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Die kennen sich aus : Neuer Nachwuchs bei den Stadtführern

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Fünf neue Stadtführer erhielten am Mitwoch ihre Urkunde. Der Schwerpunkt in 2017 soll auf Führungen für Kinder und Jugendliche liegen.

shz.de von
erstellt am 28.Apr.2017 | 05:52 Uhr

Eckernförde | Wenn Stadtführer mit ihren Gästen den Hafen besuchen, kommt häufig als erstes die Frage: Ist das hier die Schlei? Oder auch: Gibt es hier Ebbe und Flut? Diese Fragen müssen demnächst auch Uwe Bengius, Ulrich Hedtke, Patrick Keruzec, Ilona Trawiel und Hanne Kleist beantworten. Sie haben am Mittwoch in einer kleinen Feierstunde im Domkrug das Zertifikat als Stadtführer bekommen. Vorher mussten die fünf bei einem Stadtrundgang vor der Prüfungskommission ihr erworbenes Wissen beweisen.

30 Stunden Ausbildung liegen hinter ihnen. Zum dritten Mal leitete Wolf Dahl, selbst zertifizierter Stadtführer, den Kurs. Dieser wird nur selten angeboten – die letzte Ausbildung liegt sieben Jahre zurück. Viel Wissen aus den unterschiedlichsten Bereichen mussten sich die Frauen und Männer sich aneignen. Das Eckernförde von heute mit aktuellen Daten, Informationen über Wirtschaft und Politik, öffentlichen Einrichtungen und die dänische Minderheit gehörte genauso zum Unterrichtsstoff wie die Entstehung der Stadt, ihre Entwicklung sowie die Rolle von Fischerei, Hafen, Räuchereien, Militär. Markante Gebäude, wie die St.-Nicolai-Kirche, die Borbyer Kirche, das Museum Alte Fischräucherei, das Museum oder auch das Ostsee Info-Center wurden genau unter die Lupe genommen. Auch der Naturschutz und Umweltprojekte, die die Stadt betreibt, gehörten zum Unterrichtsinhalt. „Einige Modellführungen mit anderen zertifizierten Stadtführern sorgten dafür, dass die Praxis nicht zu kurz kam“, sagte Christel Fries, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Stadtführer Eckernförde.

Seit 25 Jahren gibt es die Stadtführer im Ostseebad. In diesem Zeitraum fanden sieben Ausbildungen statt. Zurzeit führen 17 Aktive die Gäste durch die Stadt. Dass die frischgebackenen Stadtführer gebraucht werden, zeigen die Zahlen. „1,7 Millionen Tagesgäste verzeichnete die Eckernförde Touristik und Marketing GmbH im vergangenen Jahr“, erklärte ETMG-Geschäftsführer Stefan Borgmann, der im Namen der Stadt die Zertifikate übergab. 30  000 Besucher nahmen 2016 an Stadtführungen teil.

Was vor 25 Jahren in einem bescheidenen Rahmen begann, hat sich mittlerweile zu einem wichtigen Zweig in der Touristik entwickelt. So gibt es spezielle thematische Führungen, zum Beispiel „Auf den Spuren von Denkmälern und Skulpturen“, die Wolf Dahl anbietet. „In diesem Jahr wollen unser Augenmerk verstärkt auf Führungen für Kinder und Jugendliche lenken, zum Beispiel für Schulklassen“, sagte Fries. Denn diese seien die besten Werbeträger, wenn sie ihren Eltern zu Hause von Eckernförde erzählten.

„Eckernförde ist total schön, und ich wollte immer schon die Hintergründe kennenlernen“, verriet Ilona Trawiel (59) ihre Motivation, Stadtführerin zu werden. Bedenken hat die Gammelby-erin nicht: „Wenn man so viel gelernt hat, will man es jetzt auch weitergeben.“

Die bewegte politische Geschichte Schleswig-Holsteins sei schon eine schwierige Thematik gewesen, bekannte Hanne Kleist. Sie habe erst einen roten Faden finden müssen, um einen Zusammenhang zu finden. Eckernförde liebengelernt hat auch Patrick Keruzec. Der gebürtige Franzose war viele Jahre Lehrer in Louisenlund. Sollten Gäste in Zukunft eine Führung in französischer Sprache wünschen, ist der 65-Jährige auch dafür zur Stelle.

„Vielleicht entwickeln Sie ihre ganz eigene Führung, weil sie einen speziellen Blickwinkel auf Eckernförde haben“, beglückwünschte Stefan Borgmann die Neulinge. Christel Fries und ihr Stellvertreter Manfred Trettow luden die neuen Stadtführer zum monatlichen Treffen ein und gaben ihnen den Tipp, bei Führungen dazuzustoßen, um Erfahrungen zu sammeln. „Denn Auftreten und Rhetorik sind wichtiges Handwerkzeug. Und vieles erarbeitet man sich erst in der Praxis“, sagte Fries.

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