Neuer Rüstwagen zum halben Preis

Gerätewart Jörg Pommerening mit dem Plasma-Schneider.
1 von 2
Gerätewart Jörg Pommerening mit dem Plasma-Schneider.

Der neue Rüstwagen der Freiwilligen Feuerwehr Damp-Dorotheenthal ist mit 189 000 Euro nur halb so teuer wie der nach der Din-Norm ausgerüstete, ist aber exakt auf die Bedürfnisse zugeschnitten und erfüllt somit alle Anforderungen der Damper Wehr. Für so viel Kostenbewusstsein gabs ein Sonderlob von Kreisbrandmeister Hans Lohmeyer.

Avatar_shz von
19. Mai 2009, 09:35 Uhr

Damp | Die Schwansenstraße (B 203) verläuft in Hörweite. Die stark befahrene Bundesstraße zwischen Eckernförde Damp und Kappeln dürfte das Haupteinsatzgebiet für den neuen Rüstwagen der Freiwilligen Feuerwehr Damp-Dorotheenthal werden, der am Sonnabend feierlich in Dienst gestellt wurde. Die Damper Wehr hat ihr neues Fahrzeug nicht einfach aus dem Katalog bestellt, sondern aktive Fahrzeugentwicklung betrieben. Herausgekommen ist ein wahres Spar-Modell: Die Damper Experten um Wehrführer Johannes Dibbern und Gerätewart Jörg Pommerening haben ihren neuen Rüstwagen ganz auf ihre individuellen Bedürfnisse angepasst, zahlreiche nicht unbedingt erforderliche Ausrüstungsgegenstände weggelassen, dafür aber andere wichtige Geräte wie den Plasma-Schneidbrenner zum Herausschneiden von Unfallopfern aus ihren Fahrzeugen extra bestellt. Am Ende eine Rechnung, die aufgeht: Der von MAN (Unterbau) und der Rendsburger Firma Ziegler gebaute und ausgestattete Rüstwagen entspricht allen Erfordernissen und kostet mit 189 000 Euro nur die Hälfte wie der "genormte" Rüstwagen ab Werk.

Dass die Damper nicht einfach bestellt, sondern sich "einen Kopf gemacht" haben, imponierte allen. Vor allem aber dem obersten Feuerwehrmann des Kreises, Hans Lohmeyer. Der Kreisbrandmeister bezeichnete den Rüstwagen dennoch als "Din-gerecht" und damit zuschussfähig uns stellte das Beispiel Damp-Dorotheenthal als vorbildlich heraus. Es sei für ihn "ein Signal, dass es nicht immer 110 Prozent sein müssen, sondern die Einsatzfähigkeit auch bei 98 Prozent gewährleistet ist". Die verfügbaren Haushaltsmittel müssten so effektiv wie möglich eingesetzt werden. Das gelte auch für die Zusammenarbeit der Wehren im Amt Schlei-Ostsee wie auch über die Kreisgrenzen hinweg jenseits der Schlei mit den Wehren im Kreis Schleswig-Flensburg. Lohmeyer wies aber auch darauf hin, dass im neuen Rüstwagen noch viel Platz für Nachrüstungen sei, die auf jeden Fall angesichts der sich rasant entwickelnden Technik kommen werden.

Amtswehrführer Uwe Wichert lobte die nunmehr optimale fahrzeugtechnische Ausrichtung der Damper Wehr hinsichtlich Brandabwehr und Hilfeleistungen. Bürgermeister Horst Böttcher stellte wie auch der stellvertretende Amtsvorsteher Wolf-Dieter Ohrt das große ehrenamtliche Engagement der Feuerwehrleute heraus und wünschte ihnen allzeit eine sichere Rückkehr von ihren Einsätzen. Auch der Vertreter des Ostseebades Damp, das die Anschaffung des Rüstwagens zusammen mit der Gemeinde und der Feuerschutzsteuer mitfinanziert hat, Touristik-Chef Claudio Kerp, dankte der Wehr für die stets gute Zusammenarbeit.

Im April 2007 habe der Wehrvorstand erkannt, dass der alte Rüstwagen aus dem Jahr 1979 den Anforderungen an die zunehmenden Unfalleinsätze nicht mehr gerecht wird, im Mai 2007 wurde der Antrag für die Neuanschaffung an die Gemeinde gestellt, am 17. Juli 2008 erteilte die Gemeinde dann den Auftrag, erinnerte Wehrführer Johannes Dibbern an den "kurzen Prozess", den die Neuanschaffung genommen habe. Dibbern dankte im Rahmen des Kommers im Feuerwehrgerätehaus den Entscheidungsträgern in der Gemeinde. Der neue Rüstwagen sei keineswegs ein "neues Spielzeug" für die Wehr, wie zuweilen zu hören sei, sondern "ein Fahrzeug für unsere tägliche Arbeit. Wir brauchen ein vernünftiges Handwerkszeug, und das haben wir heute bekommen."
Der Rüstwagen
Die Feuerwehr Damp-Dorotheenthal verfügt über drei Fahrzeuge, eines davon ist der neue Rüstwagen. Ausgestattet ist er unter anderem mit einem Plasma-Schneidgerät zur Durchtrennung harter Stähle, hydraulischem Spreizer und Schere, festinstalliertem Notstromaggregat und Umfeldbeleuchtung. Die Betreuung übernehmen die sechs Gerätewarte um Jörg Pommerening. Ab heute wird auf dem Rüstwagen geübt.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen