den Weg in den sich anbahnenden Ruhestand. Bis zu seiner Pensionierung bleibt er Beisitzer.

Für Beitz hat die seit langem geplante und im Dezember 2014 eingeleitete Zertifizierung des Museums Priorität. Der Museumsleiter sprach von einer „Mängelliste“, die die Kommission ihm nach der Begehung überreicht habe. Und die gelte es im im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten abzuarbeiten. Dabei gehe es auch um eine „Schärfung des Sammlungskonzepts“. Nicht alles, was gesammelt wird, passe auch ins Konzept, deutete Beitz vorsichtig Handlungsbedarf an. Diese Dinge könnte man tauschen oder als Leihgabe weggeben.

Auch die Umsetzung des Museumskonzepts liegt dem Verein am Herzen. „Das ist kein Konzept für die Schublade“, sagte Uwe Burscheid, der forderte, dass allen 450 Mitgliedern das Konzept zugeschickt werden müsse. Um den Kostenaufwand so gering wie möglich zu halten, soll auf Vorschlag von Matthias Mahrenholtz im nächsten Newsletter darauf hingewiesen werden, dass das Konzept für alle Mitglieder im Museum ausliegt. Im Übrigen sei das Konzept auch auf der Homepage der Stadt und in Kürze auch auf der des Museums nachzulesen. Bislang, ergänzte Uwe Beitz, hätten die Mitglieder daran allerdings kaum Interesse gezeigt.

Bürgermeister Sibbel machte deutlich, dass das Museumskonzept Grundlage der künftigen Museumsarbeit sei. Der Fachausschuss werde sich einmal jährlich mit dem Stand der Realisierung befassen. Sobald das Museum eine Prioritätenliste erstellt hat, werde man darüber politisch beraten und gegebenenfalls die erforderlichen Gelder zur Verfügung stellen.

Vereinsmitglied und Ratsherr Rainer Beuthel plädierte für eine Personalaufstockung im Stadtarchiv um mindestens eine halbe Stelle: „Das Archiv ist noch nicht richtig erschlossen. Das wird Teil des politischen Diskurses werden.“

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erstellt am 20.Mär.2015 | 13:02 Uhr

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