zur Navigation springen
Eckernförder Zeitung

20. November 2017 | 12:49 Uhr

Sanierung : Neue Technik spart Geld

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

605000 Euro investiert / Modernisierung des Klärwerks entlastet Haushalt um 35 000 Euro im Jahr

shz.de von
erstellt am 19.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Das Kalksilo kommt weg, das Maschinenhaus wird umgebaut, eine geschlossene Containerhalle angebaut und das Herzstück, die alte Schlammentwässerungsanlage wird durch eine neue, wesentlich effektiver arbeitende Hochleistungszentrifuge ersetzt. Bis dahin übernimmt ein provisorisch aufgestelltes Leihgerät die Schlammentwässerung.

Am 12. März haben die Umbauarbeiten zur Modernisierung des voll biologisch arbeitenden Klärwerks in Gettorf, dass 1954 gebaut und in den Jahren 1976 und 1996 technisch erneuert wurde, begonnen. Ende Mai soll alles fertig sein. Bürgermeister Jürgen Baasch und Betriebsleiter Holger Störmer sind zufrieden mit dem Fortschritt der Umbauarbeiten. „Die alte Schlammentwässerungsanlage war 18 Jahre alt“, erläutert Holger Störmer. „Sie entsprach einfach nicht mehr dem heutigen Stand der Technik. Wir hatten immense Betriebs- und Unterhaltungskosten und Ersatzteile waren kaum noch zu beschaffen.“ Allein 20 000 Euro kosteten die 180 Tonnen Branntkalk im Jahr, die dem Klärschlamm zur Stabilisierung und zum Nachtrocknen zugegeben werden mussten. Dazu kam, dass die alte Siebbandpresse den Schlamm nur um maximal 15 Prozent entwässerte. Der Schlamm wurde also mit einem Wasseranteil von 85 Prozent weggefahren. 112 Tonnen Klärschlamm fielen im Monat an, dessen Abtransport Kosten von 110 000 Euro im Jahr verursachte. Durch den Umstieg auf die Hochleistungszentrifuge erhöht sich der Entwässerungsgrad des Klärschlamms ohne Zugabe von Kalk auf bis zu 25 Prozent. Die Aufkalkung für 20 000 Euro im Jahr entfällt, und es fällt ein Drittel weniger Klärschlamm an – eine Einsparung von 35 000 Euro im Jahr. „Und auch für uns als Personal bedeutet das eine deutlich sauberere Arbeit“, erklärt Störmer.

605 000 Euro hat die Gemeinde Gettorf insgesamt für den Umbau der Kläranlage im Haushalt bereit gestellt. An den Kosten beteiligen sich auch die ans Klärwerk angeschlossen Gemeinden Osdorf und Lindau mit den Ortsteilen Neu Revensdorf und Revensdorf. Ihr jeweiliger Anteil berechnet sich nach so genannten Einwohnerwerten, ein in der Wasserwirtschaft gebräuchlicher Vergleichswert für die in Abwässern enthaltenen Schmutzfrachten, um die Belastung einer Kläranlage abzuschätzen. Die Anlage in Gettorf ist ausgelegt für 12 900 Einwohnerwerte. „Amortisiert haben sich die Kosten sich in etwa zehn Jahren“, teilt Bürgermeister Baasch mit. „Dann schreiben wir auch wieder schwarze Zahlen.“ Er ist froh über die neue Anlage. Sie sei sogar ein kleiner Beitrag zum Umweltschutz, findet er. „Wir sparen Energiekosten, der Transport von Kalk entfällt, und es muss weniger Schlamm abtransportiert werden.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen