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Kinderhilfsprojekt in Afrika : Neue Uniformen für die Erstklässler in Kibosho

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Dr. Hans-Joachim und Ingrid Miertsch sind von ihrer Hilfsreise nach Tansania zurückgekehrt. Seit mehr als zehn Jahren kümmern sich der Augenarzt und die Lehrerin um die medizinische Versorgung und die Bildung vor Ort.

Bildung und Medizin – mit diesen beiden Gütern im Gepäck reisen Ingrid und Dr. Hans-Joachim Miertsch jedes Jahr für vier Wochen an den Fuß des Kilimandscharo, um Aufbauhilfe zu leisten. Vor einem Monat sind die Lehrerin und der Augenarzt von einer weiteren Reise nach Tansania zurückgekommen. Dieses Mal stiegen sie jedoch früher als geplant ins Flugzeug, denn Ingrid Miertsch hatte sich mit dem Malaria-Virus infiziert.

Dr. Hans-Joachim Miertsch arbeitet seit 2003 im Rahmen einer Kurzzeitdozentur als Augenarzt im Kilimanjaro-Christian-Medical-Centre (KCMC) in Moshi. Dort bereitet der 66-Jährige junge Augenärzte auf Operationen vor und unterstützt sie bei Komplikationen. Das Operationstraining sei besonders anstrengend, weil viele der Kollegen keine Erfahrung hätten. Wann er helfen muss, weiß er genau. „Ich sehe sofort, wenn jemand das Messer nicht richtig führt“, sagt er.

Die Augenklinik in Moshi hat ein Einzugsgebiet von rund elf Millionen Menschen. Viele von ihnen kommen mit den außergewöhnlichsten Erkrankungen zu dem deutschen Arzt, die dieser sonst nur aus Lehrbüchern kennt. In diesem Jahr behandelte er eine junge Patientin, die wegen einer Speikobra an einer Hornhautverätzung litt. Das Auge konnte jedoch durch eine frühzeitige Spülung gerettet werden. An die Risiken, die eine Operation mit sich bringt, denken die afrikanischen Patienten nicht. „Sie haben nichts zu verlieren, denn es kann ihnen nach dem Eingriff nur besser gehen“, erklärt der Augenarzt. Für die Untersuchungen und Behandlungen hat er vor Ort einen Augenlaser und ein Augendruckmessgerät eingerichtet. Das Gerät ermöglicht die Messung des Augendrucks ohne das Auge zu berühren.

Während sich Hans-Joachim Miertsch um die medizinische Versorgung und Ausbildung kümmert, arbeitet seine Frau für ihr Kinderhilfsprojekt. Vor neun Jahren riefen sie dieses Projekt ins Leben, um den Kindern der Angestellten der Klinik einen Schulbesuch zu ermöglichen. „Schuluniform, Rucksack und Schulspeise kosten für ein Kind 35 Euro pro Jahr“, erzählt Miertsch. „Das kann sich nicht jede Familie leisten.“

Nur jedes zweite Kind wird in Kibosho eingeschult, 21 waren es in diesem Jahr. Eine Uniform ist dafür Pflicht. In größeren Familien werden nur die Jungen zur Schule geschickt, wenn das Geld nicht für alle Kinder ausreicht. Die Mädchen bleiben dann zu Hause. Der Bedarf an Uniformen ist groß, sagt Miertsch. Die 60-Jährige finanziert diese durch Spenden und den Verkauf von kleinen Büchern, bunten Foto-Postkarten und Tabletts. Wenn nach dem Kauf der Schuluniformen noch Geld übrig bleibt, wird es für Renovierungen genutzt.

Im Januar dieses Jahres wurden die alten Latrinen des Gemeindesaals in Kibosho renoviert und auch der Kindergarten bekam neue Latrinen. Außerdem wurden Waschbecken in den Toiletten installiert. Miertsch musste stets darauf achten, dass sich die Kinder die Hände wuschen, nachdem sie auf der Toilette waren – das seien sie ja nicht gewohnt.

>Spenden: Stichwort „Kinderhilfsprojekt Familie Miertsch“ beim Aktionskreis Ostafrika Traunstein, Kontonr. 5763099, BLZ 710 520 50 (Kreissparkasse Traunstein-Trostberg)

 

 

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erstellt am 23.Feb.2014 | 07:30 Uhr

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