Integration : Neuer Treff – Baustein zur Integration

Norbert Christians (r.) betreut im Wechsel mit weiteren Helfern den neuen Treff im Saal der Alten Schmiede in Vogelsang-Grünholz. Hussain (v.l.), Abdulruhman und Abdulbaset sind gern im Treff und spielen Billard.
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Norbert Christians (r.) betreut im Wechsel mit weiteren Helfern den neuen Treff im Saal der Alten Schmiede in Vogelsang-Grünholz. Hussain (v.l.), Abdulruhman und Abdulbaset sind gern im Treff und spielen Billard.

Jeden Donnerstag ab 19 Uhr jetzt offener Treff im Saal der Alten Schmiede in Vogelsang-Grünholz / Betreuer vor Ort

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02. März 2017, 06:37 Uhr

Damp | Billard oder Tischkicker spielen, in gemütlichen Sitzecken klönen oder Karten und andere Spiele am Tisch spielen – alles ist möglich im neuen Treffpunkt in Vogelsang-Grünholz. Im großen Saal des ehemaligen Hotels Alte Schmiede, gegenüber von Damp-Soft, hat der Helferkreis Damp einen offenen Treffpunkt eingerichtet. Seit Anfang des Jahres ist dort jeden Donnerstag ab 19 Uhr geöffnet.

„Wir wollen den Austausch fördern“, sagt Norbert Christians, der sich mit Erk Kanis und Günther Schumann abwechselnd um die Aufsicht kümmert. Mal kommen acht, mal kommen 20 Besucher und bringen Leben in den alten Saal. Den hat der Helferkreis mit geringen Kosten und vielen Spenden hergerichtet, berichtet Wibke Starck. Teppich, Farbe, Vorhänge und Lampen über den Spieltischen haben den Saal gemütlich gemacht. Eine gespendet Musikanlage sorgt für Musik. Starck koordiniert die Flüchtlingshilfe in Damp und sieht in dem neuen Treffpunkt einen weiteren Baustein, um die neuen Bürger aus Syrien oder Afghanistan zu integrieren.

„Wir wollen zu den bestehenden Angeboten keine Konkurrenz sein, sondern im Gegenteil: wir wollen etwas Zusätzliches anbieten und uns dabei gerne mit den bereits lange Jahre aktiven Menschen vernetzen, um bei überschneidenden Interessen, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen“, sagte sie. Und so waren kürzlich zahlreiche Mitglieder des Damper Jugendbeirats und von InterAct aus Eckernförde gekommen.

Moritz Koch und Tim Laue waren begeistert von dem Raum. „Hier könnte der Jugendbeirat auch einen Filmabend machen“, sagte Moritz und sein Freund Tim nickte. „Ist viel mehr Platz hier, als im Jugendraum“. Und auch die Mutter von Moritz, Franziska Koch, die die jungen Jugendlichen begleitete, war ganz überrascht, was für ein schöner großer Saal in ihrer direkten Nachbarschaft zur Verfügung steht. Dort sei viel möglich, meinte sie, denn es könnten ja auch andere Gruppen den Raum nutzten. Das ist genau das, was sich Wibke Starck erhofft. Das Angebot im Saal, der wie das gesamte Gebäude vom Amt Schlei-Ostsee als Unterkunft für Flüchtlinge angemietet ist, dürfe gerne ausgebaut werden. Dafür werden noch Engagierte gesucht, die beispielsweise Kindernachmittage, eine Nähwerkstatt oder einen Frauentreff und vieles mehr organisieren.

Hoffnung hat der Helferkreis, dass der Donnerstagabend in der Alten Schmiede auch das Interesse der älteren Jugendlichen im Ort findet. „Um einen netten Treffpunkt zu bieten, wo auch Alkoholgenuss und Shisha-Rauchen möglich sind, muss aber immer eine Aufsicht da sein“, stellte Wibke Starck fest. Zudem gelten gewisse Regeln und Vorgaben. Einen Getränkeausschank gibt es nicht. Immer frisch zubereitet ist aber heißer Tee, der im Samowar bereit steht. „Das ist ein Stück Heimat“, sagte Ahmad und verrührte den Zucker im schlanken Teeglas.

Für Lukas Hirsch, er gehört zur Eckernförder Gruppe InterAct, war der Besuch in Vogelsang sehr interessant. Er wurde von mehreren Flüchtlingen aus Eckernförde begleitet. So fand Khalil das Angebot sehr interessant. Zudem kenne er den einen oder anderen Besucher aus dem Deutschunterricht in Eckernförde. Sie würden wieder kommen, meinte Hirsch.

Kontakt hat Wibke Starck auch schon zur Kirchengemeinde Sieseby und zur Landjugend Schwansen geknüpft. Pastorin Kirsten Erichsen hatte bereits angedacht, kunterbunte Kindernachmittage statt im Siesebyer Pastorat auch mal im Saal in Vogelsang auszurichten. „Eine weitere Vernetzung ist uns sehr willkommen. Interessierte Gruppen oder Einzelpersonen können sich gerne melden“, stellte Starck fest.

Ein Grund den Saal zu besuchen ist auf jeden Fall am Sonnabend, 25. März. Dann wird zur Party eingeladen. Bereits im November gab es eine Party, die viele begeisterte, berichtete Norbert Christians. Er habe jetzt Zeit und sei gerne in dem Treff. Im Gespräch mit den Geflüchteten hätte er schon viel gelernt. „Es ist einfach interessant zu hören, was sie zu erzählen haben“, sagte er. Mit dem Kennenlernen steigt das Miteinander, gerade in einer ländlichen Region. Dabei hofft er auf mehr deutschsprachige Besucher, einfach um auch die Sprachförderung der neuen Mitbürger zu verbessern. Das hofft auch Abdulbaset. Der Syrer studierte in seiner Heimat Englische Literatur, jetzt müht er sich, die deutsche Sprache zu lernen. Zur Entspannung greift er zum Tischtennisschläger und spielt mit Erk Kanis eine Partie an einer Platte in der Mitte des Saals.

Infos und Anfragen an Wibke Starck unter Tel. 0174/24  45  00  4. In einer Ecke des Saals nimmt der Helferkreis auch Kleinmöbel und Kleingeräte an, um sie an die Neubürger weiter zu geben

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