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Eckernförder Zeitung

23. Oktober 2017 | 01:04 Uhr

Benefizlauf : Neuer Rekord beim Lauf ins Leben

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

1393 Teilnehmer waren am Wochenende beim Benefizlauf am Start. Die Deutsche Krebshilfe bekam 30 801 Euro Spenden. Beim Rahmenprogramm war der emotionale Höhepunkt die Kerzenzeremonie.

Auch wenn Petrus immer wieder seine Schleusen öffnete, strahlte über die vielen Zelte, Stände und die Laufbahn am Sportplatz des Schulzentrums Süd die Sonne. 1393 Teilnehmer sind am Wochenende in 53 Teams beim zehnten „Lauf ins Leben“ gestartet und haben damit einen neuen Rekord aufgestellt. Solidarität mit krebskranken Menschen zu zeigen – das ist das Motto des 22-Stunden-Laufs. Schließlich erkranken laut der Deutschen Krebshilfe in Schleswig-Holstein jährlich 19 000 Menschen an Krebs.

Wer auf den Sportplatz kam, wurde gleich von Ilona Möller und ihrem Team begrüßt. Seit Beginn des Projektes sorgt sie für die Gestaltung der Kerzentüten, die bemalt oder zur eigenen Gestaltung erworben werden können. Im Frühstückszelt erwarteten Heide Böse und ein hochmotiviertes „Bedienungspersonal“ rund 90 Gäste. Auch dort war die familiäre Stimmung zu spüren. Schirmherrin Harriet Heise und Professor Dr. Thomas Becker von der Krebsgesellschaft Schleswig-Holstein fanden schnell das Gespräch mit Betroffenen und Angehörigen. Beide sind sich einig: „ Ein Projekt, dass man mit vollem Herzen unterstützen kann. Über die medizinische Hilfe hinaus, ist gerade diese Unterstützung Kraftgeber für die Patienten und deren Angehörigen.“

Bürgermeister Jörg Sibbel begrüßte die Anwesenden im sportlichen Lauf-Outfit: „Wir haben ein gemeinsames Ziel: den Kampf gegen den Krebs“, sagte er. „Kämpfen kann man aber nur gegen etwas, das man kennt.“ Voller Freude gab die Schirmherrin danach den Startschuss zum Jubiläumslauf, der traditionsgemäß von den Ehrengästen mit einer gemeinsamen Runde beginnt.

Auf der Laufbahn herrschte innerhalb der 22 Stunden stets ein reges Treiben. Walken, gehen oder laufen war gestattet, die Hauptsache war, dass man sich fortbewegte. Manche gingen in Gedanken versunken, manche im Gespräch, andere liefen zielstrebig ihre Bahnen. Viele der teilnehmenden Teams sind schon seit mehreren Jahren dabei. Für den Gettorfer TV und die „UmlaufECKsperten“ der Stadtverwaltung Eckernförde war es der zehnte Lauf, passend zum Jubiläum. Die Teammitglieder begründen dies mit dem Spaß und der Freude, die ihnen die Veranstaltung bereitet. Die größte Mannschaft stellte in diesem Jahr der SV Fleckeby, der mit 229 Läufern an den Start ging.

Das Team der Praxis für Allgemeine und Innere Medizin am Ochsenkopf ist seit neun Jahren beim „Lauf ins Leben“ dabei. Dörthe Paulsen gehört zu den Urgesteinen der Mannschaft, die sowohl aus Medizinern als auch aus betroffenen Patienten besteht. „Es ist wichtig, dass wir als Ärzte präsent sind“, sagt sie. Außerdem wolle sie mit ihrer Teilnahme Krebspatienten unterstützen. Teamkollege Dr. Sebastian Irmer stimmt ihr zu. „Wir laufen mit unseren eigenen Patienten oder deren Angehörigen“, erklärt er und erzählt von einem Mann, der vor vier Wochen seine Therapie beendet hat und nun drei Runden um den Sportplatz gelaufen sei.

Zum ersten Mal anwesend war Hans-Christian Sander (62) aus Schleswig, der zwischen zwei Schornsteinfegern als Glücksbringer stand. „Ich bin das erste Mal hier und fühle mich gleich wie in einer großen Familie. Nach einer Leukämie-Erkrankung habe ich einem Spender mein neues Leben zu verdanken“, erzählte er. Als Dank veranstaltet er seit sieben Jahren in Schleswig ein Spenden-Bowlingturnier.

Für viel Unterhaltung sorgte das Rahmenprogramm, vom plattdeutschen Theater bis hin zur Country-Musik, von der Massage bis zum Blick in die Sterne mit dem Astro Team. In den Regenpausen überraschte Christiane Oppermann große und kleine Besucher mit farbenfrohen Seifenblasen. Staunend wurden die schillernden, kleinen und großen federleichten Kugeln die durch die Luft schweben, betrachtet. Daneben gab es drei Vorträge zum Thema Krebs. Ein emotionaler Höhepunkt war am Sonnabendabend die Kerzenzeremonie. Dort schickten die Teilnehmer Wünsche, Gedanken, Gedichte und ganz persönliche Botschaften in den Himmel. Während der Nachtläufe war die Laufbahn von selbst gestalteten und bemalten Kerzentüten umsäumt.

Katharina Papke, Geschäftsführerin der Deutschen Krebsgesellschaft, war mit der zehnten Ausgabe der Veranstaltung sehr zufrieden. „Überall herrschte eine positive Stimmung, und es wurden gute Gespräche geführt“, blickte sie auf das Wochenende zurück. Auch von der Arbeit der 90 ehrenamtlichen Betreuer, zu denen das THW und die Mitarbeiter der Helios-Klinik gehörten, war sie begeistert: „So viele hatten wir noch nie.“ Erfreulich ist zudem die Spendenhöhe, die durch die Teilnahmegebühr und weitere Sammlungen zusammen gekommen ist. Insgesamt 30 801,28 Euro gehen an die Deutsche Krebshilfe.

 

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