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Eckernförder Zeitung

23. Oktober 2017 | 08:39 Uhr

Neue Sozialwohnungen - Anwohner in Sorge

vom

Besorgte Bewohner traten vor den Bauausschuss: Sie befürchten zu hohen Lärm durch neue Wohnanlage

shz.de von
erstellt am 14.Aug.2013 | 03:09 Uhr

Gettorf | Die Anwohner der Straße Amselstieg sind besorgt. Auf dem Grundstück südlich der Fischerstraße und westlich des Amselstiegs, wo ehemals die Schlichthäuser standen, soll ein Gebäude mit 19 Sozialwohnungen errichtet werden. Bei der Sitzung des Bauausschuss in Gettorf brachten sie ihre Befürchtungen am Montagabend auf den Tisch.

Da die Zufahrt zum dazugehörigen Parkplatz über den Amselstieg erfolgen soll, befürchten sie durch das erhöhte Verkehrsaufkommen durch Lärm belästigt zu werden . Außerdem sehen sie die Sicherheit in ihrem verkehrsberuhigten Bereich gefährdet. Das hatten sie bereits in einem Schreiben erklärt und machten es in der Sitzung noch einmal deutlich. Ein Beschluss wurde dazu nicht gefasst.

Auf Vorschlag des Bauausschussvorsitzenden Marco Koch (CDU) soll zur nächsten Sitzung eine zweite, alternative Planung vorgestellt werden, wonach das Gebäude in den hinteren Teil des Grundstücks verschoben werden könnte. Die Parkplätze lägen dann vorne und wären von der Fischerstraße aus erreichbar. "Für uns ist keine der beiden Lösungen optimal", erklärte die am meisten betroffene Anwohnerin Gabriele Bolz. Würde das Gebäude nach hinten verschoben, würde sie von ihrem Grundstück aus direkt auf das Gebäude blicken.

Die Möglichkeit, die Wohneinheiten und damit die Parkplätze zu reduzieren, wurde seitens des Ausschusses ausgeschlossen. Denn sozialverträgliche Wohnungen dürfen nicht teuer sein. Gettorf schaffe das, indem die Gemeinde das Grundstück stellt. Weniger Wohneinheiten hieße die Miete zu erhöhen. Wollte man die Zufahrt über den Amselstieg nicht, bliebe nur die Alternative, das Gebäude nach hinten zu verschieben.

Neben dem Bauvorhaben in der Fischerstraße bot auch die Ölförderung Diskussionsstoff. Marco Koch kritisiert die Informationspolitik des Rheinisch-Westfälisches Elektrizitätswerks (RWE Dea). Nur aus der Presse habe er erfahren, dass die Firma plant, die Ölförderung im Feld Schwedeneck-See wieder aufzunehmen, das Öl über eine unterirdische Pipeline nach Gettorf zu transportieren und dort am Bahnhof zum Abtransport auf Kesselwagen umzuladen.

"In meinen Augen ist das keine schöne Informationspolitik der Firma RWE Dea, das nebenbei zu berichten", erklärte er. "Es wäre schön gewesen, wenn sie vorab das Gespräch mit der Gemeinde gesucht hätte."

Bürgermeister Jürgen Baasch (SPD) habe den Gettorfer Bahnhof als Umschlagplatz inzwischen abgelehnt. Marco Koch sprach sich dennoch dafür aus, sich dem Projekt nicht zu 100 Prozent zu verschließen. Denn das Öl werde schließlich trotz der Energiewende gebraucht. Eine Lösung könnte zum Beispiel eine Gleisanbindung etwa im Gewerbegebiet sein. "Wenn der Gemeinde etwas vorliegt, wird es eine Einwohnerversammlung zu dem Thema geben", kündigte Marco Koch an. "So etwas wird hier nicht hinter verschlossenen Türen besprochen. Dazu ist das Thema viel zu wichtig."

Auch der Umzug des Gettorfer Backhauses in den Gewerbepark Eichkoppel wurde in der Sitzung beschlossen. Der Bauausschuss musste hierfür einer Änderung im Bebauungsplan zustimmen. Diese war notwendig, weil bisher Einzelhandelsbetriebe mit Verkaufsfläche im Gewerbegebiet nicht zugelassen waren, um keine Konkurrenz zu den im Ortskern ansässigen Geschäften aufkommen zu lassen.

Die bisherigen Räumlichkeiten seien einfach zu eng für die Produktion der frischen Backwaren, sagt der Inhaber des Backhauses Jürgen Johannsen. Er möchte weiterhin an der Qualität und handwerklichen Backkunst festhalten. Mit dem Umbau erhält der Geschäftsmann 800 Quadratmeter auf denen auch ein Verkaufsstand eingerichtet werden soll.

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