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Eckernförder Zeitung

16. Dezember 2017 | 16:43 Uhr

Neuer Glanz für den Engel auf der Alten Post

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Eckernförder Künstler Eckhard Kowalke hat den von Otmar Alt bemalten Engel der Alten Post restauriert

von
erstellt am 22.Dez.2016 | 06:09 Uhr

Der zweite Stadt-Engel steht nach seiner einwöchigen Schönheitskur im Haus Kowalke wieder an seinem angestammten Platz in 20 Metern Höhe über der Innenstadt auf dem Dach der Alten Post. Dort soll er – fest verschraubt, in frischem Farbenkleid und den Blick gen Hafen zu seinem goldenen Pendant auf dem Dach des Rundsilos –, mindestens die nächsten zehn Jahre über die Stadt wachen und eine Art Schutzengelfunktion übernehmen.

Der von Otmar Alt veredelte Engel sieht fast so jungfräulich aus wie an seinem ersten Tag, dem 9. Dezember 2005. Der Eckernförder Künstler Eckhard Kowalke hat den Engel von Moos und Flechten befreit, die Farbgebung und Gestaltung fotografisch dokumentiert, die verwitterten Farbschichten auf der 2,25 Meter großen und 50 Kilogramm schweren Kunststoffform angeschliffen, sich beim Eckernförder Fachhändler Fritzke die Originalfarben besorgt beziehungsweise anmischen lassen und dann in sechs Schichten aufgetragen. Zuvor hatte sich der Initiator der Aktion und Noch-Besitzer der Alten Post, Günter Haß – ab 1. Januar gehört das Gebäude der Eckernförder Bank –, von der Otmar-Alt-Stiftung in Hamm grünes Licht für die Restaurierung des Kunstobjektes geben lassen.

Es war höchste Zeit, um den Engel für eine Überholung auf die Erde zu holen. „Ich war verwundert, in jedem der Flügel waren mindestens 10 Liter Wasser“, sagt Eckhard Kowalke, der den Engel in einer Garage auf dem Posthof saniert hat. Um so etwas künftig zu verhindern hat er kleine Löcher in die Flügelränder gebohrt, damit das Wasser abfließen kann und nicht im Laufe der Jahre die Statik und Standfestigkeit des Engels gefährdet, der in luftiger Höhe besonders starken Belastungen ausgesetzt ist. Kowalke, der dem Engel jetzt eine Woche sehr nahe gekommen war, nahm dabei auch Details wahr, die sonst nicht zu erkennen sind. So hat Otmar Alt dem nach ihm benannten Engel an einem Auge zwei, am anderen aber drei untere Wimpernstriche verpasst. Eine Erklärung dafür hat der Eckernförder Künstlerkollege nicht.

Überhaupt sind die Farb- und Formengebung auf Rumpf und Flügeln einzigartig und zeigen die hohe künstlerische Qualität des Malers, Grafikers, Designers und Bildhauers. Der 1940 in Wernigerode geborene Otmar Alt hat nach seinem Studium an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin seine künstlerische Vielseitigkeit in unzähligen Arbeiten und Ausstellungen unter Beweis gestellt. Um den künstlerischen Nachwuchs zu fördern und soziale Projekte zu fördern gründete er 1991 die Otmar-Alt-Stiftung. Alt gilt als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler in Deutschland. Sein Aussage, „ich wünsche mir, dass meine Bilder dazu beitragen, dass wir menschlicher miteinander umgehen“, ist von ungebrochener Aktualität.

So nah wie Eckhard Kowalke („Wer weiß, wann er das nächste Mal wieder fliegt?“) kommen dem Engel nur die Dachdecker, die für den Transport und die Montage zuständig waren. Er entfaltet aber auch in 20 Metern Höhe seine besondere Wirkung.

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