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moderne Bildungseinrichtung ist Dienstleister : Neue Schule wird keine Luxusschule

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Elternvertreter der Gorch-Fock-Schule und der Schule am Wulfsteert begründen die Notwendigkeit des Pädagogischen Zentrums. Sie beurteilen die Zusammenarbeit mit der Stadt als konstruktiv und vertrauensvoll.

shz.de von
erstellt am 08.Dez.2016 | 05:09 Uhr

Eckernförde | Auf den Mädchenklos ist die Toilettenspülung nur mithilfe einer Kette zu betätigen. Sie hängt in einer Höhe, die für einen Erstklässler unerreichbar ist. Auch ansonsten macht die WC-Anlage in der Schule am Wulfsteert nicht den besten Eindruck und entspricht nicht den Anforderungen einer modernen Bildungseinrichtung. Das sehen auch die Elternvertreter der Gorch-Fock-Schule, die den Umzug ihrer Schule in die Räumlichkeiten am Wulfsteert sehr eng begleiten. Nach der Zusammenlegung beider Schulen entsteht eine neue Grundschule im Süden Eckernfördes, in der ab dem Schuljahr 2017/18 rund 380 Jungen und Mädchen in 17 Klassen unterrichtet werden sollen.

Vor kurzem hat die Stadt als Schulträger den Fahrplan für den umfangreichen Umbau in den jeweiligen Fachausschüssen diskutiert und bekanntgegeben. Das Projekt ist in zwei Abschnitte unterteilt: Im ersten sollen 2018 die Umstrukturierung und die Sanierung (Kosten: 1,2 Millionen Euro) erfolgen, im zweiten Abschnitt ein Jahr später der Neubau des Pädagogischen Zentrums (Kosten: 1  848  000 Euro). Kritik an demBauvorhaben kann Anja Bünte, Vorsitzende des Schulelternbeirates der Gorch-Fock-Schule, nicht verstehen: „Wenn wir schon umziehen müssen, möchten wir auch gern wieder ein Pädagogisches Zentrum haben. Es stellt ein wesentliches Element in unserem Schulalltag und unserer Schulpädagogik dar und hat mit Luxusschule gar nichts zu tun.“ Auf der Grundlage der zu erwartenden Schülerzahlen dürfe die Halle nicht zu klein ausfallen. Sie dient nicht nur als Pausenhalle bei schlechtem Wetter oder als Ort für sämtliche Veranstaltungen, wie Weihnachtsfeiern oder Vollversammlungen von Schülern oder Eltern, sondern wird auch in den Unterricht einbezogen. Arbeitsgruppen finden dort in einer Ecke genügend Raum und Ruhe. In Anbetracht der freien Schulwahl müsse eine Grundschule konkurrenzfähig sein, „sie darf keine Resteschule darstellen“, erklärt Bettina Stein, Mitglied der Elternvertretung der Gorch-Fock-Schule. Katrin Brencher (40) von der Elternvertretung Grundschule am Wulfsteert, pflichtet ihr bei: „Schule ist heutzutage ein Dienstleister.“

Nach Bekanntwerden des Schulentwicklungsplans, der auf dem Klemmgutachten von 2011 basiert, hatten Elternschaft und Kollegium zunächst entsetzt über die Umzugspläne für die Gorch-Fock-Schule reagiert – mittlerweile herrsche eine konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit der Stadt, sind sich die Elternvertreterinnen sicher. „Man hört uns zu“, sagt Julia Kahnau (35), Mitglied der Elternvertretung der Schule am Wulfsteert. So hat die Verwaltung aufgrund der Intervention der Elternvertreter sofort signalisiert, die teils veralteten sanitären Anlagen unabhängig von dem Maßnahmenpaket vorab zu renovieren und in einen hygienisch einwandfreien Zustand zu versetzen. „Wir Elternvertreter sind zufrieden mit der Zusammenarbeit mit der Verwaltung“, zieht Anja Bünte Bilanz. Das treffe nicht auf alle Eltern zu. Trotz aller Gespräche und Planungen vonseiten der Stadt herrsche bei vielen Müttern und Vätern, die ihr Kind im nächsten Jahr einschulen wollen, eine große Verunsicherung, so Anja Bünte. „Einige Eltern haben das Vertrauen in die Politik verloren“, so die 40-Jährige. Sie fordert die Verantwortlichen zu noch mehr Transparenz hinsichtlich Entscheidungen und Entwicklungen auf. „Die Eltern brauchen ein Gefühl der Sicherheit“, sagt Bünte. Viele verstünden zum Beispiel nicht, warum die energetische Sanierung der Fenster, die ohnehin notwendig gewesen sei, nicht schon in diesem Schuljahr passiere.

Mittlerweile freuen sich die vier Elternvertreterinnen auf die neue Grundschule im Süden Eckernfördes. Ein Name ist schon gefunden – er muss noch in den Gremien der beiden Schulen, von der Stadt und vom Ministerium abgesegnet werden. „Es wäre doch schön, wenn die neuen Erstklässler unter dem neuen Namen der Schule eingeschult werden könnten“, spricht Bettina Stein (42) für alle aus.

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