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Zuhause auf Zeit : Neue Unterkunft für 30 Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Amt Dänischer Wohld stellt Räume am Karl-Kolbe-Platz vor / Haus in Schinkelhütten wird weiterhin benötigt / Suche nach Grundstück für Neubau läuft

von
erstellt am 01.Apr.2015 | 06:00 Uhr

Gettorf | Der Supermarkt am Karl-Kolbe-Platz ist endgültig Geschichte: Nach zweimonatigem Umbau wurde gestern die neue Asylbewerberunterkunft in dem Erdgeschoss des Mehrfamilienhauses in der Bergstraße 16 der Öffentlichkeit vorgestellt. Auf 550 Quadratmetern wurden elf Zimmer plus Sanitärräume, Multifunktions- und Gemeinschaftsraum eingerichtet, die nach Ostern bezogen und 30 Personen ein Zuhause auf Zeit sein werden.

Der 480  000 Euro teure Umbau war auch für Architekt Matthias Wohlenberg aus Eckernförde etwas Außergewöhnliches. „Ein interessantes Projekt“, sagte er gestern beim Rundgang. Wer die Räumlichkeiten vorher nicht kannte, wird sich kaum vorstellen, dass dort einmal Güter des täglichen Bedarfs über den Tisch gingen. Der Eingang mündet in den Gemeinschaftsraum, in dem Sofas und ein Fernseher Platz gefunden haben – Spenden von Bürgern aus dem Amtsbereich. Daran grenzt auf der linken Seite eine von zwei Gemeinschaftsküchen, auf der rechten ein Multifunktionsraum, der wegen der großen Zahl an zu erwartenden Flüchtlingen zunächst jedoch auch als Unterkunft für zwei Personen genutzt werden wird, machte Amtsdirektor Matthias Meins deutlich. Zu den 70 Flüchtlingen, die das Amt bereits aufgenommen und in Wohnungen in Gettorf und anderen Gemeinden unterbringen konnte, werden weitere 124 erwartet, teilte Meins weiter mit – eine im Dänischen Wohld nie zuvor dagewesene Dimension. Deshalb sei es auch wichtig, die zurzeit freie Unterkunft in Schinkelhütten im Sanitärbereich schnellstmöglich auf einen modernen Stand zu bringen, wie es der Amtsausschuss beschlossen hat, machte Amtsvorsteher Kurt Arndt deutlich. Sie bietet Platz für weitere 30 Personen.

Die elf Zimmer, die je nach Größe für zwei, drei oder vier Bewohner ausgelegt sind, sind über einen langen Flur zu erreichen, der vom Gemeinschaftsraum abgeht. Am Ende befinden sich die zweite Küche, ein Hauswirtschaftsraum mit Waschmaschinen und Trocknern sowie ein Familienzimmer. Die Funktionsräume sind grau gekennzeichnet und gehalten, die Wohnräume in gelb und grün – ein Ergebnis des Spagats zwischen Funktionalität und Freundlichkeit, erklärte Wohlenberg.

Die Räume hat das Amt auf zehn Jahre gemietet – für „eine sozial verträgliche Pacht“, betonte der Amtsdirektor, der sich froh zeigte, ohne eine Containerlösung im Amtsbereich auszukommen. Weil klar ist, dass die Unterkunft in Schinkelhütten auf Dauer zu kostspielig im Unterhalt wie auch für eine Modernisierung ist, wird nach einem geeigneten Grundstück für einen Neubau gesucht, möglichst in Gettorf. „Wir sind dabei, mit den Bürgermeistern der amtsangehörigen Gemeinden ein Konzept auf die Beine zu stellen“, teilte Arndt mit. Das sei eine große Herausforderung für das Amt, der er jedoch zuversichtlich gegenüber stehe.

Die Anwohner der Bergstraße waren zu der Begehung der Räume gestern Mittag eingeladen worden, die Notwendigkeit für die Einrichtung der Unterkunft wurde ihnen schriftlich erläutert. Negative Rückmeldungen habe es nicht gegeben, sagte Meins. Das Zusammenspiel zwischen Verwaltung, Politik, Polizei und Ehrenamt klappe hervorragend und habe eine Ruhe geschaffen, in der eine Willkommenskultur in der Bevölkerung aufgebaut werden konnte, erklärte Arndt. Unter den Besuchern waren gestern auch Sönke Bahr von der Polizeistation Gettorf, der den Bewohnern das in Deutschland vertraute Bild der Polizei als Freund und Helfer vermitteln möchte, sowie Schinkels Bürgermeisterin Sabine Axmann-Bruckmüller, Koordinatorin des Flüchtlingsbeirats, und Christian-Albrecht Schnarke, zuständig für Öffentlichkeit und Finanzen im Beirat. Sie sind zwei von derzeit 40 Helfern, die den Flüchtlingen zur Seite stehen. Und sie wünschen sich noch mehr Unterstützer, die bereit sind, die Menschen nach ihrer Ankunft im Dänischen Wohld zu begleiten, um die angekündigte Zahl der zu erwartenden Personen abdecken zu können, betonte Schnarke. Wer sich dafür melden möchte, erreicht den Beirat unter Tel. 04346/93  93  56 oder 0431/31  18  26, per E-Mail an sabine.axmann-bruckmueller@fiete.net oder cschnarke@ki.tng.de. Wer Fragen rund um die Flüchtlingsunterkunft hat oder den Bewohnern in irgendeiner Weise helfen möchte, wendet sich an Sousan Hillenbrand im Amt, Tel. 04346/91  230.

 

 

 

 

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